Bredstedt : Eine fast 100-jährige Tradition

120 Gäste fanden sich bei Kaiserwetter zur öffentlichen Chorprobe der Bredstedter Liedertafel am Mühlenteich ein.
120 Gäste fanden sich bei Kaiserwetter zur öffentlichen Chorprobe der Bredstedter Liedertafel am Mühlenteich ein.

120 Besucher folgten der Einladung der Bredstedter Liedertafel, mit ihnen am Mühlenteich gemeinsam zu singen.

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13. Juli 2018, 11:00 Uhr

Was passt an einem lauschigen Sommerabend besser, als ihn gemeinsam mit vielen Menschen draußen in der Natur bei Musik und Gesang zu verbringen? Die Herren der Bredstedter Liedertafel von 1842 hatten zu einer öffentlichen Probe unter dem Motto „Bredstedt singt, ich mach mit!“ an den Mühlenteich eingeladen. 120 Besucher machten es sich auf mitgebrachten Campingstühlen oder den von den Organisatoren aufgestellten Bänken nahe dem Ufer gemütlich.

„Schön, dass sie da sind“, begrüßte der Vorsitzende Udo Grützmacher die Gäste. „Wir möchten Ihnen ein wenig unser Repertoire vorstellen, aber vor allem mit Ihnen zusammen singen.“ Erwiesenermaßen sei ja Singen gut für Seele und Körper.

Chorleiter Alexander Buchner hatte mit Schriftführer Peter Bühne ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Wie von selbst stieg das Stimmungsbarometer bei traditionellem Liedgut und das anderer Genres. Nicht nur „Santiano“ von der gleichnamigen Gruppe, oder „Achter Dünen un Diek“ animierten fast selbstredend zum Mitsingen, sondern ganz besonders ein Schlagerpotpourri, das sich von bekannten Gassenhauern, wie „Atemlos…“, über „Marmor, Stein und Eisen bricht“ bis hin zu Udo Jürgens bekanntem „Mit 66 Jahren“ erstreckte und vor dem „Stern, der deinen Namen trägt“ nicht Halt machte. Zu Herzen ging am Ende das gemeinsam gesungene „Bredstedt-Leed“, jene Liebeserklärung an die kleine Stadt nach der Melodie „Wo die Nordseewellen…“. Die Gäste geizten nicht mit Beifall.

„Einmalig schön. Man sollte viel mehr zusammen singen, obwohl wir das bei uns im Hause ja tun“, fand Anka Clausen. Sie war mit einigen älteren Mitbürgern aus der nahen Senioreneinrichtung in der Parkstraße mit dabei. Richtig gut fanden es die Urlauberinnen Hanna Zeisig und Freundin Annegrete Baum aus Fulda, dass es angesichts des Chorsterbens überall in Bredstedt noch einen Männerchor gibt.

„Ich freue mich, dass wir die Tradition der Parksingen bei Kaiserwetter fortsetzen konnten. Sie waren heute gute Mitsänger“, lobte der Vereins-Chef am Ende, nicht ohne die anwesenden Männer zum nächsten Übungsabend eingeladen zu haben. Verstärkung könne die 33-köpfige Mannschaft immer brauchen.

Bereits Mitte der 1920er Jahre habe es die öffentlichen Chorproben im Park gegeben, sagte er. Das belegten zwei im Archiv gefundene Zeitungsausschnitte. Das sei auch durch die Akteure des Vereins für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege festgestellt worden. Leider gebe es keine historischen Fotos davon. Geprobt wird übrigens jeden Dienstagabend ab 20 Uhr in der Aula der Landwirtschaftsschule. Hineinschnuppern ist erlaubt.

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