zur Navigation springen

Ziele der Nordstrander Bürgerwerkstatt : Eine lebenswerte Halbinsel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt möchten Nordstrand auch für nachfolgende Generationen als attraktiven Wohnort erhalten. Ziele sind eine Schwimmbad-Sanierung, ein Deichkino und Open-Air Konzerte.

Kann man eine Insel umarmen? Wenn es nach Axel Bertram geht, lautet die Antwort „Ja“. Der Inhaber vom Womo-Land Nordstrand ist ein Teilnehmer der Bürgerwerkstatt – ein Forum, dass die Halbinsel nach vorne bringen und noch lebenswerter machen möchte, auch für nachfolgende Generationen. Gemeinsam mit der Gemeindevertretung hatten sich Einwohner in Arbeitsgruppen zusammengetan, um ihrer Kreativität zu verschiedenen Themen freien Lauf zu lassen.

Eine Zusammenfassung der äußerst ideenreichen Bürgerwerkstatt, die etwa ein halbes Jahr regelmäßige Treffen beinhaltete, stellte Elke Kirchner aus Husum Bürgern im Gasthof Kiefhuck vor. Ein Schwerpunkt wurde auf die wirtschaftliche Entwicklung gelegt. Eine Marketing-Idee dazu ist die „Inselumarmung“. Axel Bertram stellte den Anwesenden seine Vision vor und begeisterte damit. Anhand einer Menschenkette, die sich an den Händen hält, soll Nordstrand bildlich umarmt werden. Für die Aktion seien etwa 16.000 Leute gefragt – eine Anzahl, die der Nordstrander für möglich hält. Allerdings könnten die Menschen auch Bänder zwischen sich halten, dann wäre nur die Hälfte nötig. Seiner Vorstellung nach sollte die Aktion von oben aus der Luft fotografiert werden, die notwendigen Kontakte – Pilot, Fotograf – hat er, wie er sagte. Sein Ziel zur Umsetzung: die Sommersaison 2017.

Weitere Ideen: Die Attraktivität des Schwimmbades stärken, ein Deichkino ins Leben rufen, Open-Air Konzerte in Fuhlehörn anbieten und ein Nationalparkcamp eröffnen. Dazu ist angedacht, in der Trendermarsch Holzhäuser zu installieren, um Jugendlichen innerhalb des Camps die Natur näher zu bringen. Bereits vor Jahren sei das bereits Thema gewesen, so Bürgermeister Werner-Peter Paulsen. Allerdings sei dann vom Nabu ein Riegel davor geschoben worden. „Dranbleiben“, lautete dennoch die Devise im Rahmen der Bürgerwerkstatt.

„Frischer Wind für Pferd und Wagen“, hieß es für die Hallig Südfall. Da das Eiland in der Schutzzone I des Nationalparks Wattenmeer liegt, keine leichte Aufgabe, die sich die Arbeitsgruppe vorgenommen hat. Die Anschaffung eines Bürgerbusses war ein Thema der AG Infrastruktur. Das allerdings nur in Absprache mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und in keinerlei Konkurrenz zu Taxen und anderen Busunternehmen, so der Tenor. Eine Mehrzweckhalle oder Bürgerhaus war auch eine Idee, wobei die Umnutzung von bestehenden Gebäuden geprüft werden könnte. Die Versorgung mit Breitband, neue Radwege sowie die Anbindung an Arztpraxen waren auch Thema in der AG.

Zum Schwerpunkt Soziale Lebensqualität ist ein Konzept mit Blick auf Schule und Kindergarten bereits in Arbeit. Dieses wird unter anderem die Nachmittagsbetreuung inklusive Mittagessen sowie die Betreuung in den Sommerferien beinhalten. Wohnformen, Ehrenamt, Vereine und das Angebot für alle Altersgruppen wurden ebenfalls mit aufgegriffen.

Zum Thema „Kultur“: Der Heimatverein erklärte sich bereit, ein Konzept innerhalb einer neuen Kultur-Wanderstrecke zu entwickeln. Stationen sollen zum Beispiel das Schleusenhaus, der Gedenkstein am Norderhafen sowie die drei Kirchen sein. Eine weitere Idee nach dem Motto „Bei uns sitzen sie richtig“: Alte Stühle farbig anmalen und in der Landschaft zum Verweilen verteilen sowie Kunst- und Kulturtage auf die Beine stellen. Ein anderes Augenmerk galt dem Tourismus, wobei die Ideen vom Inselhopping, Öffnungszeiten der Geschäfte, Kutschfahrten über die Insel bis hin zu mehr Bänken an den Deichen sowie die gezieltere Vermarktung der Marke Nordstrand reichten. „Kein Thema und keine Idee ist untergegangen“, so Elke Kirchner, die sich genau wie der Bürgermeister über dieKreativität der Einwohner freute. Einige Dinge sind bereits auf den Weg gebracht, andere werden geprüft oder verworfen aus unterschiedlichsten Gründen. Teilweise hat Nordstrand darüber nicht zu entscheiden, denn der Kreis, das Land oder der Bund reden ein Wörtchen mit, wie beispielsweise bei den Radwegen. Die kreativen Köpfe werden auf jeden Fall weiter am Ball bleiben, um ihre Heimat für die Einheimischen und Urlaubsgäste attraktiv zu gestalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen