Breklum : Einwohner entscheiden mit

Die Experten Gerd Lauermann, Dr. Anke Butscher und Andreas Zech (v. l.) erläutern den Begriff Gemeinwohl-Ökomonie.
Die Experten Gerd Lauermann, Dr. Anke Butscher und Andreas Zech (v. l.) erläutern den Begriff Gemeinwohl-Ökomonie.

Die Gemeinde Breklum arbeitet an der Erstellung einer Gemeinwohl-Ökobilanz.

shz.de von
17. Januar 2018, 13:30 Uhr

Breklum | Rund 30 Breklumer besuchten die Einwohnerversammlung im Christian-Jensen-Kolleg. Thema dort war die Erstellung einer Gemeinwohl-Ökobilanz für die Gemeinde. Der Begriff der Gemeinwohl-Ökonomie beschreibt die Idee eines Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells, das sich nicht an Gewinnmaximierung, sondern an Menschenwürde, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Solidarität ausrichtet. Als erste Kommunen in Deutschland, sprich als Gemeinwohl-Pioniere, werden diese nun Breklum, Klixbüll und Bordelum im Laufe des Jahres umsetzen.

Begleitet werden sie dabei von Gerd Lauermann, Dr. Anke Butscher und Andreas Zech, die als fachkundige Berater den Ablauf der Maßnahme vorstellten. Demnach wird, voraussichtlich ab Februar, eine Datenaufnahme, unter anderem zu den Aspekten des gemeindlichen Finanzmanagements sowie der Bürgerbeteiligung, erfolgen. „Hier schauen wir uns anhand einer Matrix zum Beispiel an, wie die Gemeinde an ihr Geld kommt und wie Investitionen gehandhabt werden“, erläuterte Butscher.

Im Anschluss an diese erste Phase sollen sich dann die Einwohner in Workshops an der Erarbeitung der Daten einbringen. „Die Qualität und damit der Nutzen der Bilanz hängt insbesondere davon ab, dass die Einwohner aktiv werden. Das Engagement der Gemeinde, nach dem Motto ‚Ihr macht das schon‘ reicht hier nicht aus“, erklärte Gerd Lauermann.

Insgesamt stieß seine Aufforderung im Publikum auf positive Resonanz. Vereinzelt gab es bereits Zusagen zur Mitarbeit. Der Ansatz für ein gemeinsam gestaltetes, gutes Leben vor Ort sei schön. Es bleibe aber die spannende Frage, was sich daraus entwickele und ob sich etwas ändere, war jedoch ebenso zu hören.

Vorbehalte hatten im Vorfeld auch die Gemeindevertreter. „Zunächst waren wir sicher, dass wir so etwas nicht brauchen, da wir die Nachhaltigkeit, unter anderem in der Energieversorgung, schon lange betreiben und deshalb alles richtig machen“, berichtete Bürgermeister Heinrich Bahnsen (CDU). Doch die Bilanz fasse diesen Begriff deutlich weiter. Sie sei deshalb nicht nur Spiegel, sondern könne bei vielen Entscheidungen als Leitfaden dienen.

Die Gesamtkosten für die Maßnahme benannte Bahnsen mit 54.000 Euro. „Da jedoch Fördergelder von der Aktivregion sowie aus der Servicestelle für Kommunen in Höhe eingeworben werden konnten, belaufen sich die Kosten je Gemeinde letztlich auf 3.300 Euro.“

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