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Friesen-Empfang nach der BiiKe : Eine Willkommenskultur entwickeln

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim Biike-Empfang des Friesenrates machte Kulturministerin Anke Spoorendonk Hoffnung auf den Unesco-Kulturerbe-Status für das Biikebrennen. „Wir Friesen sollten eine Willkommenskultur entwickeln“, betonte Friesenrats-Vorsitzende Ilse Johanna Christiansen.

„Ich halte die Anerkennung des Biike-Brennens durch die Unesco als immaterielles Welt-Kulturerbe für einen wichtigen Schritt, und ich bin zuversichtlich, dass der Antrag positiv beschieden wird.“ Das erklärte die Kulturministerin des Landes Schleswig-Holstein, Anke Spoorendonk, gestern beim Biike-Empfang des Friesenrates Sektion Nord in der Koogshalle in den Reußenkögen. „Dafür sage ich Ihnen meine Hilfe zu, wo immer es möglich ist“, betonte die Ministerin und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass irgendwann einmal in allen drei Frieslanden an der Nordseeküste Biike-Feuer brennen werden.

Dass der traditionelle nordfriesische Brauch immaterielles Kulturerbe der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, werden soll, hat der Friesenrat beantragt. Da jedes Bundesland nur zwei Vorschläge an das Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission weiterleiten darf, in Kiel aber fünf vorliegen, wird nun mit Spannung auf das Jury-Votum im April gewartet. Ende 2014 entscheidet das Unesco-Komitee, welche kulturellen Traditionen aus den 16 Ländern ins bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Eingang finden.

Vor diesem Hintergrund wurden beim Biike-Empfang gestern denn auch die positiven Signale von Ministerin Anke Spoorendonk aufgenommen. Und: „Ich unterstütze den Antrag“, erklärte auch Landtagspräsident Klaus Schlie. Das Friesentum müsse nicht nur bewahrt werden, es müsse weiter nach vorn gehen. Es gehöre zum unverzichtbaren kulturellen Reichtum des Landes, so Landtagspräsident Klaus Schlie. „Wir alle haben viel vom Erhalt der Sprache, sie macht Schleswig-Holstein unverwechselbar“.

In ihrem Grußwort betonte die Europaabgeordnete Ulrike Rodust, das Biikebrennen verbinde Generationen und stärke den Zusammenhalt. Die Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Renate Schnack, forderte dazu auf, die friesische kulturelle Eigenständigkeit weiter zu fördern.

Zuvor hatte sich die Friesenrats-Vorsitzende Ilse Johanna Christiansen darüber gefreut, dass rund 170 Gäste der Einladung des Frasche Rädj gefolgt waren. „Wir hatten noch nie einen Biike-Empfang so weit in der Marsch“, erklärte sie und kündigte gleich den nächsten Empfang für das kommende Jahr in Tönning an. Seit 2004 finden diese Veranstaltungen des Friesenrates alljährlich statt.

Ilse Johanna Christiansen erinnerte daran, dass die Biike-Feuer am Festland erstmals 1972 auf dem Stollberg reaktiviert wurden. Immer mehr Touristen nutzten das Biikebrennen am 21. Februar zu einem Kurzbesuch in Nordfriesland. „Wir Friesen sollten eine Willkommenskultur entwickeln und Werbung für das Friesische machen“, wünschte sie sich.

Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus unterstrich die Solidarität und Identität stiftende Bedeutung der Biike-Reden. Sorge hingegen bereite ihm das angekündigte Finanzausgleichsgesetz (FAG) bei dem der Kreis Nordfriesland sehr schlecht abschneide. Dadurch sieht Kreispräsident Heinz Maurus die Handlungsfähigkeit des Kreises bedroht.

Dirk Albrecht, Bürgermeister der Gemeinde Reußenköge, machte seine Bedenken bezüglich des neuen Denkmalschutz-Gesetzes deutlich.

Schleswig-Holsteins Bauernverbands-Präsident Werner Schwarz bezeichnete seinen Vortrag als „Protestrede“. Er habe viel Bauchschmerzen bei den neuen EU-Verordnungen, so der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. „Bei aller Tradition dürfen wir das Heute nicht vergessen“, mahnte er. Region und Dorf hätten das kulturelle Erbe von Generation zu Generation weitergegeben. Auch der Gesetzgeber müsse sich bei allen Vorgaben „an die Benimmregeln halten“.

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erstellt am 24.Feb.2014 | 15:00 Uhr

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