Sieben auf einen Streich : Eine gute Idee sorgt für Nachwuchs

Marten Furchner (li.) und Robin Mößmer haben schon mal im Einsatzfahrzeug Platz genommen.
Marten Furchner (li.) und Robin Mößmer haben schon mal im Einsatzfahrzeug Platz genommen.

Die Freiwillige Feuerwehr Struckum sprach zehn Jugendliche an – und sieben von ihnen traten den Brandschützern bei. Anfang des Jahres beginnen sie ihre Ausbildung bei der Feuerwehr.

shz.de von
01. Januar 2015, 11:00 Uhr

Wo man auch hinhört: Es wird dringend Nachwuchs in Verbänden und Vereinen gebraucht. Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren, die größtenteils händeringend neue Leute suchen. Der Struckumer Wehr erging es genauso. Das war für Gruppenführer Bernd Friedrichsen Grund genug, aktiv zu werden. Das ist er ohnehin schon seit Jahren, wenn es um die Feuerwehr geht.

In einer Vorstandssitzung brachte er seine Idee auf den Tisch, gezielt junge Bewohner aus der Gemeinde anzusprechen. Damit stieß er auf offene Ohren und legte los. Als damaliger stellvertretender Jugendwart wusste er genau, welcher Jugendlicher in der Wehr war und danach nicht mehr gesehen wurde – aus welchen Gründen auch immer. Außerdem klingelte er auch bei Jugendlichen zu Hause an der Tür und stellte die Frage, ob Interesse an dem Eintritt in die aktive Wehr besteht.

Robin Mößmer fragte er direkt beim Feuerwehrball, als der 18-Jährige auf dem Nachhauseweg nur einmal kurz auf dem Fest vorbeischaute. Bei ihm klappte es, obwohl er sich Bedenkzeit nahm. Inzwischen steht fest, dass der junge Struckumer nach seinem Abitur im nächsten Jahr dabei ist, ein Handschlag mit Bernd Friedrichsen hat das bereits besiegelt.

Damit gehört Robin Mößmer zu den insgesamt sieben Jugendlichen, die ab Frühjahr 2015 ihren Dienst ehrenamtlich für das Gemeinwohl aufnehmen. Marten Furchner ist dann ebenfalls mit von der Partie. Der 26-Jährige war schon in der Jugendwehr bei Bernd Friedrichsen und wollte eigentlich danach in die aktive Wehr wechseln, aber „ist irgendwie nicht dazu gekommen“. Hätte er gewusst, dass die örtliche Feuerwehr dringend Nachwuchs braucht, hätte er schon früher reagiert, wie er erzählte. Für ihn ist der Eintritt ein klarer Fall, denn „ich möchte natürlich auch, dass die Wehr sofort kommt, wenn es bei mir brennt“, sagte er. Von zehn gefragten Jugendlichen konnten sieben motiviert werden, eine Zahl, die Wehrführer Maik Rickertsen nicht für möglich gehalten hat. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet und bin dementsprechend froh. Das war wirklich eine gute Idee“, lobte er das Engagement seines Kollegen.

Die neuen Aktiven erwartet im nächsten Jahr ein vierwöchiger, 70 Stunden langer Lehrgang, bei dem sie zum Truppmann ausgebildet werden. Diejenigen, die zuvor in der Jugendwehr waren, bekommen diesbezüglich nur eine Auffrischung ihres bereits erlernten Wissens und Könnens. Die Tagesverfügbarkeit ist mit der Akquise der jungen Leute etwas besser gewährleistet, denn vier von ihnen arbeiten im Ort. Das freut den Wehrführer besonders, auch, dass es mit ihnen die Aussicht auf neue Atemschutzgeräteträger gibt. Fest steht nun für die Freiwillige Feuerwehr Struckum, dass sie weiterhin die Werbetrommel rührt. „Für uns hat sich das nämlich mehr als gelohnt“, sind sich Maik Rickertsen und Bernd Friedrichsen einig.

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