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Kaimauer-Sanierung im Husumer Hafen : Eine Wand für die nächsten Jahrzehnte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die alten Kiefernpfähle haben ausgedient: Mit modernsten Materialien wird die Kaimauer am LKN-Bauhof im Hafen saniert. Im Dezember soll alles fertig sein, dann können die Schiffe an ihren Liegeplatz zurückkehren.

Fast 80 Jahre lang hat die Uferwand am Bauhof des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) den zum Teil unberechenbaren Gewalten der Nordsee standgehalten. „Doch seitdem Risse in der Betonwand festgestellt wurden und teilweise schon Beton abbröckelte, war klar, dass hier schnellstens gehandelt werden muss“, sagt Holger Bobke, Ingenieur beim LKN. Inzwischen sind die Arbeiten für die neue Kaimauer gut vorangekommen. Doch zunächst mussten Spezialfirmen in den vergangenen Monaten das alte Gewerk abbauen. „Fast 1600 Kubikmeter Beton und 550 Kiefernpfähle mussten zum Recycling auf die Deponie transportiert werden“, berichtet Bobke weiter.

Besonders die Pfähle aus dem Hafenboden zu ziehen wäre eine sehr aufwändige Prozedur gewesen. „Wir haben die mittlerweile abgebaute Kaimauer auch ,Schwergewichtswand‘ genannt“, so Bobke schmunzelnd. „Die Schutzmauer ruhte auf Kiefernpfählen, die wiederum von einem Betonkörper eingekleidet wurde.“ Bei der neuen Spundwand würden jedoch keine Holzpfähle mehr zum Einsatz kommen. Widerstandsfähigere Materialien als auch eine andere Verankerung sollen das Bauwerk nun über die nächsten Jahrzehnte stabil halten.

Für die Verankerung des fast 200 Meter langen Küstenstreifens werden alle drei Meter sogenannte Mikropfähle eingesetzt. Zuerst werden Stahlrohre 25 Meter tief in den Boden getrieben. Dort hinein kommen die neuartigen Pfähle, und der Zwischenraum wird dann mit Zement verpresst. Die Uferwand besteht aus aneinandergereihten, tonnenschweren Stahlelementen, die mit den Mikropfählen verbunden sind. „So ein Element ist 1,50 Meter breit und 16 Meter lang“, berichtet Bobke weiter. „Die Elemente werden 13 Meter tief in den Hafenboden eingeschlagen, so dass nur noch drei Meter herausragen.“

Wenn alles klappt, soll das 1,7 Millionen teure Projekt im Dezember fertiggestellt sein. Die Kosten übernimmt das Land Schleswig-Holstein, das auch Dienstherr des LKN ist. Sind dann auch das 80 Jahre alte Natursteinpflaster verlegt und Reibepfähle und Poller an der neuen Kaimauer installiert, können die betriebseigenen Schiffe des LKN endlich wieder an ihren angestammten Plätzen anlegen und festmachen.


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