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Essen für Bedürftige : Eine Tafel zu Ehren der Tafel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Einrichtung zur Speisung von Bedürftigen begeht ihr zehnjähriges Bestehen – und wirbt um Hilfe. Ohne Spenden geht gar nichts, und auch zusätzliche ehrenamtliche Helfer wären willkommen.

Seit zehn Jahren besteht die Husumer Tafel, die vom Ortsverein Husum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gemeinsam mit dem Diakonischen Werk betrieben wird. Und aus diesem Grund wird heute (Freitag, 10. Oktober) auf dem Marktplatz von 11.30 bis 14 Uhr auch eine lange Tafel aufgebaut, gespickt mit verschiedenen Leckereien, zubereitet von Mitgliedern des Köchevereins Westküste.

Dieter Pelties, Geschäftsbereichsleiter beim Diakonischen Werk Husum, möchte das aber nicht als Feier verstanden wissen: „Wenn es den Menschen gut ginge, bräuchten wir diese Einrichtungen nicht“, so sein Argument.

In Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss, und dennoch herrscht bei vielen Menschen Mangel. Die Tafeln bemühen sich um Ausgleich: Sie sammeln überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und geben sie an Bedürftige weiter. Im Grunde genommen sei die Notwendigkeit der Tafeln ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, so Pelties. Bürgermeister Uwe Schmitz, der für die Veranstaltung die Schirmherrschaft übernimmt, legt jedoch großen Wert darauf, die Arbeit der Tafel zu würdigen: „In den vergangenen zehn Jahren ist sehr viel erreicht worden.“ Da dürften sich die gut 30 ehrenamtlichen Helfer schon mal feiern lassen. Und dies gelte auch für all die Menschen, die durch Sach- und Geldspenden die Arbeit unterstützt haben.

Der Anstoß für die Einrichtung kam von der Tafel aus Heide, erzählt Hilde Zeugner. Sie ist im AWO-Vorstand für die Husumer Tafel zuständig. „Unsere Tafel haben wir 2004 als 400. in Deutschland eröffnet.“ Schnell hätte sich die Husumer Tafel dem Tafel-Bundesverband angeschlossen.

In der Storm-Stadt hätten etwa 600 Bürgerinnen und Bürger den Tafelausweis und könnten von dem Angebot profitieren. Gut ein Drittel davon seien Kinder, aber auch die Teilnehmerzahl von Menschen aus Kriegsländern wie Syrien oder Irak würde zunehmen, so Hilde Zeugner. Der herrschende Überfluss an Lebensmitteln macht ihr Sorgen: „Wenn ich daran denke, dass in Deutschland tonnenweise Lebensmittel vernichtet werden, dann ärgere ich mich sehr.“ Sie appelliere an die Industrie, diese Praxis zu überdenken.

„Seit zehn Jahren werden wir von Sponsoren und Verbrauchermärkten mit Lebensmitteln versorgt“, so Pelties. Ohne diese Hilfe wäre die Arbeit kaum durchzuführen. „Daher gilt mein besonderer Dank allen Sponsoren und Unterstützern.“ Doch Pelties und Zeugner haben auch Sorgen: „Der Altersdurchnitt bei den ehrenamtlichen Helfern ist hoch“, sagt Hilde Zeugner. Daher suche man neue und jüngere Ehrenamtler. Aber auch an Fahrzeugen und Kühlwagen seien die Jahre nicht spurlos vorübergegangen. „Wir müssen uns allmählich über Neuanschaffungen Gedanken machen“, so Pelties. Leider habe die Spendenbereitschaft leicht abgenommen. „Wir sind aber für jeden Cent dankbar und hoffen, dass wir auch weiterhin von Bürgern und Unternehmen unterstützt werden. “

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich schon morgen. „Wir stehen von 9 bis 14 Uhr sowohl bei Lidl in der Ostenfelder Straße als auch im Dreimühlen-Center bei Aldi und Edeka und nehmen gerne haltbare Lebensmittel entgegen“, kündigt Zeugner an. Ein weiterer Standort sei das Einkaufszentrum Sky XXL (Ex-Plaza).


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erstellt am 10.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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