zur Navigation springen

Aufbruchstimmung in Friedrichstadt : Eine Stadt setzt auf die Wissenschaft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadt und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft NF beantragen Mittel aus einem Bundes-Programm. Es könnten so 500.000 Euro in den Kampf gegen den Leerstand fließen.

von
erstellt am 01.Mär.2015 | 12:00 Uhr

Angefangen hat es mit immer neuen Anfragen zum Leerstand in der Friedrichstädter Innenstadt und einem Workshop zu diesem Thema. Mittlerweile ist daraus fast schon eine Bewegung geworden, die das Projekt „Leerstand“ in dem kleinen Holländerstädtchen angeht. Auch Landrat Dieter Harrsen erkannte das Problem nach Gesprächen mit dem Bürgermeister und versprach Hilfe. Schließlich rückte diese in Form der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland (WFGNF) an. Regionalmanager Tilmann Meyer und Kurator Michael Schäfer wurden eingestellt, um gemeinsam mit den Bürgern Lösungen und neue Nutzungen zu finden. Doch allein auf die Neuvermietung leerstehender Geschäfte beschränkt sich deren Arbeit nicht, das Betätigungsfeld von Schäfer und Meyer ist viel weiter gefasst. Ein Workshop brachte es an den Tag. In der Stadt selbst gibt es viel aufzuarbeiten, von einem wirklichen „Wir-Gefühl“ sind die Einwohner noch weit entfernt. Daran arbeiten unter anderem Schäfer und Meyer, sie wollen auch das soziale Miteinander der Bürger und der verschiedenen Gruppen stärken.

Begrenzt sind natürlich die finanziellen Mittel. Daher gab es nun eine Zusammenkunft von Amt Nordsee-Treene, der Eider-Treene-Sorge GmbH, dem Tourismusverein Friedrichstadt und Umgebung, Wir für Friedrichstadt, Netzwerk 2021 und der Stadt. Diese und zusätzlich noch als Forschungspartner den Lehrstuhl für Urban Design an der Hafencity Universität in Hamburg konnte die WFGNF als Partner gewinnen, um beim Projektträger Jülich einen Antrag auf Aufnahme in das Förderprojekt „Kommunen innovativ“ zu stellen. Wenn der Antrag im Sommer womöglich positiv beschieden wird, dann winken wissenschaftliche Unterstützung und finanzielle Mittel, die das Friedrichstädter Projekt bis Ende 2018 sicherstellen dürften. Bis zu 500.000 Euro könnten so in die Stadt fließen.

„Wir liegen mit unserer Arbeit genau im Bereich der Zielvorgaben“, sagt Michael Schäfer und hofft daher auf einen positiven Bescheid. Bürgermeister Eggert Vogt: „Ich hoffe auf eine Zusage, denn wir haben noch einen langen Weg vor uns.“

Mit der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Ziel, die Rolle der Kommunen als Initiatoren, Partner und Adressaten von Forschung, Entwicklung und Innovation für eine nachhaltige, demografie-feste Entwicklung der Regionen in Deutschland zu stärken. Zentral hierbei ist, den räumlichen Auswirkungen des demografischen Wandels mit einer nachhaltigen Regionalentwicklung der Land- und Flächenressourcen zu begegnen. Durch die Kooperation von Kommunen mit Wissenschaft, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen sollen neue Impulse für die Zukunft der Regionen in Deutschland gesetzt werden.

Ein wichtiges Ziel der Nachhaltigkeitsforschung ist die Praxisnähe und Umsetzbarkeit wissenschaftlicher Arbeiten und Ergebnisse. Neue Ideen, innovative Lösungen und Konzepte können nur dann einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten, wenn sie bei den Entscheidungsträgern und Akteuren vor Ort ankommen und dort realisiert werden können. Die Kommunen und ihre Einrichtungen sind daher erste Adressaten und Akteure für diese Forschung. Mit der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ soll nun die Initiative und Beteiligung von Gemeinden und Städten an Forschung und Innovation gestärkt werden. Und genau diese Vorgaben erfüllt die WFGNF mit ihrem Friedrichstadt-Einsatz. Daher, so der Bürgermeister hoffnungsvoll: „Ich setze auf eine positive Entscheidung.“




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen