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Husumer Nachrichten

16. August 2017 | 17:21 Uhr

„Einen Super-Job gemacht“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordfrieslands Kreiswehrführer Christian Albertsen nach dem großen Sturm

Nachdem das Orkantief „Christian“ im Norden gewütet hat, ging es gestern ans Aufräumen. Nordfrieslands Kreiswehrführer Christian Albertsen zieht eine erste Bilanz.

Haben Sie so einen Sturm schon einmal erlebt?

Albertsen: Nein, das ist mehr gewesen als bei „Anatol“. Man kann sich so etwas nicht vorstellen, man sieht das immer sonstwo, aber auf einmal hat man es vor der eigenen Tür.

Hatten viele unterschätzt, was da auf uns zukommt?

Ich selbst habe es unterschätzt. Ich hatte nicht gedacht, dass das so heftig wird.

Da haben Kräfte gewirkt, die man sich sonst nicht vorstellen kann.

Sind Sie selbst betroffen?

Ich habe gerade meinen Betrieb aufgeräumt. Bei mir sind einige Dächer kaputt und durchs Reetdach des Wohnhauses kann ich durchgucken.

Wo waren Sie während des Sturms im Einsatz?

Ich war den ganzen Tag über in der Regionalleitstelle Nord in Harrislee und habe Einsätze koordiniert.

Haben Sie einen Überblick?

Die Leitstelle hatte 1200 Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst. Aber wir haben Gott sei Dank wenige Personenschäden. Das hätte auch anders ausgehen können. Bahn und ÖPNV haben rechtzeitig reagiert, Schulen und Kindergärten die Kinder rechzeitig nach Hause geschickt. Man mag sich gar nicht vorstellen, was angesichts umherfliegender Bäume, Äste und Dachpfannen sonst passiert wäre.

Wie waren die Feuerwehren aufgestellt?

Wir hatten kreisweit die Feuerwehren in Alarmbereitschaft versetzt. Mittags waren alle in ihren Wachen. Gegen 20.30 Uhr haben wir sie wieder entlassen. Einsätze wurden koordiniert von den Feuerwachen Niebüll, Husum und Garding. Der Notruf war ja völlig überlastet. Da waren teilweise bis zu 400 Leute in der Warteschleife.

Alles wichtige Anliegen?

Da waren natürlich auch Fälle dabei, wo die Pergola zum Nachbarn rüber- oder die grüne Tonne weggeflogen ist. Einigen Anrufern fehlte so ein bisschen die Selbstdisziplin, was wirklich wichtig ist. Es ist eine Abwägungssache, was Priorität hat, und was auch bei Tageslicht oder in ein paar Tagen geregelt werden kann.

Wie fällt Ihre Bilanz für die Feuerwehren und die vielen anderen Helfer aus?

Alle haben einen Super-Job gemacht – egal ob die Blauen, die Roten oder die Weißen. Bei so einem Wetter nicht selbstverständlich. Ebenso wie die Tatsache, dass die Arbeitgeber gleich sagten: Du kannst mehrere Stunden raus. Das war schon toll. Alles, was nach Feierabend geregelt worden ist, ob von Feuerwehr, THW und anderen, hat das Ehrenamt gemacht. Das ist nicht allen klar.

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erstellt am 30.Okt.2013 | 21:36 Uhr

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