Amt Nordsee-Treene : „Eine echte Mammut-Aufgabe“

Ziehen eine positive Bilanz der vergangenen zehn Jahre: Eva-Maria Kühl und Claus Röhe.
Ziehen eine positive Bilanz der vergangenen zehn Jahre: Eva-Maria Kühl und Claus Röhe.

Das Amt Nordsee-Treene wird zehn: Eva-Maria Kühl und Claus Röhe lassen die vergangenen Jahre Revue passieren und reden über die Zukunft.

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07. März 2018, 14:30 Uhr

„Ja, es war schon eine große Herausforderung, aus vier Ämtern eins zu machen“, sind sich Eva-Maria Kühl und Claus Röhe einig. Die Amtsvorsteherin und der Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) können sich noch gut daran erinnern, wie es war, als die ehemaligen Ämter Friedrichstadt, Hattstedt, Nordstrand und Treene zum Amt Nordsee-Treene wurden. Das ist zehn Jahre her. Im Gespräch mit unserer Zeitung ziehen die beiden Bilanz und sprechen über die Zukunft.

Jede Gemeinde – von der Hallig bis zum Geest-Dorf – habe ihre eigene Struktur, ihre Stärken und Schwächen, sagt Eva-Maria Kühl, die gern von ihrer kommunalen Familie spricht. 27 Gemeinden bilden das Amt Nordsee-Treene. Zur Verwaltungsgemeinschaft zählt auch die Stadt Friedrichstadt, die allerdings amtsfrei geblieben ist. 21 Einwohner hat die kleinste Gemeinde Süderhöft, Mildstedt als größte Kommune rund 3900. Insgesamt leben rund 25.500 Menschen im Bereich des zweitgrößten Amtes Schleswig-Holsteins mit Sitz in Mildstedt. 70 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen, das sei schon eine echte Mammut-Aufgabe, sagen Kühl und Röhe unisono.

Die Fusion der ehemaligen Ämter war im Zuge der Verwaltungs-Strukturreform notwendig geworden. Diese schreibt vor, dass einzelne Ämter mehr als 8000 Einwohner vorweisen müssen, um selbstständig bleiben zu können. Das war damals bei dreien der vier Ämter nicht gegeben. Was folgte, waren zahlreiche Sondierungs-Gespräche – bis der Vertrag über den Zusammenschluss in den Amtsausschüssen beschlossen und am 16. Dezember 2006 unterschrieben werden konnte. Zur gleichen Zeit wurde auch der Vertrag mit Friedrichstadt unterzeichnet. Bei der ersten Sitzung des Amtsausschusses nach der Kommunalwahl 2008 wurde Karen Hansen aus Horstedt zur ersten Amtsvorsteherin gewählt.

Ein Wappen hat das Amt Nordsee-Treene zwar nicht, aber ein Logo. Es wurde von Helmut Liley aus Schobüll entwickelt. „Es war nicht einfach, ein so großes Amt bildlich darzustellen, aber er hat es gut hinbekommen“, findet Röhe. Das Logo zeigt (von links) die Nordstrander Mühle, die Hattstedter Kirche, den Roten Haubarg und den Mildstedter Kirchturm. Sie alle sind durch Wasser (Nordsee und Treene), Grünland und Geest (braun) miteinander verbunden.

Auf die Frage, ob es denn Startschwierigkeiten gegeben habe, schüttelt Claus Röhe energisch den Kopf. Natürlich habe sich alles einpendeln müssen, aber „der Fusionsprozess lief glatt“, ist der LVB überzeugt. „Wir sind relativ schnell zusammengewachsen“, sagt auch Kühl. „Ich bin stolz auf die Zusammenarbeit zwischen den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die sich in den zehn Jahren immer mehr gefestigt hat“, so Röhe.

Und welche Herausforderungen stehen in den kommenden zehn Jahren an? Man wolle den Breitbandausbau vorantreiben, sodass Glasfaser in jedes Haus gelegt wird, macht Amtsvorsteherin Kühl deutlich. Auch die Weiterentwicklung des neuen Mobilitätskonzeptes und der E-Mobilität lägen ihr sehr am Herzen. „Wir wollen unsere Orte einfach weiterbringen. Dazu gehört übrigens auch die bauliche Entwicklung der Dörfer.“

Das alles sei zwar keine große historische Leistung, aber Grund genug, um mit allen Weggefährten zu feiern und den Mitarbeitern für ihre Leistung zu danken. Deshalb wird am kommenden Freitag mit rund 160 Gästen – unter anderem mit den Bürgermeistern, den Mitarbeitern, Vertretern der Stadt Husum, des Kreises Nordfriesland sowie Delegationen vom Partner-Amt Usedom-Nord und dem Partnerkreis Hajnowka (Polen) im Wittbeker Krog eine Geburtstagsfeier veranstaltet.

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