Leistungsspange der Jugendwehren : Einzelkämpfer haben keine Chance

Beim simulierten Löschangriff ist die Gruppe als Ganzes gefordert.
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Beim simulierten Löschangriff ist die Gruppe als Ganzes gefordert.

Am Wochenende wetteiferten rund 200 Mädchen und Jungen in Tönning um die Leistungsspange der Jugendfeuerwehren. Mit großem Erfolg, denn 18 von 20 Gruppen waren erfolgreich.

shz.de von
16. Juni 2014, 08:00 Uhr

Wer einmal zur aktiven Feuerwehr will, wird vorher intensiv geschult und muss Leistungsnachweise erbringen. Dazu zählt die Leistungsspange, die vor der Grundausbildung und dem späteren aktiven Dienst erforderlich ist, wie Kreisjugendfeuerwehrwart Björn Hufsky erklärt. Zusammen mit Kreiswehrführer Christian Albertsen war er dabei, als in Tönning gut 200 Mädchen und Jungen aus verschiedenen Jugendfeuerwehren die höchste Leistungsspange ablegten.

Dreizehn Jugendwehren aus Nordfriesland sowie Vertreter aus den Kreisen Segeberg, Schleswig-Flensburg und Herzogtum Lauenburg sowie aus dem Amt Breitenburg-Hohenaspe schickten jeweils neunköpfige Abordnungen nach Tönning. „Nordfriesland ist auch in diesem Jahr Vorreiter und führt diese wichtige Prüfung als erster Kreis vor den Sommerferien durch“, erläuterte Albertsen.

Die Gemeinschaftsarbeit sei am wichtigsten, bei der der Stärkere dem Schwächeren hilft. Genau nach diesem Prinzip werde ein Feuerwehreinsatz erfolgreich durchgeführt. Ziel der Prüfung und der Grundausbildung sei es, die jungen Menschen bestmöglich auf den aktiven Dienst vorzubereiten, stellt Hufsky klar.

„Ich möchte auf jeden Fall bestehen und später bei der aktiven Wehr mitmachen“, erklärte Fynn Becker. Allerdings wolle der 15-Jährige diese Aufgabe nicht zu seinem Beruf machen. Auch sein gleichaltriger Kamerad Niklas Lauer verfolgt das gleiche Ziel. „Ich will die Ausbildung zum Feuerwehrmann durchziehen, damit ich für den Ernstfall bestens vorbereitet bin.“

Doch die Mühen für die Leistungsspange sind kein Zuckerschlecken. „Als ich 1985 dabei war, galten schon damals die gleichen Regeln und Vorschriften wie heute“, erinnert sich Albertsen. Die Leistungsbewertung erstreckt auf Schnelligkeit und Ausdauer, Körperstärke und Körpergewandtheit und auf feuerwehrtechnisches und allgemeines Wissen und Können. Zu den fünf Prüfungsfächern zählt die Schnelligkeitsübung. Hier müssen in kürzester Zeit acht doppelt gerollte C-Schläuche hintereinander ausgelegt und gekuppelt werden. Die zweite Aufgabe besteht darin, als Gruppe beim Kugelstoßen insgesamt 55 Meter zu erreichen. Auch der Staffellauf, bei dem jeder der neun Gruppenteilnehmer 1500 Meter zurücklegen muss, gehört zu den Pflichtaufgaben. „Diese drei Aufgaben können bei Nichtbestehen noch am selben Tag wiederholt werden“, so Hufsky. Anders sieht es beim Löschangriff aus. Vier Wertungsrichter nehmen die Übung der Jugendlichen genau unter die Lupe. „Insbesondere hier ist die Gruppe als Ganzes gefordert“, so Hufsky weiter. Komme es durch die Wertungsrichter zu einer Nullbewertung, so kann diese Aufgabe nicht am selben Tag wiederholt werden. „In diesem Fall hätte die Gruppe die Spange nicht bestanden, kann dies aber bei einem nächsten Termin nachholen.“ Das gleiche gilt für den letzten Prüfungsabschnitt, der schriftlichen Prüfung. Hier müssen Fragen aus den Bereichen Organisation, Ausrüstung, Geräte, Löschmittel, Löschverfahren der Feuerwehr, Unfallverhütung sowie Gesellschafts- und Jugendpolitik richtig beantwortet werden. Bei Nichtbestehen kann die Gruppe die Leistungsnachweis ebenfalls erst bei einer nächsten Prüfung durchführen. „Natürlich ist dies eine Prüfung, aber mit viel Spaß verbunden“, bestätigte der 14-jährige Hans-Peter Jessen aus Lütjenholm.

Von den 20 Gruppen bestanden letzlich 18. So zeigten sich Hufsky und Albertsen zufrieden über die Leistungen. „Man hat es ihnen angemerkt, dass sie diese Leistungsspange auf jeden Fall bestehen wollten, und das ist dem Großteil der Gruppen ja schließlich auch gelungen.“

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