Langenhorn : Einstimmung auf das Fest der Liebe

Musikalisches Highlight: Martina Rüping und Martin Stephan musizieren gemeinsam.
Musikalisches Highlight: Martina Rüping und Martin Stephan musizieren gemeinsam.

Die in den Opernhäuser dieser Welt beheimatete Sopranistin Martina Rüping aus Halle an der Saale begeistert Konzertbesucher in Langenhorn.

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14. Dezember 2017, 10:00 Uhr

Einen Konzertabend der Extraklasse erlebten inmitten der oft so hektischen Adventszeit die Besucher der St.-Laurentius-Kirche zu Langenhorn. Unter dem Motto „Alleluja, Lieder zur Weihnachtszeit“ stimmte die in den Opernhäuser dieser Welt beheimatete Sopranistin Martina Rüping aus Halle an der Saale auf die wohl schönste Zeit des Jahres ein. Die Interpretin sowohl großer Operpartien als auch der klassischen Liedliteratur und geistlicher Werke entführte mit ihrer Stimme in die Welt der traditionellen Weihnachtslieder, aber auch festlicher Werke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart. Ihr musikalischer Begleiter, der alle Nuancen der historischen Busch-Paschen-Orgel in voller Klangpracht erstrahlen ließ, war kein geringerer, als der Organist Martin Stephan, der seit Anfang des Jahres auch Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kirchenmusik St. Laurentius ist.

Um der Sängerin nötige Pausen zu gönnen, interpretierte er zudem Orgelwerke, wie die „Sinfonia“ aus Bachs Weihnachtsoratorium und die Choralbearbeitung „Nun komm der Heiden Heiland“. Die Sopranistin eröffnete den Liederreigen mit „Kommet, Ihr Hirten“, jenem altböhmischen Weihnachtslied, das die Freude über die Ankunft Jesu so trefflich ausdrückt. „Ich steh an deiner Krippen hier“ oder „Oh Jesulein süß“ ließen erahnen, wie die Hirten auf dem Feld entzückt gewesen sein müssen, das Kind im Stall zu sehen. Mit „Maria durch ein Dornwald ging“ traf die Interpretin mit zarter Stimme mitten ins Herz, und weil das Jesukind auch Ruhe brauchte, folgte das österreichische Weihnachtslied „Still, Still, Still, weil’s Kindlein schlafen will“.

Festliche Klänge mit dem „Halleluja“ aus Händels „Messias“ ließ die Freude über den Heiland der Welt noch einmal in ganzer Bandbreite aufleuchten. Ausklingen ließen die Interpreten das Konzert mit drei prägnanten Liedern aus der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, „Ein Männlein steht im Walde“, „Sandmann“ und der „Abendsegen“. Und da niemand das Langenhorner Gotteshaus ohne Zugabe verlässt, wurde das danach lang applaudierende Publikum mit dem „Alleluja“ aus dem viersätzigen Werk von Mozart „Exsultat, jubilate“ (KV 156a) verwöhnt. Glasklare Koloraturen Rüpings sorgten für einen Extra-Hörgenuss.

Möglich gemacht hatte das musikalische Highlight die Ehrenamtler der Ideenschmiede Pro Langenhorn sowie Sponsoren aus dem Dorf, darunter Meike und Peter Petersen (Pcp Bau), Synja und Jann Petersen (A.con.tax Steuerbüro) sowie Ute und Heinz Nissen (Versicherungsbüro Vvs). Am Ende dankte der Sprecher der Ideenschmiede, Joachim Hoffmann, den Ausnahmekünstlern für zwei Stunden musikalischen Hochgenuss: „Wohl jeder ist ein Stück weit ruhiger geworden und hat genau die richtige Vorbereitung auf das Fest der Feste genossen.“

Die Künstler in Kurzportraits


Martina Rüping absolvierte ein Gesangstudium an der Hochschule für Musik Carl-Maria von Weber in Dresden bei Professor Ilse Hahn und setzte ihre Gesangsausbildung bei Kammersängerin Elisabeth Schwarzkopf fort. Sie errang jeweils erste Preise beim Internationalen Koloratur-Gesangswettbewerb „Sylvia Geszty“ in Stuttgart, Internationalen Koloratur-Gesangswettbewerb in Bonn sowie Münchner Singschul` München. Engagements führten sie an die Staatsopern Stuttgart und München, Komische Oper Berlin, das Teatro alla Scala Miloano, Los Angeles Opera und an die Opernhäuser Paris, Rom, Helsinki, Tokio und Hongkong. Neun Jahre in Folge war sie Mitglied des Solistenensembles der Bayreuther Festspiele.

Organist Martin Stephan wirkte nach dem Studium in Eisenach und Weimar in Erfurt und Halle. Konzertreisen führten ihn nach Frankreich, Jugoslawien und in die USA. Stephan ist im Rahmen der jährlichen Hallischen Händelfestspiele während der „Orgelnacht“ in der Ulrichskirche dabei. Zudem lehrte er an der Musikhochschule Weimar und Ev. Hochschule für Kirchenmusik in Halle. Von 2003 bis 2016 war er Kantor und Organist an St. Nikolai in Westerland / Sylt.




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