87.000 Kilometer mit Vorbildcharakter : Eine Stadt radelt für den Klimaschutz

Als Familie legten Tanja, Antje, Jan und Tobias Jungjohann (v.l.) mehr als 2000 Kilometer zurück.
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Als Familie legten Tanja, Antje, Jan und Tobias Jungjohann (v.l.) mehr als 2000 Kilometer zurück.

673 Radfahrer haben sich an der Aktion Husumer Stadtradeln beteiligt. Bundesweit gingen bei der Klimaschutz-Aktion mehr als 300 Kommunen an den Start.

shz.de von
20. Juli 2015, 14:00 Uhr

673 Radfahrer haben sich in diesem Jahr an der Aktion Husumer Stadtradeln beteiligt. Bundesweiten seien bei der Klimaschutz-Aktion nicht weniger als 300 Kommunen an den Start gegangen, berichtete Ordnungsamtsleiter Malte Hansen bei der Abschlussveranstaltung im Rathaus. Allein die Teilnehmer aus der Storm-Stadt seien während der dreiwöchigen Aktion fast 87.000 Kilometer geradelt, so Hansen. Mit diesem Ergebnis stehe Husum auf derselben Stufe wie das ungleich größere Kaiserslautern. Zu den Pedaltretern gehörten auch Bürgervorsteher Peter Empen und Bürgermeister Uwe Schmitz. Gegenüber dem Vorjahr, als Husum erstmals an Start gegangen war, konnte die Teilnehmerzahl noch einmal gesteigert werden. „Das zeigt, wie wichtig den Menschen der Klimaschutz inzwischen geworden ist“, sagte Empen.

Außerdem „macht Radfahren wirklich Spaß“, beteuerte Uwe Schmitz. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass das Fahrrad nicht gleich wieder in die Ecke gestellt wird“, sagte der Verwaltungs-Chef mit hintersinnigem Lächeln. „Schön wäre es, wenn stattdessen das Auto öfter einmal stehen gelassen würde.

Während der Abschlussveranstaltung konnten die Gäste auch Verbesserungsvorschläge machen oder Kritik loswerden. Letztere gab es sowohl an der Innenstadt als auch am Osterende. Das Osterende sei für Radfahrer eine echte Herausforderung, wenn nicht gar Zumutung. Dem musste auch der Ordnungsamtsleiter zustimmen. Überdies wurde der Zustand der Nordhusumer Straße bemängelt. „An dieses Problem müssen und werden wir rangehen“, versprach Hansen und brachte eine Tempo-Reduzierung auf 30 km/h ins Gespräch. Auch die Neustadt steht in der Kritik der Radfahrer. Hier könnte die Lösung in einem Zweirichtungsverkehr bestehen, deutete Hansen an. Ein Modellversuch wäre in diesem Fall durchaus denkbar. „Aber nageln sie mich diesbezüglich bitte nicht fest“, so der Ordnungsamtsleiter.

Den Übergang von der Kleikuhle Richtung Dockkoog kritisieren nicht nur passionierte Radfahrer. Auch Schmitz fand dafür deutliche Worte: „Dieses Thema macht mich ganz zappelig.“ Der derzeitige Zustand sei eine „Sau-teure“ Fehlkonstruktion. Viele Touristen fänden die Unterführung zum Dockkoog erst gar nicht, bestätigten die Bürger. Letzte Option sei dann eine halsbrecherische Überquerung der Straße.

Am Ende der Veranstaltung prämierten Empen und Schmitz die Einzel- und Teamleistungen. Zur zweiten Gruppe gehörte auch Familie Jungjohann. Die vier Familienmitglieder strampelten zusammen nicht weniger als 2000 Kilometer. Allein der zehnjährige Sohn Tobias und Tochter Tanja (13) legten 570 beziehungsweise 540 Kilometer zurück.

Weiter wurden prämiert: das Team mit den meisten Fahrradkilometern: GSN Radfit (31  844 km); das Team mit den meisten Fahrradkilometern je Teilnehmer: Radfahrgemeinschaft „An der Aue“ mit 516 km pro Teilnehmer; der Einzelfahrer mit den meisten Radkilometern: Till Liepert (1092 km), die Schulklasse mit den meisten Radkilometern: Gemeinschaftsschule Husum Nord 6a (5301 km) und das Firmen-Team mit den meisten Radkilometern: Finanzamt Nordfriesland.

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