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Ausstellungen und Vorträge in Bredstedt : Eine Stadt im Wandel der Zeit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege begeistert mit seinen Lichtbildvorträgen und Ausstellungen. Am Sonntag, 17. April, wird im Tondern-Treff eine Ausstellung über „Klein Moskau“ gezeigt.

„Bredstedt einst und heute“ – so hatten Karl-Heinz Dietzschold und Hans-Peter Nissen vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege ihren Lichtbildervortrag betitelt. Auf Einladung von Hans Hansen, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Bredstedt, zeigten sie ihn im Haus des Roten Kreuzes an der Herrmannstraße.

„Wir wollen Häuser- und Stadtbildansichten aus der Vergangenheit und aktuelle zum Vergleich zeigen“, eröffnete Dietzschold den Vortrag. Eindrucksvoll beschaulich zeigten sich Osterstraße und Marktplatzbereich: Große Bäume säumten die breiten, gepflasterten Straßen, und auch der Markt bot eine große Fläche. Kein Wunder, denn kaum ein Auto stand im Gegensatz zu heute dort, kaum eines befuhr die Straße. Auffällig war auch, dass viele Häuser selbst durch später vorgesetzte modernere Fassaden ihren Wiedererkennungswert behalten hatten. Musste ein Gebäude doch im Laufe der Jahrzehnte abgerissen werden, so war es den Architekten gelungen, selbst moderne Bauweisen passgenau zu integrieren.

„Es ist wichtig, dass sich die Architekten mit den Strukturen der Häuser und ihrer Geschichte auseinandersetzen. Und das ist ihnen in der Regel gut gelungen“, urteilte Dietzschold. Das gebe er aber auch als Botschaft für die Zukunft weiter: Alt und Neu können durchaus nebeneinander bestehen. Bestes Beispiel sei das alte Rathaus am Markt. Das ursprüngliche Gebäude habe die Spar- und Leihkasse zu Bredstedt tatsächlich als Rathaus bauen lassen. Nur einen Kassenraum hätte sie beansprucht. Bei dem 1929/30 geschaffenen Anbau habe man darauf geachtet, die alten Strukturen zu bewahren.

Gut gelungen sei seiner Meinung nach auch der heutige Tondern-Treff, der nach dem Abriss des ehemaligen Möbelhauses entstanden ist. Auch die neue Fassade der einstigen Central-Halle am Markt – heute befindet sich dort ein Eiscafé direkt neben dem Markttreiben mit Fleischerei und Bäcker – habe noch den Charme vergangener Tage behalten. Die Halle war eine bekannte Gaststätte mit einem Tanzsaal, der sich in den Räumen des heutigen Markttreibens befand. Auch nebenan, wo nun ein Optiker seinen Sitz hat, sei die Fassade fast originalgetreu erhalten. Zum Glück seien auch viele Häuser in der Stadt vor dem Abriss bewahrt geblieben – so beispielsweise das Bürgerhaus, das früher die Mittelschule beherbergte, das Hauptgebäude des Nordfriisk Instituut oder das Bahnhofsgebäude.

Ein Teilnehmer des Vortrages merkte an, dass er den großen Jahrmarkt von früher auf dem Markt vermisse. Das Treiben hatte sich, so wusste er noch genau, über den ganzen Marktplatz erstreckt und Menschen aus der gesamten Region strömten in Massen nach Bredstedt. In der Norderstraße hatten die Anwohner noch bis in die 1950er Jahre Schankrecht. So mancher gemütliche Treff spielte sich vor den Häusern ab, besonders zu Viehmarkt-Zeiten. An vielen Gebäuden sind noch die Eisenringe zu sehen, an denen das Vieh angebunden werden konnte. Für alle Interessierten wies Dietzschold auf weitere Vorträge und Ausstellungen (zum verkaufsoffenen Sonntag, 17. April, wird im Tondern-Treff, Osterstraße 28, eine Ausstellung über den Stadtteil „Klein Moskau“ gezeigt.) sowie die Öffnungszeiten des Vereins hin. Jeweils dienstags und donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr treffen sich die Mitglieder im Bürgerhaus. Weitere Informationen auf der Website des Vereins: www.geschichtsverein-bredstedt.de

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