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Erinnerung an Bongsiel : Eine historische „Lügengeschichte“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Ex-Bredstedter Momme Lundelius übersetzt den Klassiker „Dat swarte Perd“ mit Illustrationen von Alexander Eckener.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Bauer Knetel hatte seinen Knecht Nis vorgewarnt: Die frisch gedroschene Gerste müsse gut geschützt im Stall untergebracht werden. Doch der Knecht vergaß den Sack zu schließen, so dass sich das schwarze Pferd, vom Duft verführt, losriss und sich den Magen voll schlug. Am nächsten Morgen lag das besondere Pferd tot auf der Diele. Eine rasante und witzige Geschichte beginnt.

„Das Buch war seinerzeit ein Highlight“, erklärt Momme Lundelius, „und auch heute noch bringt einen die Geschichte zum Lachen.“ Der Nortorfer ist in Bredstedt aufgewachsen – und hat eine ganz besondere Verbindung zu der Erzählung, die er ins Hochdeutsche übersetzt hat.

„Es ist sehr schwierig, die Plattdeutsche Sprache zu lesen und zu verstehen“, sagt Momme Lundelius. Aber nicht nur deshalb hat er sich an die Übersetzung gemacht. „Dat swarte Perd“ – 1918 nacherzählt und mit Illustrationen versehen von Alexander Eckener – widmete Eckener seinem Freund, dem Gastwirt Laurits Thamsen aus Bongsiel, einem Ortsteil der Gemeinde Ockholm.

Laurits Thamsen ist der Großvater von Hanni und Laurits Thamsen. Mit Lautis Thamsen Junior ist Lundelius zur Schule gegangen. „In der vierten Klasse haben wir uns kennen gelernt und angefreundet“, berichtet der 85-Jährige. Laurits Tante wohnte damals in Bredstedt, wo auch Lundelius zuhause war und wo die Zwei zur Schule gingen.

„Jeden Sonntag bin ich mit dem Fahrrad zur Gastwirtschaft nach Bongsiel gefahren. Dort habe ich dann auch Hanni Thamsen kennen gelernt.“ Dieser ist im September dieses Jahres 78-jährig gestorben. Damals wurde viel gespielt, primär am Hafen, erinnert sich Lundelius. Der Kontakt zu der Familie blieb nach der Schulzeit erhalten. Über seine Zeit mit den Thamsen-Brüdern hat Momme Lundelius auch in seinem Buch „Mommes Weg – Episoden des Nordfriesens“ geschrieben.

Jahre später erhielt der Autor aus dem Nachlass seiner Mutter das Heft „Dat swarte Perd“. Zunächst ruhte das seltene Exemplar im Schrank, ehe es wieder in den Mittelpunkt rückte. „Als Rentner hat man für so was natürlich mehr Zeit“, berichtet Lundelius. Handschriftlich hat er die Seiten ins Hochdeutsche übersetzt. „Ich würde mich einfach freuen, wenn jemand Spaß daran hat, dieses Buch zu lesen.“ Lundelius ist aber nicht der einzige, der sich dem Buch gewidmet hat. Jens Jacobsen hat die „Lügengeschichte“ in Verse aufgeteilt, sowohl auf Platt-, als auch auf Hochdeutsch.

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