Serie Mein Schreibtisch & Ich : Eine Powerfrau mit Herz für Kinder

Kerstin Heuer-Lehnert
Kerstin Heuer-Lehnert

Kerstin Heuer-Lehnert ist Schulsekretärin in Viöl und hat auf ihrem Schreibtisch alles, was man zum Überleben im hektischen Schulalltag braucht.

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11. November 2018, 12:28 Uhr

Wenn Schreibtische erzählen könnten: Sie schultern Akten, balancieren Familienfotos oder ertragen Schläge, wenn ihre Besitzer sich ärgern. In unserer Serie beschreiben Nordfriesen ihr Verhältnis zu dem Möbel.

Kerstin Heuer-Lehnert ist Schulsekretärin in Viöl und der Schreibtisch in ihrem lichtdurchfluteten Büro so etwas wie die Kommandozentrale einer äußerst quirligen Welt. Wenn sie morgens um 7 Uhr anfängt, klingelt zuerst pausenlos das Telefon: „Meist sind es Eltern, die ihre Kinder krank melden. Das soll bis Schulbeginn erledigt sein, damit ich die Lehrer informieren kann“, erklärt sie diesen Ansturm und verrät, dass sie auch nach 16 Jahren immer noch jeden Tag hochmotiviert mit dem Rad zur Arbeit kommt.

Die Kollegen beschreiben sie als „hilfsbereit, zuverlässig, emphatisch, mega-gut organisiert und ideenreich“ – um nur einige Charakterzüge zu nennen. Beeindruckend finden sie auch, wie ungerührt die Schulsekretärin das Telefon klingeln lassen kann, wenn sie im Gespräch mit jemandem ist, wie sehr sie sich auf ihr Gegenüber konzentriert und dass sie alle Eltern und Schüler namentlich kennt.

Der Papierkram hält sich bei ihr in Grenzen, da inzwischen vieles online erledigt werden kann. Planen kann sie ihren Arbeitstag nie, jeder ist für eine Überraschung gut. „Man muss nur die richtigen Prioritäten setzen“, sagt Kerstin Heuer-Lehnert, die vor einem Bildschirm-Duo sitzt und neben sich stets Cappuccino, Erfrischungsgetränke, Obst- und Gemüsesnacks stehen hat. Immer in Griffnähe: ein Schokoriegel. „Nervennahrung ist wichtig, Trostpflaster aber auch“, sagt sie und zeigt auf das große Bonbonglas auf dem Tresen, aus dem sich jeder bei Bedarf bedienen kann. Auch die Kinder, die ihr sehr am Herzen liegen: „Die meisten sind bodenständig, umgänglich, aufmerksam, höflich und respektvoll“, lobt die Schulsekretärin und schließt da auch die Eltern mit ein, die ihren Kindern noch gewisse Werte vermitteln.

Ihre ungewöhnlichsten Schreibtisch-Utensilien sind ein Mikrofon für wichtige Durchsagen und – weil ihr Büro auch die erste Anlaufstelle für kranke und verletzte Kinder ist – Einmalhandschuhe und Hände-Desinfektionsmittel. Und die Tüte mit den abgestempelten Briefmarken, die sie für Bethel sammelt. Vor allem aber die zahllosen bunten Karten mit aufmunternden, hilfreichen, tröstenden und amüsanten Sprüchen, von denen immer einer zum Spruch des Tages erklärt wird. Ein Ritual, das auch bei den Kollegen gut ankommt. Wer ihr eine Freude machen will, bringt ab und zu eine neue Karte mit, die immer einen Ehrenplatz im Blickfeld von Kerstin Heuer-Lehnert bekommt.

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