Eine Moschee im Gewerbegebiet

Vorbereitung für die Grundsteinlegung: Danish Ahmad, Ghasan Virk und Muzaffar Ahmad (vorn v. li.) mit Imam Hasib Ghaman und weiteren Gemeindemitgliedern.
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Vorbereitung für die Grundsteinlegung: Danish Ahmad, Ghasan Virk und Muzaffar Ahmad (vorn v. li.) mit Imam Hasib Ghaman und weiteren Gemeindemitgliedern.

Die Husumer Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde zieht in die Robert-Koch-Straße – heute ist die Grundsteinlegung

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02. April 2019, 17:03 Uhr

„Liebe für alle – Hass für keinen“: Das ist die Kernbotschaft der islamischen Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ). Sie ist seit 2013 wie die großen Kirchen als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und hat bundesweit 40.000 Mitglieder in 225 Gemeinden. Die Husumer Gemeinde mit 114 Mitgliedern hat bislang ihren Sitz im Treibweg, will aber noch in diesem Jahr in eine Moschee an der Robert-Koch-Straße umziehen. Der Grundstein für das Gebetshaus wird dort heute gelegt. Im Anschluss geht es zu einer Feier ins Nordsee-Congress-Centrum. Dort wird der AMJ-Bundesvorsitzende und Amir, Abdullah Uwe Wagishauser, Ahmadiyya Muslim Jamaat genauer vorstellen. In der Einladung wird angekündigt, dass Bürgermeister Uwe Schmitz ein Grußwort sprechen wird. Weitere Ehrengäste sind Landtagspräsident Klaus Schlie und Friedemann Magaard, Pastor von St. Marien.

Besuch auf der Baustelle: Die Mitglieder haben eine rechteckige Grube ausgehoben. Die Grundsteinlegung verstehen sie als heilige Handlung inklusive Segnung des Gebetshauses, wie der aus Kiel herbeigeeilte Imam Hasib Ghaman erläutert. „Wir sehen die Moschee als Ort des Friedens, der Stille und als Bereicherung für alle Husumer.“ So sei nach der Eröffnung jeder eingeladen, zu kommen und sich über diese Glaubensrichtung zu informieren, die ihren Ursprung in Indien hat.

Ähnlich wie Christen gehen die Gläubigen davon aus, dass eines Tages der Messias wiederkehren werde. Laut ihrer Lehre sei er bereits im Jahr 1889 in Qadian in Indien erschienen und habe die AMJ gegründet. Seit Jahren lädt die Gemeinde am 3. Oktober zum Tag der offenen Tür ein, damit Interessierte Antworten auf ihre Fragen bekommen.

Der Neubau sei aus mehreren Gründen notwendig geworden, so Ghasan Virk, Leiter der Gemeinde, und Danish Ahmad, der für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Für die jetzige Zahl der Gemeindemitglieder sei das Haus zu klein. Es sei nur gemietet gewesen und gehöre mittlerweile neuen Eigentümern. „Wir wollten längst ein eigenes Haus haben“, sagt der Imam.

Erste Pläne seien vor zwei Jahren geschmiedet worden. Finanziert werde das Gebetshaus ausschließlich aus Spenden der Mitglieder, staatliche Zuschüsse gebe es für das Vorhaben nicht. Baurechtlich handelt es sich nach Auskunft der Stadt um eine Versammlungsstätte mit Gebetsräumen für Frauen und Männer plus Büros.

Kürzlich startete die Gemeinde unter dem Motto „Wir sind alle Deutschland“ eine Reihe von Info-Veranstaltungen. Mit Flyern, Infoständen und Vorträgen wollen die Mitglieder offene Fragen beantworten, Missverständnisse ausräumen und auf Sorgen in der Bevölkerung eingehen. Die Gemeinschaft ist in Husum durch ihren traditionellen Neujahrsputz auf dem Marktplatz bekannt und beteiligte sich auch am Frühjahrs-Reinemachen der Stadt. Überregional zählen Baumanpflanzungen „als Zeichen des Friedens“ zu den Aktionen. Zudem engagieren sie sich mit Wohltätigkeitsläufen, Speisung von Obdachlosen und Blutspenden.



Info-Angebote: 13. April in Husum, 26. April in Bredstedt, 13. Mai in Tönning und 22. Juni erneut in Husum. Ein Vortrag unter dem Titel „Wir sind alle Deutschland“ findet am Mittwoch, 26. Juni, ab 18 Uhr am bisherigen Sitz der Gemeinde im Treibweg 6 statt.

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