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Krabbentage : Eine Leistungsschau der Gastronomie

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Krabbentage mit Showkochen und ein Verkaufsoffener Sonntag machten Husum zum Hauptanziehungspunkt an der Westküste.

Für die Fischer ist diese Saison „etwas mau“ angelaufen. „Wir haben wenig gefangen, und die Preise blieben lange auf einem sehr niedrigen Niveau“, sagte Andreas Hinz, Krabbenfischer von Föhr bei den Husumer Krabbentagen. „Aber jedes Jahr ist anders – und Schwankungen sind völlig normal. Und in den letzten Wochen ist der Preis wieder etwas angestiegen.“

Die Großveranstaltung der Werbegemeinschaft Husum mit Verkaufsoffenem Sonntag war besonders am Sonnabend (17. Oktober) von grauem Wetter und Regenschauern überschattet. Trotzdem fand sich ein großes Publikum, das interessiert den Ausführungen der Köche folgte, die auf der großen Bühne am Hafen viele unterschiedliche Gerichte rund um die kleine Nordseegarnele zubereiteten. „Es ist eine Wirtschaftsschau der regionalen Gastronomie“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Horst Bauer und Uwe Möser, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Flensburg, hob in seiner Ansprache noch einmal die Bedeutung der Urlaubsbranche für die Region hervor: „Mit rund 104 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2010 sorgt der Tourismus für Arbeitsplätze und Wohlstand. Die ersten Krabbenfischer siedelten sich 1914 an – zwei der Familien sind noch immer aktiv.“ Mit einem „Krabbenschluck“ wurden dann die Krabbentage 2015 offiziell eröffnet.

Anschließend bereiteten Horst Bauer und Uwe Möser gemeinsam mit Erik Brack vom Krog auf der Hamburger Hallig Nordseekrabben-Empanadas mit Avocado-Dip zu. „Empanadas sind kleine Teigtaschen, die man im Mittelalter als Wegzehrung mitnahm, wenn man auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela pilgerte“, erklärte Brack. Das Publikum durfte die kulinarische Kreation selbstverständlich probieren. „Sehr lecker“, nickte Johanna Bauer aus Husum und das Kieler Ehepaar Sabine und Klaus Brandt bestätigte: „Es hat toll geschmeckt.“ Sie waren zwar schon häufiger in Husum gewesen, aber zum ersten Mal zu den Krabbentagen in die Storm-Stadt gekommen. „Es gefällt uns sehr gut.“

Nachmittags gehörte die Bühne den Auszubildenden. Insgesamt zwölf Bewerber hatten ihr Rezept eingereicht, vier hatten sich für die nächste Runde qualifiziert und durften nun vor zahlreichen Besuchern der Krabbentage kochen. „Das Ergebnis war haarscharf“, sagte Thomas Friess, Vorsitzender des Vereins der Köche der Westküste, konnte dann aber Jane Prochnow zum Sieg gratulieren. Sie macht eine Ausbildung zur Köchin im Hotel Dravendahl in Breklum, ist im dritten Lehrjahr und hat Bandnudeln mit Karotten- und Pastinaken-Streifen sowie Krabbenfleisch zubereitet. Damit setzte sie sich gegen Felix Thomsen und seine Krabbenroulade, Michael Stüben und seinen Krabbenburger sowie Nathalie Wagner mit ihrem Corndon bleu von der Scholle mit Nordseekrabben durch. Als hilfreiche Hand stand ihnen Achmed Soufi-Peter aus Tönning zur Seite. Der siebzehnjährige Koch-Lehrling liebt die Arbeit mit Lebensmitteln. „Mein Vater ist Koch und meine Mutter kommt aus der Gastronomie“, sagt er. „Und ich hab immer schon gerne gekocht.“

Der Sonntag (18. Oktober) startete mit dem Verkauf von Krabben-Curry-Frikadellen, der Erlös von 413,20 Euro kommt der Jugendgruppe des Vereins der Köche der Westküste zugute. Nachmittags fand die 3. Krabbenpul-Meisterschaft statt, bei der Wiebke Gimini mit 180 Gramm Krabbenfleisch den ersten Platz verdient gewann. Auf dem zweiten und dritten Platz folgten Murat Munkdöken mit 140 Gramm und Ilona Lüddens mit 135 Gramm. Außerdem sorgte „Bauer sucht Koch“ mit Biobauer Heinrich Thees aus Mildstedt für Unterhaltung, der beim Showkochen mit Erik Brack und Krokusblütenkönigin Katja Ingwersen einen Nippon-Krabbenburger mit Wasabicreme kreierte.

„Wir hatten tolle Krabbentage“, zog Jörg Gaidys abschließend für die Werbegemeinschaft Bilanz. „Es war ein tolles Fest. Das Wetter war am Sonntag deutlich besser, der Shuttle-Service ist richtig gut angenommen worden, und es herrschte eine tolle Stimmung.“ Damit ging die letzte Open-Air-Veranstaltung in diesem Jahr zu Ende.

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