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Übung in Seeth : Einsatz in Flüchtlingseinrichtung im Kreuzfeuer der Kritik

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Seether Dorfgemeinschaftshaus bewerteten 22 Teilnehmer einen Übungseinsatz. Die bei der Lagebesprechung kritisierten Mängel sollen künftig abgestellt werden – unter anderem durch eine Vollsperrung der B 202.

Nein: Es wurde nichts beschönigt, sondern schonungslos kritisiert. Denn, so machte Dennis Andresen als Moderator des Abends deutlich, „wenn in der Flüchtlings-Erstaufnahme-Einrichtung etwas Größeres passiert, dann stehen wir vor einer Dimension ungeahnten Ausmaßes“. Der Gesamteinsatzleiter und Seether Wehrführer Andresen formulierte vor den 22 Teilnehmern im Seether Dorfgemeinschaftshaus mahnende Worte, als gemeinsam die Übung vom 24.November vergangenen Jahres ausgewertet wurde.

Bei dem seinerzeit „durchgespielten“ Notfallereignis mit 14 Einsatzfahrzeugen der umliegenden Feuerwehren und 92 Einsatzkräften sowie diversen Rettern des Roten Kreuzes vom Kreis Nordfriesland mit acht Rettungs- und Krankentransportwagen, die mit 15 so genannten Verletzten ihre Rollen hervorragend ausführten, lief es zwar gut. Allerdings wurde schon seinerzeit in den Husumer Nachrichten kritisch bemerkt, dass der eigentliche Rettungswagen – der zuständigen DRK-Wache in Norderstapel des Nachbarkreises Schleswig-Flensburg – nicht an der Übung teilnahm. „Wir wussten nicht, ob dieser hauptamtlich genutzte Rettungswagen verfügbar ist“, entschuldigte Andresen damit, dass dieser Wagen auch jederzeit und dann schnellstmöglich zu einem Einsatz hätte gerufen werden können.

Ferner wurde damals in unserer Zeitung angeführt, dass die in einem sogenannten Bereitstellungsraum wartenden Rettungswagen erst nach 25 Minuten eingesetzt wurden. Das Drehbuch bei einem solchen Ereignis stimmte nicht, signalisierte Andresen. Denn: „Dass die Darsteller bei starkem Regen in Pfützen längere Zeit bei zwei Grad Celsius auf dem Boden gelegen haben, ist nicht in Ordnung.“

Die Kameraden schauten sich an dem Abend die Einrichtung in Seeth auf einer großen Leinwand an – inklusive der beiden neuen Containerdörfer „Möwe“ und „Robbe“. Für Wehrführer Björn Baumann (Süderstapel) sei es wichtig, einen Überblick für die Kaserne zu haben. „Das Gelände umfasst immerhin 42 Hektar – und es können auch Ereignisse außerhalb stattfinden“, betonte er.

Angenommen wurde bei der November-Übung ein Brand, der im Containerdorf entstanden war. Kritisiert wurde indes die Aufstellung der Einsatzfahrzeuge – mehrere waren rangierunfähig eingekeilt. Wodurch es seinerzeit zu missverständlichen Einweisungen der Einsatzkräfte des Sicherheitsdienstes kam. Daher muss laut Drages Wehrführer Holger Treichel die Feuerwehr einweisen – nicht das Wachpersonal. Denn: Erstaufnahme-Einrichtungsleiter Lars Christophersen bezifferte: „Im Containerdorf sind 1200 Flüchtlinge untergebracht“, was Amtswehrführer Tim Petersen damit ergänzte, dass es schwer werde, wenn alle zeitglich evakuiert werden müssten.“ Daher ist Christophersen der Meinung, dass in dem Fall niemand auf das Gelände sollte, ohne dass geklärt sei, was in den 15 Objekten los ist. Schule, Küche und Sporthalle werden neben dem großen Containerdorf besonders kritisch betrachtet.

Der Seether Bürgermeister Peter Dirks betonte energisch: „Ende 2017 ist angedacht, zu schließen. Aber ich weiß von nichts – von gar nichts.“ Deutlich dann die auch die abschließenden Worte von Amtswehrführer Tim Petersen: „Dank im Namen der Amtsverwaltung für die Beteiligung. Es ist aber nicht hinnehmbar, dass wir als Ehrenamtliche heute unsere Freizeit opfern – und einige Hauptamtliche nicht dabei sind.“ Andresen signalisierte, dass es eine weitere Großübung geben werde. Kreiswehrführer Christian Albertsen ergänzte, dass es dann einen Sammelpunkt der Einsatzfahrzeuge auf der B 202 vor dem Gelände geben müsse. „Diese muss notfalls gesperrt werden.“

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