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Hans-Momsen-Preis für Karl Ernst Laage : Eine längst überfällige Auszeichnung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er hat sich um die Erforschung von Leben und Werk des Dichters Theodor Storm außerordentlich verdient gemacht: Dafür verlieh der Kreis Nordfriesland Prof. Karl Ernst Laage (95) aus Husum den Hans-Momsen-Preis.

Prof. Dr. Karl Ernst Laage ist der diesjährige Hans-Momsen-Preisträger. In einer Feierstunde im Rittersaal des Schlosses vor Husum überreichte Kreispräsident Heinz Maurus zusammen mit Landrat Dieter Harrsen dem 95-jährigen Husumer am Sonntag, 1. November, die hohe Auszeichnung.

In seiner jüngsten Sitzung habe sich der Kulturausschuss des Kreises Nordfriesland für Laage entschieden, berichtete der Landrat in seiner Begrüßungsrede. Auch Gutachter seien dabei während der Sitzung zu Wort gekommen. Gleichzeitig kündigte Harrsen die Uraufführung der Kreishymne zum Abschluss der Preisverleihung an.

Für Kreispräsident Heinz Maurus war es eine Entscheidung, die längst überfällig gewesen sei. „Wer hätte es mehr verdient, die Silhouette von Theodor Storm auf einem Ring mit sich zu tragen, als Prof. Dr. Karl Ernst Lage.“ Mit dieser Auszeichnung würdige der Kreis Nordfriesland die außergewöhnlichen Verdienste, die sich Laage um die Erforschung von Leben und Werk Theodor Storms erworben habe, so Maurus in seiner Laudatio. Schon als Kind sei er – wenn auch unbewusst – mit Husums berühmtester Person konfrontiert worden. „So tobte der kleine Karl Ernst um das Grab Storms, ohne sich dessen bewusst zu sein.“

Eigentlich wollte der Momsen-Preisträger Architekt werden, doch der Zweite Weltkrieg habe alle Pläne über den Haufen geworfen, wie Maurus weiter ausführte. In russischer Gefangenschaft, wo er für den Aufbau und die Restaurierung alter und beschädigter Häuser eingesetzt worden sei, habe er ein Buch des russischen Schriftstellers Iwan Turgenjew überreicht bekommen. Es sollte Laages Lebensziele komplett verändern. „Heute gilt er als einer der renommiertesten Kenner des Dichters Theodor Storm“, so Maurus. 1966 habe er die ehrenamtliche Leitung der Theodor-Storm-Gesellschaft übernommen – „und entwickelte sie zu einer der größten deutschen Literaturgesellschaften“.

Außerdem habe sich Husums Ehrenbürger unter anderem für den Ankauf und die teilweise originalgetreue Herrichtung des Theodor-Storm-Hauses durch die Stadt eingesetzt. „Auch die Gründung des Literaturmuseums haben wir seinem Engagement zu verdanken“, stellte der Kreispräsident klar. Gemeinsam mit dem von ihm aufgebauten Archiv im Nebengebäude bilde es das Theodor-Storm-Zentrum. Zusammen mit dem Buddenbrook-Museum in Lübeck gehöre es zu den beeindruckendsten Literaturmuseen in Norddeutschland.

Doch auch als Literaturprofessor habe er sich weltweit einen Namen gemacht. „Prof. Dr. Karl Ernst Laage ist zudem Autor vieler wissenschaftlicher Publikationen über Theodor-Storm“, berichtete Maurus. Dabei erinnerte er an die herausragende vierbändige „Jahrhundertausgabe“ der „Sämtlichen Werke Storms“, die er 1988 zusammen mit Dieter Lohmeier im Deutschen Klassiker-Verlag veröffentlichte. Zugleich habe Laage auf den Spuren Storms die Landschaft Nordfrieslands wie kaum ein anderer kulturell erschlossen und geprägt – so zum Beispiel durch zahlreiche Vorträge, Exkursionen und viele bekannte Publikationen.

Unter stehenden Ovationen des Publikums nahm der diesjährige Preisträger die aufwändig hergerichtete Urkundenmappe sowie den Ehrenring in Empfang. Der Ring ist mit den Handgravuren „Hans Momsen 2015“ und „Karl Ernst Laage“ verziert. Außerdem erscheint auf der 750er-Goldfläche der Schattenriss Theodor Storms in schwarzem Onyx, umrandet von einer silbernen Schiene. Laage bedankte sich für die große Hilfe und Unterstützung der Stadt Husum beim Aufbau der Stormgesellschaft. „Es ist mir eine besondere Ehre, diesen Preis in Empfang nehmen zu können.“ In Gedanken sei er aber auch bei seiner Frau, die alle seine Texte mit ihrer Schreibmaschine erstellt habe. Schließlich hielt er noch einen Vortrag über seine wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Schimmelreiter und Hans Momsen“.

Für die zahlreichen Gäste gab es am Ende noch die vom Landrat eingangs angekündigte Überraschung: eine vom Kreistag beschlossene Hymne, die zur Verleihung des Momsen-Preises uraufgeführt werden sollte. So heißt es in der ersten Strophe, die dem Publikum in Friesisch und Plattdeutsch vorlag: „Gold sehn wi avends an’t Himmelstelt, Goldsehe wi ok op dat Feld. Un Goldhoor hett mien leve Annemaleen. Veel Gold is in Freesland to sehn.“

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