Bürgerwindpark in Drelsdorf : Einwohner stimmen für höhere Mühlen

Drei Mühlen gehören zum Drelsdorfer Windpark – zwei sollen repowert werden.
Foto:
Drei Mühlen gehören zum Drelsdorfer Windpark – zwei sollen repowert werden.

Ausschüttungen des Windparks sollen in Projekte der Kommune gehen. Leistungsstärkere Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von knapp 150 Metern und einer Nennleistung von drei Megawatt (MW) werden installiert.

shz.de von
23. Juli 2015, 14:00 Uhr

Das Abstimmungsergebnis war eindeutig: 38 Einwohner der Gemeinde Drelsdorf votierten in geheimer Abstimmung pro Repowering von zwei Windmühlen im bestehenden Bürgerwindpark. Zwei sprachen sich dagegen aus, drei enthielten sich. „Das Ergebnis wird in meine Entscheidung in der sich anschließenden Gemeinderats-Sitzung einfließen“, erklärte Erich Berg. Er leitete als vom Kreis Nordfriesland bevollmächtigter Beauftragter sowohl die Einwohnerversammlung, als auch die Sitzung danach im „Drelsdörper Krog“.

Der Grund: Alle Gemeindevertreter einschließlich Bürgermeisterin Antje Hansen sind befangen. In einer zweiten Abstimmung ging es um die Frage, ob die Ausschüttungen nach dem EEG wie sonst üblich künftig an die beteiligten Bürger oder als Spende zugunsten einer zu gründenden Stiftung fließen sollen. Hier entschieden die Bürger bei 31 Ja- und elf Nein-Stimmen, dass siedem Dorf zugute kommen sollen. Aus der Stiftung könnten dann Gelder aus den jährlichen Ausschüttungen, so erläuterte Johannes Jensen als Vertreter des Windpark Drelsdorf GmbH für gemeinnützige Projekte in der Kommune ausgekehrt werden. Wofür, sei dann individuell abzustimmen. Möglichkeiten wären eine Schwimmbadsanierung, Fördern von Heimat- und Denkmalpflege oder von Sportprojekten. Die Mindesteinlage der Beteiligten beträgt wie üblich 1000 Euro und höchstens 5000 Euro. Bevor der Bevollmächtigte abstimmen ließ, meldete Henning Edler, Bürger der Gemeinde, Bedenken an, da nur 43 Einwohnern erschienen sind. Er selbst habe nur zufällig davon erfahren. „Entscheidend ist die rechtzeitige Bekanntmachung im amtlichen Aushangkasten und die ist rechtzeitig erfolgt“, entgegnete der Beauftragte. Jeder Bürger habe die Pflicht, sich zu informieren.

Was genau geplant ist, erläuterte dann Wolfgang Paulsen, Geschäftsführer des Windparks: „Im Bereich Osterfeld – nördlich von Drelsdorf – stehen drei Mühlen mit einer Höhe von 105 Metern. Um eine bessere Wirtschaftlichkeit und damit auch höhere Einspeisevergütungen – für 20 Jahre gesichert – zu erzielen, sollen davon zwei Mühlen rückgebaut und neue mit einer Gesamthöhe von knapp 150 Metern und einer Nennleistung von drei Megawatt (MW) installiert werden. Die dritte soll so wie sie jetzt da steht bleiben.“ In einem gebildeten Arbeitskreis bestehend aus Bürgern der Kommune, sei dann auch die Idee hinsichtlich einer Stiftung entstanden. Außerdem sei festgeschrieben worden, dass sich der Windpark verpflichtet, sobald wie möglich eine bedarfsgerechte Befeuerung an den neuen Mühlen zu installieren.

In der Gemeinderats-Sitzung folgte der Beauftragte dem Bürgerwillen und entschied demokratisch über die Erteilung einer positiven Stellungnahme der Gemeinde zum Vorhaben. Die vom Amt vorbereiteten erforderlichen Verträge zwischen Kommune und Windpark, den städtebaulichen Vertrag zur Windenergienutzung, die Sondernutzung an Gemeindestraßen und die Standortvereinbarung, segnete er zudem ab. „Wir werden nun den Bauantrag stellen. Ich bin zuversichtlich, dass bis zum Jahresende 2016 die Mühlen stehen. Grundsätzlich stehen die Zeichen auf grün. Derzeit wird nur noch ein Gutachten wegen der Seeadler erstellt“, so Geschäftsführer Paulsen.











zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen