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Öffentliches Begehren : Einwohner gegen Straßensperrung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordstrander sammeln Unterschriften für die Aufhebung einer Straßensperrung, die die Gemeindevertretung angeordnet hat. Der Bürgermeister will keine Öffnung, weil zu viele schwere Fahrzeuge die Straße befahren.

Ein harter Kern Nordstrander ist sich einig: Die Straße Norden darf nicht gesperrt bleiben. Es hat sich daher eine Gruppe gebildet, die Unterschriften sammelt, um ein öffentliches Begehren zu beurkunden. Derzeit ist die Straße ob der Sanierung des Deichs als Sackgasse ausgewiesen worden. Weil ein zu hoher Lastverkehr durch Pkw und Lkw die Steilböschung zum Strand in unmittelbarer Nähe gefährdet. Jedoch hat der Nordstrander Bürgermeister Werner-Peter Paulsen jüngst ein Schreiben des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erhalten, in dem steht, dass die Begrenzung erst ab dreieinhalb Tonnen gilt. Somit könnten Anlieger, Gewerbetreibende sowie Gäste wieder mit ihren Kraftfahrzeugen bis Ecke Holmerfährweg und Kiefhuck – etwa 300 Meter vor der Einmündung auf die Landesstraße 30 am Norderhafen und in Höhe der Gaststätten – die Straße befahren.

Allerdings erläutert Bürgermeister Werner-Peter Paulsen: „Mit LKN und dem Deichbauunternehmen ist besprochen worden, die Straße zu sperren, weil sich kaum jemand an die 3,5-Tonnen-Regelung sowie die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 gehalten hat. Die Maßnahme ist nach Absprache mit Polizei und Verkehrsbehörde beim Kreis Nordfriesland angeordnet worden. Der Durchgangsverkehr muss wegen der Arbeiten ferngehalten werden.“ Jede Erschütterung sei dem neuen Deich und den Häusern abträglich. Wenn was passiere, sei der Bürgermeister in der Haftung. Die Gemeinde habe als Nutzerin der dem Land gehörenden Straße die Sicherungspflicht. Nichts anderes sei hier geschehen. Nach der Beschlusslage der Gemeindevertretung komme eine Öffnung nicht in Frage.

In der Sitzung der Gemeindevertretung waren sich jedoch mehrere Einwohner einig: die Straße muss aufgemacht werden. Der Nordstrander Norbert Empen gibt sich kämpferisch: „Es geht nicht um meine Interessen. Ich möchte auf Missstände aufmerksam machen. Nordstrand und seine Bürger leben von den Touristen und wenn auch noch Anlieger Nachteile haben, muss was passieren“, sagt der engagierte Einwohner. Dass er es ernst meint, hat er in der Gemeinderatssitzung deutlich artikuliert. Bisher sammelte Empen 190 Unterschriften. „Sobald ich 200 habe, werde ich ein Bürgerbegehren starten“, sagt der Ruheständler entschlossen. Empens engster Mitstreiter ist Günther Brauer. Er wohnt direkt an der Ecke Kiefhuck / Norden. „Ich habe Verständnis für die Gewichtsbegrenzung. Damit hält man Lastverkehr vom neuen Deich fern, sodass dieser sich in Ruhe setzen kann.“ Brauer beobachtet aber, dass täglich viele Autofahrer unbedarft in die Sackgasse fahren, weil die Beschilderung dilettantisch sei. „Sie haben Schwierigkeiten, dann rückwärts zu rangieren. Oft beruhige ich die genervten Fahrer – zumeist Gäste. Zehn Autos stündlich am Sonntag sind keine Seltenheit“, berichtet er. Brauer sehe keine Gründe, die gegen eine Öffnung sprechen.

„Wir vergrämen die Gäste“, bekräftigt Empen die Meinung Brauers. Zudem dürfen auch Müllfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit Sondergenehmigung hineinfahren. Der Durchgangsverkehr gelangt also nicht mehr wie bisher auf direktem Wege zu den Gaststätten und zum Norderhafen. Dieser Verkehr muss entweder auf der Landesstraße 30 fahren oder vom Osterdeich nach links abbiegen in den Kreuzweg, der zur L 30 führt. Das Fatale, so Empen, ist, dass vor dem Kreuzweg kein Hinweisschild zu finden ist, welches auf die Sackgasse hinweist. Ortsfremde fahren regelmäßig direkt darauf zu und gelangen automatisch in die Sackgasse. Auch dort ist nach seiner Meinung keine ausreichende Beschilderung vorhanden.

Zudem kam es in der Einwohnerfragestunde zu dem für Insulaner und Gäste leidigen Thema der Schafe am Strand. Der Einwohner Nobert Empen monierte, dass es für die Gemeinde oder den Pächter bestimmt eine Möglichkeit geben müsste, den Auftrieb der Schafe Einhalt zu gebieten. Freilich ist der Deichabschnitt vor dem Strand eingezäunt. Jedoch haben sich die listigen Tiere mittels ihrer Weitsicht oder ihres Geruchssinns vom vollen Gras auf der anderen Seite des Zauns leiten lassen. Sie laufen bei Ebbe durch das Watt um den Zaun herum, um sich vom vollen Gras satt zu fressen. Derweil spart sich die Gemeinde damit auch Kosten für die Kürzung des Grases auf dem Strandabschnitt, wird unter Einwohenr geunkt. Jedoch überlegen sich sowohl Insulaner als auch Urlauber, ob sie den Strand des Eilands überhaupt noch wiegewohnt aufsuchen sollen.

 


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erstellt am 22.Okt.2014 | 07:00 Uhr

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