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Amerikaner auf Spurensuche : Eine Familie für Ron

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Durch einen Zufall erfuhr ein Amerikaner von seinen Vorfahren in Joldelund und besuchte nun dort das Haus seines Großvaters. Überrascht stellte er fest, dass es noch viele Familienmitglieder in Deutschland gibt.

Bedächtig steht Lawrence Ronald „Ron“ Schuett vor einem Haus und hält inne. Es ist ein denkwürdiger Moment für den 67-jährigen Amerikaner. Im Mittelteil des langen Gebäudes war sein Großvater geboren worden, Lorenz Christian Schütt. Das war am 2. Februar 1874. Nun, 140 Jahre später, wandelt der Enkel auf den Spuren seiner Familiengeschichte, ist ergriffen und etwas sprachlos. Für ihn stand eigentlich fest, dass er im Falle seines eigenen Todes der letzte seiner Sippe war. Sein Vater, Lawrence Schütt, starb, als Ron 13 Jahre alt war, in Amerika.

Er kann sich zwar an ihn erinnern, aber viel ist ihm davon nicht geblieben. Wenn er Fragen über ihn stellte, wurde seine Mutter stumm. Ob es an den deutschen Wurzeln lag, vermag Ron Schuett nicht zu beurteilen. Sein Großvater ist wohl 1884 mit dessen Vater und vielleicht noch anderen Familienmitglieder von Joldelund nach Amerika ausgewandert. Rons Mutter und auch seine Schwester sind bereits tot, Kinder hat er nicht. Für ihn war es überraschend, als er aus Deutschland die Nachricht erhielt, dass er eine große Familie hat.

Szenenwechsel: Ralf-Jens Schütt (44) aus Sollwitt beschäftigt sich seit er zehn Jahre alt ist mit der Forschung nach seinen Ahnen. Im Schulunterricht bekam seine Klasse die Aufgabe, einen Stammbaum zu erstellen. „Dabei wurde mir bewusst, dass meine Mutter den gleichen Familiennamen wie mein Vater hatte. Und was mir dann noch auffiel war, dass der Vater meiner Mutter Jens Peter Schütt hieß und der Vater meines Vaters Jens Christian Schütt. Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, das dort wohl Verwandtschaft bestand. Mein Interesse war damit geweckt“, erinnert sich der Ahnenforscher.

Jahre später kam er dank glücklicher Umstände in den Besitz eines Stammbaums von Jens Schütt (1677-1755) und vier nachfolgenden Generationen, dessen Lebensgeschichten schon sehr ausführlich erforscht waren. Ralf-Jens Schütt machte sich auf den Weg, wollte mehr wissen von seinen Vorfahren, recherchierte und wurde nach und nach fündig. Auch dank Hilfe aus Amerika, wo er inzwischen ein Netzwerk zahlreicher Schütts gespannt hat, die sich im übrigen anders schreiben und zwar Schuett. „Mein Mann hat durch Ralf-Jens Schütt viel über seinen Vater erfahren und dafür ist er sehr dankbar“, sagt Theodorina Schuett, die Ehefrau von Ron. Sie hat sich gemeinsam mit ihren Mann nach Deutschland auf eine Zeitreise begeben und ist ähnlich ergriffen wie er, als beide vor dem Haus seines Großvaters in Joldelund stehen. Theodorina (76) spricht fließend Deutsch. Sie wurde im Allgäu geboren und wanderte nach Amerika aus, als sie 21 Jahre alt war. Mit Ron ist sie fast 40 Jahre verheiratet, sie wohnen in der Nähe von New Orleans.

„Wir waren wirklich sehr überrascht, als wir den Anruf von Ralf-Jens bekamen und freuen uns sehr, dass wir nun hier sind“, meinte sie. Was den 44-jährigen Deutschen und den 67-jährigen Amerikaner verbindet: Sie sind die Nachkommen von Jens Schütt (1790-1840). „Ich bin sehr, sehr glücklich“, meint Lawrence Ron Schuett, der immer wieder auf das Gebäude schaut. Das hat zwar äußerlich nichts mehr mit dem Geburtshaus seines Großvaters zu tun, aber das Fleckchen Erde gehört zu seiner Familiengeschichte. Der mit ihm nicht verwandte Hans-Werner Jacobsen kam durch Heirat seiner 2000 verstorbenen Frau in den Besitz. Inzwischen wohnt er im Abnahmehaus und sein Sohn im alten Haus. Informationen über die Familie Schütt unter www.schuett-ahnenforschung.de.

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erstellt am 11.Okt.2014 | 17:00 Uhr

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