zur Navigation springen

Kein grosser Stress : Eine Sturmnacht wie eine Übung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine nur provisorisch befestigte Telefonleitung in Seeth wurde „Opfer“ von „Xaver“. Sie peitschte über die Straße und gefährdete Menschen, die Feuerwehr musste ausrücken. Der Amtswehrführer sieht in der Sturmnacht eine Übung im Ernstfall.

von
erstellt am 07.Dez.2013 | 21:00 Uhr

Jetzt reicht es dem Seether Bürgermeister Peter-Wilhelm Dirks. Seine Gemeinde scheint von der Telekom tatsächlich vergessen worden zu sein, beziehungsweise nicht auf den bei dem Telekommunikationsunternehmen gebräuchlichen Karten eingetragen zu sein. „Uns scheint es gar nicht zu geben“, wettert Dirks und beklagt sich darüber, dass eine Telefonleitung, die eigentlich an Masten in der Straße Ob de Geest entlanglaufen soll, seit dem Orkan Christian (28. Oktober), teilweise auf dem Boden liegt.

„Nun kam auch noch der Orkan Xaver. Unsere Freiwillige Feuerwehr musste losgeschickt werden, um die Leitung zumindest provisorisch zu befestigen. Sie peitschte über eine öffentliche Straße und hätte Menschen verletzen und Unfälle verursachen können. So geht das doch nicht“, beschwert sich der Bürgermeister.“

Michael Laprath, der mit seinem technischen Equipment am Ende der defekten Telefonleitung hängt (wir berichteten), hat mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, dass aus dem Provisorium wieder eine richtige ordentliche Telefonleitung wird. Er sorgt sich, dass die provisorisch mit Isolierband geflickte Leitung jederzeit zusammenbrechen kann. Das wäre für sein Unternehmen fatal, denn er betreibt ein Computerunternehmen.

Der Seether Gemeinde-Chef hält das alles für einen untragbaren Zustand und ist sauer, das seine Feuerwehr einen Einsatz bei Orkan fahren musste, „nur weil die Telekom nicht in der Lage ist, nach vier Wochen ihre eigene Leitung vernünftig zu sichern.“ Dabei hatte die zentrale Pressestelle des Unternehmens in Bonn unserer Zeitung auf Anfrage mitgeteilt: „Nach Rücksprache mit unserem technischen Service wurde in der Straße Op de Geest durch den Orkan Christian die Oberleitung beschädigt. Diese wurde provisorisch in Stand gesetzt. Zudem wurden durch Ersatzschaltungen die betroffenen Leitungen wieder hergestellt. Die Oberleitung wird in den kommenden Tagen endgültig repariert.“

Die Telefonleitung in Seeth war aber nur ein Einsatzort für die Feuerwehren im Bereich des Amtes Nordsee-Treene. Im großen ganzen aber, so Amtswehrführer Tim Petersen aus Seeth, sei die Sturmnacht relativ ruhig verlaufen, lediglich im Bereich Nordstrand (Bericht an anderer Stelle) war die Anspannung sehr groß. „Natürlich gab es den einen oder anderen umgestürzten Baum, doch sei die Zahl der Einsätze mit denen während des Orkans Christian nicht zu vergleichen.“ Bewährt hat sich nach seinen Worten auch die extra eingerichtete Amtsleitstelle in Friedrichstadt. Von dort aus wurden die Feuerwehren in Koldenbüttel, Friedrichstadt, Seeth und Drage gemeinsam geführt. Allerdings, sagt Petersen, sei bereits gegen 18.30 Uhr die so genannte Bereitschaft von der Leitstelle aufgehoben worden. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten die Aktiven in den Gerätehäusern auf Abruf bereitgestanden. Obwohl es Ernsteinsätze gewesen seien, habe die Sturmnacht dennoch eher den Charakter einer Übung gehabt – und die sei sehr gut verlaufen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen