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Die Küste von St. Peter-Ording : Eine einmalige Natur-Landschaft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Küstenlandschaft vor St. Peter-Ording mit Strand, Vorland, Dünen, Heiden und Moorresten lässt sich am besten unter fachkundiger Führung entdecken.

Mit jedem Schritt über den Deich steht der Spaziergänger in St. Peter-Ording mitten im geschützten Naturwunder aus Salzwiesen, Dünen, Strand, Sandbänken, Nordsee und Wattenmeer. 2015 begeht der Nationalpark Wattenmeer sein 30-jähriges Bestehen. Eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal auf das Erlebnis Wattenmeer einzulassen. Denn nicht nur für Naturliebhaber sind Ausflüge in den Nationalpark erholsame und lehrreiche Touren in eine andere Welt.

Dabei lässt sich der Nationalpark in St. Peter-Ording auf unterschiedliche Art erkunden. Strand und Sandbänke sind frei zugänglich, laden zu ausgiebigen Spaziergängen und Brandungswanderungen ein. Tabu hingegen sind Salzwiesen und Dünen, letztere auch aus Gründen des Küstenschutzes. Sie dürfen nur auf bestimmten Pfaden betreten werden – beispielsweise bei einer Führung. Wattwanderungen sollten generell nur mit einem erfahrenen Wattführer unternommen werden. Einerseits aus Gründen der Sicherheit, andererseits, um den Blick fürs Detail zu schärfen.

Ausgiebige Spaziergänge direkt an der Wasserlinie machen den Kopf und dank der salzigen Gischt auch die Atemwege frei. Zu entdecken gibt es ebenfalls viel, denn hier werden beispielsweise Muscheln, Algen oder Krebse an Land gespült. Und nicht selten findet der suchende Blick eine besonders schöne Muschel oder gar einen Bernstein. Nicht alles lässt sich einfach bestimmen, doch der BeachExplorer des Nationalpark-Hauses im Badeort schafft Abhilfe. Entweder nutzt der Interessierte dazu die BeachExplorer-App oder er bringt seinen Fund direkt mit in die Ausstellung. Eine andere Möglichkeit ist, an einer der geführten Wanderungen der Schutzstation Wattenmeer teilzunehmen, wie der Strandwanderung „Am Spülsaum der Nordsee“. Wichtig: Wenn man am zwölf Kilometer langen Strand St. Peter-Ordings auf eigene Faust unterwegs ist, sollte man immer die nächste Flut im Hinterkopf haben.

St. Peter-Ordings Vorland und Dünen sind eine große Besonderheit. Der kleinräumige Wechsel von Salzwiesen, Strandwällen, Dünen, Heiden und Moorresten beschert St. Peter-Ording einen an der Festlandküste einmaligen Artenreichtum. Vor den Ortsteilen Böhl, Dorf und Bad findet der Besucher die größten zusammenhängenden Sand-Salzwiesen der Festlandküste Schleswig-Holsteins. Von Prielen durchflossen bieten sie mit ihren verschiedenen Farbschattierungen immer ein eindrucksvolles Bild. Außer dem Lebensraum vieler Pflanzenarten sind das Vorland und die Dünen, die die Salzwiesen in Richtung Norden ablösen, auch ein Brut- und Rastgebiet für zahlreiche Küsten- und Zugvögel. Die Pflanzen dort werden regelmäßig vom Meerwasser überspült und sind daher echte Lebenskünstler. Beide Naturräume gehören zum Nationalpark Wattenmeer und dürfen nur auf ausgewiesenen Pfaden betreten werden. Fachkundige Führungen der Schutzstation Wattenmeer mit dem Thema „Farbenpracht am Meer“ finden regelmäßig im Ortsteil Bad statt. Durch die Dünen führt eine Wanderung der Schutzstation mit dem Titel „Sagen, Sand und Seewind“.

Wenn sich die Nordsee zwei Mal täglich zurückzieht, gibt sie den Meeresboden frei. Ein verlockendes eigenes Universum aus Sand und Schlick, in dem sich pro Quadratmeter geschätzte 40  000 tierische Kleinstorganismen befinden. Darunter Wattwürmer, die ihre markanten Häufchen hinterlassen, Muscheln, Schnecken, Krebse und Krabben. Diesen Nahrungsreichtum hat auch die Vogelwelt für sich entdeckt, alljährlich nutzen rund zehn bis zwölf Millionen Vögel das Wattenmeer als Tankstelle auf ihrem Zugweg.

Sicherheitshalber sollte der Wanderer nicht allein ins Watt gehen. Nur erfahrene Wattführer kennen beispielsweise die Verläufe der teils tückisch tiefen Priele. Sie wissen genau, wann es gilt, umzukehren. Vor allem erkennen sie aufkommende Gefahren wie Unwetter oder Nebel frühzeitig. Die Schutzstation bietet an der Badestelle Süd Wattwanderungen für die ganze Familie oder für Kinder an. Im Angebot sind auch verschiedene andere Touren mit einem einheimischen Wattführer.

Der Nationalpark Wattenmeer ist auch die Heimat vieler Seehunde und Kegelrobben. Geraten sie in Not, ist professionelle Unterstützung gefragt. Der Ansprechpartner für solche Fälle ist in St. Peter-Ording Seehundjäger und Nationalparkwart Bodo Jensen, der diese ehrenamtlichen Aufgaben von seinem Vater übernommen hat. Der Begriff Jäger beschreibt seine Aufgabe allerdings nicht zutreffend, denn Seehunde und Robben dürfen schon lange nicht mehr gejagt werden. Im Gegenteil: Bodo Jensen kümmert sich um ihren Schutz und ihre Rettung. Bodo Jensen ist telefonisch erreichbar unter 0174/1504213.

„Leben mit Sand, Wind und Flut“ lautet das Motto des Nationalpark-Hauses in der Dünen-Therme. Die Dauerausstellung, die soeben um ein Pfahlbau-Modell, eine Sitzecke und einen Maltisch für Kinder erweitert wurde, zeigt auf 200 Quadratmetern verschiedene Aspekte des Nationalparks Wattenmeer. Weitere Info unter www.st-peter-ording.de.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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