Kreis Nordfriesland : Eine Fachhochschule in Husum?

In einem Workshop wurden verschiedene Varianten für einen möglichen Hochschulstandort in Nordfriesland besprochen.

In einem Workshop wurden verschiedene Varianten für einen möglichen Hochschulstandort in Nordfriesland besprochen.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) prüft Möglichkeiten für eine Hochschule im Bereich Husum.

Jonna frei.jpg von
08. September 2020, 18:47 Uhr

Erstmal ist es nur eine Idee, die allerdings bei einigen Kreispolitikern bereits auf reges Interesse stieß: Eine Hochschule für Nordfriesland. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) möchte im Rahmen einer Studie prüfen, ob Nordfriesland, genauer genommen Husum, als Standort für eine Hochschule in Frage kommt. Sowohl im Wirtschaftsausschuss als auch im Finanz- und Bauausschuss des Kreistages wurde die Idee bereits vorgetragen.

Einen Ableger für Husum

Gestern Nachmittag fand dazu ein Workshop statt, bei dem sich die Aufsichtsratsmitglieder der WfG unter anderem den Fragen widmeten, welche Fachbereiche sinnvoll wären, ob die Institution privat oder vom Bildungsministerium finanziert werden soll und ob es möglicherweise Sinn macht, mit einer der Hochschulen aus dem Umland zusammenzuarbeiten. Denn: Mit der Fachhochschule sowie der Europa-Universität in Flensburg sowie der Fachhochschule Westküste ist der Norden schon relativ gut ausgestattet.

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Der Geschäftsführer der WfG, Matthias Hüppauff, sieht darin aber kein Problem: „Man könnte zum Beispiel zusammenarbeiten und einen Ableger einer der Hochschulen nach Husum legen.“

Doch wie kam es zu der Idee, Husum als Hochschulstandort in den Fokus zu nehmen?

Es habe schon im Vorfeld Überlegungen für eine Hochschule in Nordfriesland gegeben. So gab es ein Ansuchen aus Göttingen, ein Luft- und Raumfahrtinstitut in Leck zu errichten, so Hüppauff. „Das muss 2016 gewesen sein, ist aber unter Wirtschaftsminister Meyer nicht realisiert worden“, erinnert sich der WfG-Chef. Auch habe es 2018 in Südtondern eine Zukunfts-Olympiade zur Weiterentwicklung der Nordsee-Akademie gegeben. Das sei aber auch nicht weiter verfolgt worden.

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Nun also eine Hochschule in Husum. In diesem Fall sei die Wählergemeinschaft Husum auf die WfG zugekommen und habe darum gebeten, die Möglichkeiten auszuloten, sagte Hüppauff auf Nachfrage.

Ein struktureller Innovator

Er sehe in einer Fachhochschule einen „strukturellen Innovator“, der die Region „kulturell belebt“ und neues Wissen mitbringe. Außerdem sei ein Hochschulstandort immer auch attraktiv für Firmen, so Hüppauff. Ziel sollte es auch sein, dass Absolventen anschließend einen Arbeitsplatz in der Region bekommen.

Beratungsfirma aus Berlin moderierte den Workshop

Moderiert wurde der Workshop von der CHE Consult, einem Berliner Beratungsunternehmen, das sich auf Hochschul-Management spezialisiert hat.

Was bei dem ergebnisoffenen Workshop heraus kam, wurde auf Nachfrage der Husumer Nachrichten nicht verraten. Nur so viel: Es müssten verschiedene Varianten geprüft und noch mehr Rat eingeholt werden. Zudem sollen die politischen Gremien mit einbezogen werden.

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