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Attraktion in Husum : Einkaufserlebnis mit Mittelalter-Flair

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine attraktive Mischung sorgte am Wochenende für viel Leben in Husums Innenstadt: Mittelaltermarkt und verkaufsoffener Sonntag lockten scharenweise Gäste aus ganz Schleswig-Holstein und Dänemark an.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Sich selbst im 21. Jahrhundert mal eben wie im Mittelalter fühlen: Der immer beliebter werdende Mittelaltermarkt rund um den Tine-Brunnen hat das am Wochenende einmal mehr möglich gemacht. Auf der spektakulären Zeytreise, wie sich der Lübecker Veranstalter nennt, verbanden die vielen Besucher am Sonnabend und Sonntag maritimes Einkaufsvergnügen mit mittelalterlichem Flair. So wie sich das bunte Treiben mit den entsprechend gewandeten Händlern und Musikern vor der St.-Marien-Kirche abspielte, könnte es vor mehreren hundert Jahren tatsächlich ausgesehen haben.

Das Publikum gerät entsprechend ins Staunen. Zum Beispiel über eine Armbrust. Behutsam erklärt Florian Strebin aus Köln seiner Tochter Lene, wie damit umzugehen ist. Lederwaren preist Mario Carbone aus Lehe in Dithmarschen an. Er ist zum ersten Mal in Husum dabei. „Alles mit eigener Hand hergestellt“, verkündet er den interessierten Besuchern. Selbst seine Lederbekleidung hat Carbone selbst zusammengenäht. Und auch das mittelalterliche Kleid von Andrea Maltetz stammt aus seiner Produktion. „Stoff ist schwieriger als Leder zu nähen“, verrät Carbone. Das Leder sei fest und verziehe sich nicht. „Dennoch muss ich beim Vernähen von Leder genau aufpassen.“ Ist einmal ein Loch drin, dann ist es geschehen.

Die musikalischen Klänge versetzen die Gäste ebenfalls ins Mittelalter. Dafür sorgt das Trio Hyfti, Lothar von Leiden und Arminius Musicus aus Oldenburg mit Dudelsack, Drehleier und der Schalino. Unter diesen Künstlernamen treten die Mitglieder des Trios Mutterkorn mehr als 20 Mal im Jahr auf. Und dabei müssen sie flexibel sein. „Hinzu kommt, dass wir uns ordentlich ins Zeug legen müssen, um auf die Auftritte bestens vorbereitet zu sein“, gibt Hyfti zu verstehen.

Zum festen Bestandteil des mittelalterlichen Marktes gehört inzwischen Wolf-Rudolph Klug aus Boizenburg. Mit seiner mehr als einen Meter hohen Burg zieht er wieder die Besucher in den Bann – und nicht nur die kleinen. Die aus massivem Holz erstellte Burg mit ihren Wachtürmen hat er in mühseliger Arbeit selbst geplant und gebaut. Fast vier Monate benötigte er dazu. Und auch die Katapulte wurden von ihm nach Originalvorlagen im Miniformat nachgebaut. Mit kleinen Korkenstücken werden sie bestückt und abgeschossen. „Da haben selbst die großen Besucher ihre helle Freude daran“, weiß Klug zu berichten. Fast an jedem Wochenende ist er mit seiner Burglandschaft unterwegs.

Für Organisator Frank Peschlow von Zeytreise ist jeder Mittelaltermarkt anders – und immer eine Herausforderung. Fast 20 Mittelaltermärkte im Jahr organisiert er von Lübeck aus. Angefangen hat es vor fast 15 Jahren mit einer spontanen Idee. „Ich hatte einen Markt veranstaltet und schon meldeten sich Tourismus-Vereine und mehrere Gemeinden bei mir“, sagt Peschlow. Der Husumer Mittelaltermarkt zählt zu den kleinsten, die er bundesweit organisiert. Nicht alle Standplätze sind belegt, was seiner Meinung nach mit dem ungünstigen Termin zusammenhängt. „Zurzeit finden landauf, landab zahlreiche Märkte statt“, weiß er zu berichten. Die Marktbeschicker, die er für Husum eingeplant hatte, sind auf größeren Märkten bereits eingebunden.

Nur wenige Meter trennt das mittelalterliche Treiben von der Moderne des 21. Jahrhunderts. So lud die Husumer Geschäftswelt am verkaufsoffenen Sonntag zum unbeschwerten Einkaufsbummel ein – ein großer Erfolg, wie Peter Cohrs in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Husumer Werbegemeinschaft gestern am späten Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung bilanzierte. „Die Stadt war komplett voll mit Gästen aus ganz Schleswig-Holstein und Dänemark“, freute er sich. Husum sei einfach eine attraktive Stadt – das werde an einem solchen Wochenende wieder besonders deutlich.

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