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Wenig Leerstände : „Eine gut vermarktete Einkaufsstadt“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Es war nicht immer so, aber zurzeit gibt es in Husums Geschäftswelt erfreulich wenig Leerstände. Das gilt sowohl für die Innenstadt als auch das Gewerbegebiet. Ein Ergebnis guter Vermarktung, so die Verantwortlichen.

Gähnen unbefüllte Schaufenster den Passanten an, ist das nicht gerade eine Einladung zum Einkaufsbummel. Tatsächlich haben nicht wenige Städte im Land einen massiven Anstieg von Leerständen zu verzeichnen, nachdem mit der Schließung der Hertie-Häuser als zentralen Punkten die Innenstädte verödeten. In Schleswig etwa wird die Lage schon als besorgniserregend empfunden – und auf Husum als Beispiel verwiesen, das sich in diesem Bereich viel besser entwickele.

„Tatsächlich gibt es bei uns im engeren Innenstadtbereich – 200 Meter um den Marktplatz herum – keine nennenswerten Leerstände“, sagt Peter Cohrs, Sprecher der Husumer Werbegemeinschaft. Erst in der Norderstraße und auf der Oberen Neustadt stehen eine Anzahl Geschäftsräume leer – wo genau, ist aus der obigen Grafik ersichtlich. Allerdings sind die Obere Neustadt nördlich der Schlossstraße und die Norderstraße östlich der Kreuzung mit Schul- und Herzog-Adolf-Straße bei der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts für die Storm-Stadt 2014 aus dem zentralen Versorgungsbereich – also der Hauptgeschäftszone – herausgefallen. Denn „die dort vorhandene Einzelhandelsdichte nimmt spürbar ab und wird vorwiegend durch Gastronomie und Dienstleister bestimmt“, so die damalige Gutachter-Einschätzung.

Grund ist die veränderte Lage in der Stadtentwicklung. „Vor Jahrzehnten war die Neustadt die Kneipenmeile Husums, jetzt hat sich das zu großen Teilen in die Hafenstraße verlagert“, führt Cohrs als ein Beispiel an und ergänzt: „Der östliche Teil der Norderstraße muss heutzutage nicht mehr vom Einzelhandel dominiert sein – warum den Leerstand dort nicht mit Büros, Arztpraxen oder sogar Wohnraum ausfüllen?“ Auch die Obere Neustadt habe entsprechendes Potenzial, so Cohrs.

Das hatte 2011 schon die erste Untersuchung für die Sanierung dieses Quartiers ergeben, wo bereits der Rückbau des seit Jahren leerstehenden Gebäudes Marktstraße 1 gefordert wurde, in dem einst das Dänische Bettenlager war. Es solle Platz machen für eine Neuordnung des Bereichs mit dem Ziel, dort einen städtebaulichen Mittelpunkt einzurichten, hieß es.

Zurück zur Innenstadt: Eine Verschlechterung der Lage durch das geplante Shopping-Center befürchtet Cohrs – einer der Hauptinvestoren des Projekts – nicht. „Natürlich wird es in Einzelfällen eine Verlagerung von Geschäften in das Einkaufszentrum geben, etwa wenn der Inhaber die Verkaufsfläche vergrößern möchte und das am alten Standort nicht möglich ist.“ Aber die Mietflächen im Husum Shopping-Center, das 2018 eröffnen soll, seien gut nachgefragt, und es würden wohl nicht alle Interessenten Berücksichtigung finden können. „Gut möglich, dass die sich dann für frei gewordene Flächen außerhalb des Centers entscheiden.“ Zudem hoffe er, dass die Ausstrahlung des neuen Shopping-Centers und die damit verbundene gesteigerte Wertigkeit der Husumer City auch ganz allgemein weitere Geschäftsleute anlockt.

Das Gewerbegebiet Ost sei jedenfalls keine Konkurrenz zur Innenstadt, sondern stelle stattdessen eine Ergänzung derselben da, hatten schon die Planer bei der Fortschreibung des Entwicklungskonzepts festgestellt. Und es hat ebenfalls kaum Leerstand aufzuweisen. „Ganz im Gegenteil, es wird neu gebaut hier“, sagt Ole Singelmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost (IGO). Leer stehen würden derzeit nur die an den Obi-Baumarkt angeschlossene frühere Fläche des Elektronikmarkts Euronics, der innerhalb des Gewerbegebiets umgezogen ist, die ehemalige Squash-Halle und eine weitere kleine Fläche, für die es zwar einen Interessenten gebe, der aber das falsche Sortiment habe. „Wir haben diesbezüglich hier keine Sorge, entstehende Leerstände werden relativ zügig nachbesetzt“, sagt er.

Das Husum hier so viel besser da steht als manch andere Stadt, sei den gemeinsamen Aktivitäten der Wirtschaftsvereine und anderer Operateure zu verdanken, so Cohrs: „Wir haben das Commerzium, die IGO, die Werbegemeinschaft, die Messegesellschaft und die Parkgemeinschaft.“ Letztere sei zwar nicht so präsent in der öffentlichen Wahrnehmung, sorge aber für ein „exzellentes“ Parkplatzangebot. Und der Kooperation aller Akteure sei es zu verdanken, dass Husum als Einkaufsstadt so gut vermarktet werden könne. „Daher rechne ich auch in Zukunft nicht mit gravierenden Leerstandsproblemen.“

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