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Lichtergarten in Husum : Eine zauberhafte Weihnachtswelt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Traditionell schmücken Lothar und Maria Muschinski ihr Grundstück auf besondere Weise – und erfreuen damit Bahnreisende und Passanten. Ihr Haus liegt an der Poggenburgstraße, und die Marschbahnstrecke führt direkt daran vorbei.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 15:00 Uhr

Es ist schon ein ganz besonders geschmücktes Grundstück, das da in der Poggenburgstraße direkt an der Unterführung liegt: Engel, Nikolaus, Rentier und Co. bringen Reisende an der Bahnstrecke Westerland-Hamburg in weihnachtliche Stimmung. „Wenn sie an unserem ,Märchengarten‘ vorbeifahren und die Lichter sehen, werden sie eingestimmt auf das nahende Fest“, sagt Lothar Muschinski (86). Er und seine Ehefrau Maria (87) sind sich sicher, dass die Reisenden dabei schnell die kalte und dunkle Jahreszeit vergessen. Tatsächlich fahren die Züge nur knapp fünf Meter an dem festlich beleuchteten Garten der Muschinskis vorbei. Und auch Spaziergänger genießen die weihnachtliche Vorfreude, wenn sie an dem Grundstück entlanggehen. Denn das Haus mit seinem aufwändig geschmückten Garten hat sich in all den Jahren zu einem richtigen Publikumsmagneten entwickelt.

Für das Ehepaar hat Weihnachten große Bedeutung. „Es ist für uns das schönste Fest des Jahres“, sagen sie übereinstimmend, „und wenn wir unsere Weihnachtsdekoration nicht hätten, wäre es für uns kein richtiges Fest.“ Zu Weihnachten dürfe es bei der Beleuchtung ruhig üppig zugehen, so Lothar Muschinski und bekommt Unterstützung von Ehefrau Maria. Sie erzählt, dass sich beide gemeinsam schon im November Gedanken über die Lichtinszenierung des Gartens machen und mit dem Schmücken im Dezember beginnen. „Mein Mann hat immer gute Einfälle und fragt mich dann, ob es mir gefällt“, sagt sie lachend und wird ganz lebhaft. „Jedes Jahr kommt etwas Neues hinzu – und Ideen haben wir beide reichlich.“ Viele Dinge im Garten würden sich für weihnachtliche Dekorationen verwenden lassen – „wenn man sie etwas festlich aufhübscht und mit Lichterketten umhüllt“, so Lothar Muschinski.

Der aus Danzig stammende Muschinski berichtet, dass er als 16-Jähriger noch kurz vor Kriegsende eingezogen und im Zuge der Ereignisse zuerst nach Kiel und dann nach Husum gekommen sei. Schon damals wäre ihm das Haus mit dem großen, schönen Grundstück in der Poggenburgstraße aufgefallen. Dass er es eines Tages selbst bewohnen würde, sei ihm dabei nicht in den Sinn gekommen. Nun lebe das kinderlose Ehepaar aber bereits 30 Jahre in der Immobilie, die der Vermögensstelle der Deutschen Bahn gehört. „Zu meinen Zeiten hieß das noch Deutsche Bundesbahn und für die habe ich Jahrzehnte gearbeitet“, sagt Muschinski nicht ohne Stolz. „Und wir sind schon seit 63 Jahren verheiratet“, ergänzt Ehefrau Maria. Übrigens lesen beide auch schon so lange die Husumer Nachrichten. Gern führt sie den Gast durch die unteren Räume des mit Herz und Seele gemütlich eingerichteten Hauses. „Vieles hat mein Mann hier selbst gemacht“, sagt sie und zeigt in Richtung der Holzdecke.

Wenn sie während all der Jahre gesundheitlich mal nicht so auf dem Posten waren, kamen Hilfsangebote von Freunden und Bekannten, um die zauberhafte Dekoration in Szene zu setzen. Aber auch Neffe und Nichte würden bereitstehen, um zu helfen – und das nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr hindurch. Mit ihnen werden sie auch das Fest verbringen, erklärt das Paar.

Lachend bekennt der ehemalige Vorsitzende der Frisia Husum, dem Vorläufer der heutigen Husumer Sportvereinigung, dass er in der Stadt bekannt sei wie ein bunter Hund. Er wäre in vielen Vereinen tätig und lange Zeit auch selbst aktiver Fußballer gewesen. „Da wissen viele, dass es uns großes Vergnügen bereitet, andere Menschen zu erfreuen – vor allem Kinder“, erzählt er. „Und wir empfinden es als Verpflichtung, unseren Garten für sie zu schmücken und sie auf keinen Fall zu enttäuschen. Die kommen mit ihren Eltern oder Großeltern, um die glitzernde Weihnachtswelt zu bewundern.“

Maria Muschinski berichtet von einer Großmutter und ihrem kleinen Enkel. Dieser hätte seiner Oma erklärt, er wisse nun, wo der Weihnachtsmann wohne. „Ach, woher weißt Du das denn?“, habe sie ihn dann gefragt. „Der wohnt in dem Haus am Bahnhof“, habe der Kleine geantwortet. „Ich hab das Haus gesehen. Es sieht toll aus und der Garten ist hell erleuchet. Er muss da wohnen, denn da kann er die Geschenke mit dem Zug transportieren lassen.“

„Aber auch die ,Großen‘ gehen oder fahren ganz langsam an dem geschmückten Grundstück vorbei. Manche Autofahrer wenden sogar, um alles noch einmal in Ruhe ansehen zu können“, erzählt das Ehepaar. Die beiden freuen sich über die vielen positiven Kommentare und Komplimente, die sie von Freunden und Bekannten über das ganze Jahr hinweg bekommen. Diese seien immer verbunden mit der Bitte, die vorweihnachtliche Tradition des geschmückten Gartens fortzuführen, sagt Lothar Muschinski. „So wird es dann auch im nächsten Jahr weitergehen“, kündigen sie an. Und Lothar Muschinski ergänzt sogleich: „Ich habe für das kommende Fest auch schon wieder eine neue Idee . . .“


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