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Eine Perle mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer

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Hamburger Hallig | "Sie ist eine Perle im Nationalpark", schwärmt Rainer Rehm. Die Hamburger Hallig kennt der gebürtige Hattstedter wie seine Westentasche. Seit

17 Jahren ist er auf dem Eiland Nationalpark-Ranger. "Ich war der erste in Schleswig-Holstein." Schon allein der Blick ist grandios: "Man kann von hier aus fast alle nordfriesischen Inseln und Halligen sehen." Und dank der direkten Anbindung sei dieser Naturgenuss einfach vom Festland aus zu erreichen.

Ihn fasziniert die Tier- und Pflanzenwelt. Denn die Hamburger Hallig wartet mit einigen Superlativen auf. Rechts und links des Wegs sind 1000 Hektar Salzwiesen entstanden. "Vergleichbares gibt es in Schleswig-Holstein nur noch in einem Koog in Dithmarschen. Die Artenvielfalt, die Größe und die Ursprünglichkeit des Gebiets sind einzigartig. Für mich ist es das schönste Salzwiesengebiet Europas", sagt Rehm. Vor allen Dingen seit die Beweidung 1991 um die Hälfte reduziert worden ist, habe sich die Flora entsprechend entwickelt - das dankt beispielsweise der Rotschenkel den Naturschützern. "Wir haben mit 400 Brutpaaren die größte Dichte in ganz Europa." Zwar darf das Vorland nicht betreten werden, doch können sich die Besucher auf einem Lehrpfad über die Salzwiesen informieren.

Auch das Wattenmeer rund um die Hallig ist etwas Besonderes. "Wir haben hier alle drei Arten: Schlick-, Sand- und Mischwatt", erläutert Rehm. "Dank dieser Vielfalt sind hier alle Vogelarten des Wattenmeers heimisch." Es werden Wattführungen mit Nationalpark-Rangern und auch von Privatleuten angeboten.

Auch viele Rastvögel machen auf der Hallig im Herbst und Frühjahr gern Station. Bis zu 30 000 Nonnengänse versammeln sich dann. Eindrucksvoll ist es, wenn die riesigen Schwärme einfliegen. "Die Hallig ist einer der Hotspots im Land."

Damit Naturfreunde dies alles genießen können, gibt es den Zweckverband Hamburger Hallig seit 1990. In ihm sind die Gemeinden des Amtes Mittleres Nordfriesland und die Reußenköge, der Naturschutzbund (Nabu) und der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Mitglied. Vorsteher ist Johannes Volquardsen aus den Reußenkögen. Der Zweckverband unterhält das Amsinckhaus am Deich. Dort gibt es einen Parkplatz, einen Fahrradverleih und einen Wohnmobil stellplatz. Im Amsinckhaus wird über Deichbau, Nationalpark und die Region informiert. Außerdem hat der Zweckverband eine Schranke eingerichtet, um den Autoverkehr zur Hallig zu verringern. Die Durchfahrt ist kostenpflichtig. Er unterhält den Weg zur Hallig und die Badestelle mit Duschen und Parkplatz und unterstützt den Nabu, der auf halbem Weg auf dem Schafberg ein Informationshaus betreibt sowie die Wattwerkstatt.

Bis 1980 war das Eiland bewohnt. Heute ist in dem Gebäude der Hallig-Krog untergebracht. Der Name Hamburger Hallig tauchte erstmals 1781 auf. Bis dahin hieß der Flecken Erde Amsinck-Koog, nach Rudolf und Arnold Amsinck. Die Hamburger Kaufleute hatten im 17. Jahrhundert gehofft, im Koog mit Landwirtschaft Geld zu verdienen. Doch machte ihnen die große Sturmflut von 1632 einen Strich durch die Rechnung. Die Hallig gehörte bis 1760 der Familie, wechselte dann mehrfach den Besitzer bis sie 1878 an den Staat fiel. Heute gehört sie dem Land Schleswig-Holstein. 1932 wurde hier eines der ersten Naturschutzgebiete im Land eingerichtet.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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