Pellworm : Eine Insel rüstet sich für die Zukunft

Haben sich viel vorgenommen: Die Pellwormer Kurdirektorin Sarah Michna und Bürgermeister Dr. Norbert Nieszery (SPD) .
Haben sich viel vorgenommen: Die Pellwormer Kurdirektorin Sarah Michna und Bürgermeister Dr. Norbert Nieszery (SPD) .

Mehr Übernachtungen, mehr Unterkünfte sowie die Vermarktung eigener Produkte vor Ort – das sind nur einige Ziele der Gemeinde Pellworm.

shz.de von
05. August 2018, 16:00 Uhr

Das anhaltende Tourismus-Hoch in Schleswig-Holstein sorgt allerorts für Rekordzahlen. Dies gilt auch für die Insel Pellworm, die, so freut sich Kurdirektorin Sarah Michna, zurzeit nahezu dicht, sprich ausgebucht ist.

„Die Gäste, die uns kennen, freuen sich wieder an der Ruhe und Weite, die Pellworm selbst unter ‚Vollbelegung‘ bietet. Und Besucher, die das erste Mal hier sind, merken sehr schnell, dass man zwar eine Menge machen kann – aber nichts machen muss“, beschreibt sie die gelassene Stimmung auf dem rund 38 Quadratkilometer großen Eiland.

Ebenso wie für die Erstbesucher ist es für Sarah Michna, die am 1. März ihre Stelle antrat (wir berichteten), der erste Sommer auf „der Insel mitten im Watt“. „Mit geht es genauso wie den Gästen. Ich bin überwältigt, wie schön es hier ist“, sagt sie. Viel Zeit zum Genießen bleibt der gebürtigen Allgäuerin allerdings nicht. Denn als Kurdirektorin steht sie nicht nur den Ressorts Tourismus, Hafen und Bauhof mit insgesamt rund 25 Mitarbeitern in fünf Betrieben vor, von denen sie schwärmt: „Es ist toll, Teil dieses Teams zu sein.“ Stark eingebunden ist Michna zudem in die Weiterentwicklung der Insel als attraktives Reiseziel. „Zurzeit verfügen wir über 1.850 Betten in 202 Unterkünften. Im Jahr 2017 wurden 164.000 Übernachtungen gezählt, von denen 32.000 auf die DRK-Klinik entfielen. Das ist ein gutes Ergebnis. Bis 2027 wollen wir diese Zahl allerdings auf 184.000 Übernachtungen und 2.400 Betten steigern“, erläutert sie.

Grundlage für diesen sportlichen Vorsatz seien unter anderem mehrere Investoren, die sich bereits auf der Insel engagierten. So sind der Ferienhauspark „Gud Jard“ mit 38 wohngesunden Häuschen sowie mit der Nordsee-Lodge“ ein Hotel der gehobenen Klasse bereits im Bau. In Planung befindet sich außerdem der Umbau des Lindenhofes, der ehemals als Jugendgästehaus diente, sowie ein weiteres Hotel am in Planung befindlichen Gesundsheitshof, der als medizinisches Versorgungszentrum den vorhandenen Freizeitbereich mit dem Schwimmbad „Pellewelle“ und dem Kurmittelzentrum ergänzen soll.

Insgesamt entwickle sich die Insel langsam, aber erfolgreich zu einer Ganzjahres-Destination. In der Nebensaison gebe es aber immer noch reichlich freie Kapazitäten. „Die Herausforderung ist künftig, in diesen Monaten die steigende Nachfrage nach attraktiven Urlaubsplätzen mit den Angeboten vor Ort abzustimmen“, erklärt Michna.

Zudem soll Pellworm als romantische Hochzeitsinsel mit Trauungen unter anderem im Leuchtturm, auf der Hallig Süderoog, unterm Sternenhimmel am Deich oder in einer der drei Inselkirchen wieder mehr Beachtung finden.

Ebenfalls hohe Ziele hat sich Pellworms Bürgermeister Dr. Norbert Nieszery (SPD) auf die Fahnen geschrieben. „Ein Ansatz unter anderen ist, eine Inselmarke für unsere Produkte zu kreieren. Dabei soll die Veredlung, sprich unter anderem die Verarbeitung der Schafe und Rinder zu Fleisch- und Wurstwaren sowie auch deren Vermarktung auf der Insel bleiben, um die Wertschöpfung vor Ort zu steigern“, erklärt er. Die daraus resultierenden Arbeitsplätze seien enorm wichtig für die Gemeinde. Zu dem dann benötigten Wohnraum werde die Politik gemeinsam mit den Bürgern ein Ortsentwicklungskonzept erarbeiten, dem eine qualifizierte Wohnraumanalyse vorausgehen soll. „Diese Vorgehensweise ist notwendig, um Fördermittel einzuwerben, die wir als Defizitgemeinde für eine zukunftsfähige Ausrichtung der Gemeinde benötigen“, erläutert Nieszery. Ebenso wie der Anleger Strucklahnungshörn auf Nordstrand sollen sich außerdem der Fähranleger sowie der Hafen zum touristischen Pluspunkt entwickeln. „Ich könnte mir zum Beispiel für die Gestaltung einen internationalen Architektenwettbewerb gut vorstellen. So eine Aktion würde frische Ideen hervorbringen und gleichzeitig wäre es eine wunderbare Werbemaßnahme für die Insel“, erklärt er.

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