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Husumer Nachrichten

18. November 2017 | 13:30 Uhr

Schwabstedt : Einmal Berufsfeuerwehrmann sein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Schwabstedter Jugendwehr übte ein Wochenende lang verschiedene Ernsteinsätze – von Erster Hilfe bis zur Personensuche.

Einmal Berufsfeuerwehrmann sein – das haben sie sich gewünscht und ein ganzes Jahr lang darauf gewartet. Große Freude jetzt bei den 22 Mädchen und Jungen der Schwabstedter Jugendwehr – denn am Wochenende (13. bis 15. Oktober) war es endlich so weit: Zum fünften Mal fanden die Übungstage statt, die zahlreiche Einsatzanlässe boten. Das Wort „Berufsfeuerwehrtage“ mag Schwabstedts Jugendwart Thomas Eickhoff in diesem Zusammenhang nicht so gerne hören – „doch“, so gibt er zu, „die Einsatzanlässe und auch der zeitliche Abstand zwischen ihnen stimmen schon mit echten Gegebenheiten einer Berufsfeuerwehr überein. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass wir eben wegen des Jugendschutzgesetzes keine Nachteinsätze fahren“.

Übernachtet hingegen wird gemeinsam – und zwar in Schwabstedts geräumigem Feuerwehrhaus. Damit auch alle ganz fit in den Erste-Hilfe-Maßnahmen sind, kommt Rettungsassistent Stefan Rautenberg gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Notfallsanitäter Stephen Burmeister, am Freitagabend vorbei. Beide hatten zuvor pünktlich Schichtende in der Rettungswache Norderstapel. „Klappt“, bilanzierte Stefan Rautenberg, nachdem er die wichtigsten Maßnahmen vorgeführt und anschließend „abgenommen“ hat.

Der erste Einsatz lässt dann nicht lange auf sich warten: Wenig später wird eine Gruppe zur Tragehilfe für den Rettungsdienst angefordert, im Bereich des Schwimmbads liegt ein Verletzter mit Oberschenkelhalsbruch. Doch damit nicht genug – einige Straßenzüge weiter hat ein mit Aufräumarbeiten Beschäftigter eine Baggerschaufel gegen den Kopf bekommen. Ausgerückt und geholfen wird hier als ehrenamtlicher First-Responder-Trupp. Der (sofern vorhanden) kommt immer dann, wenn ein Rettungswagen innerhalb der 12-Minuten-Hilfsfrist nicht erreichbar ist. Ein vollgelaufener Keller in der Schule, zwei Brandmeldealarme und ausgelaufene Betriebsstoffe in Hollbüllhuus ergänzen den bunten Einsatzreigen an diesem Tag.

Lang dauerts am anderen Morgen nicht – gleich nach dem Frühstück ist der erste Übungseinsatz dran: Eigentlich soll eine Gruppe mit einem Fahrzeug auf der Kreisstraße 56 – zwischen Süderhöft und der Grenze zum Kreis Schleswig-Flensburg – nur ausgelaufene Betriebsstoffe nach einem Verkehrsunfall beseitigen – doch dann kommt es schlimmer: Bei einem Zusammenprall sind zwei Fahrzeuge ineinander verkeilt, zwei Fahrer eingeklemmt. Nachalarm für sämtliche Einsatzkräfte und die Unfallfeuerwehr aus Koldenbüttel. Denn diese verfügt über Rettungsschere und Spreizer und rückt überörtlich aus. Koldenbüttels stellvertretender Wehrführer Bernd Siegesmund, der mit Jürgen Bruhn und Thorsten Clausen vor Ort eintrifft, erläutert jeden Schritt der Rettung aus den verunfallten Fahrzeugen. Klar doch, dass auch zwei Rettungswagen an die Einsatzstelle gerufen werden. Beide Wagen stehen ohnehin während der gesamten Übung einsatzbereit an der Feuerwache in Schwabstedt. Realitätsgetreu wird der „Notfall“ abgearbeitet. Gute Verletzten-Darsteller sind – wie in den Vorjahren – Björn Reese aus Süderhöft und Björn Sass aus Rantrum. Die Jungfeuerwehrleute staunen: „Uih, so eine Rettungsschere ist ja sehr schwer.“

Dann ist erstmal Mittagspause. Dabei dankt Jugendgruppenleiterin Lia-Marie Thomsen den Koldenbütteler Kollegen. Pausenlos geht es danach weiter: „Person unter Anhänger“ heißt es ebenso wie danach „Person vom Minibagger überrollt“ und „Mülleimer brennt in der Rosenkoppel“. Ein Großeinsatz folgt danach in Ramstedt – dort brennt ein Wohnhaus. Zum Tagesabschluss dann noch eine Personensuche im Gebiet der Bunkeranlagen „Op de Sein“.

Auch der Sonntag ist alles andere als ruhig: Zunächst muss eine in der Kirchenstraße in einem Fenster eingeklemmte Katze befreit werden, dann geht es zu einem Flächenbrand in den Wald bei Lehmsiek.

Mit starkem Beifall danken die Jungfeuerwehrleute den Betreuern Thomas Eickhoff, Timon Rachau, Jürgen Tantow, Udo Thiesen, Kay Jenß, Lena Schwarn, Sintje, Torben und Niklas Hansen. Eine besonders lange Anfahrt aus Magdeburg – immerhin 440 Kilometer – hatte Niklas Hansen auf sich genommen, um als Betreuer dabei zu sein. Er war früher selbst in der Schwabstedter Jugendfeuerwehr. Fahrzeuge stellten die Wehren Schwabstedt, Ramstedt-Wisch und Hude-Fresendelf-Süderhöft. Jungfeuerwehrleute aus allen sechs Kirchspielsgemeinden nahmen mit großer Begeisterung teil. „Es hat alles wunderbar geklappt“, fasst Lia-Marie Thomsen zusammen. „Es ist echt cool, was sich die Betreuer alles für uns einfallen lassen.“ Einhelliger Wunsch: „Fortsetzung im nächsten Jahr“. Und das Signal von Organisationsleiter Thomas Eickhoff: „Ganz sicher. Wir geben uns größte Mühe.“

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