Ausstellung in Breklum : Eine bessere Welt für alle Menschen

Die Inderin Pranita Biswasi (Mitte) mit Ester Nabaasa aus Uganda und Hans Baron vom Christian-Jensen Kolleg.
Die Inderin Pranita Biswasi (Mitte) mit Ester Nabaasa aus Uganda und Hans Baron vom Christian-Jensen-Kolleg.

Klimaschutz geht alle an: Die 24-jährige Inderin Pranita Biswasi wirbt im Zuge der Klima-Ausstellung „Der 8. Tag“ im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg für internationale Solidarität.

shz.de von
10. Mai 2015, 16:00 Uhr

Für sie ist es eine andere Welt: Pranita Biswasi genießt die Stille in Nordfriesland und auch die frische Nordseeluft. Die 24-Jährige kommt aus Jeypore im Osten Indiens, dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Erde. Pranita Biswasi absolviert im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg (CJK) ein freiwilliges ökologisches Jahr. Die Jeypore Evangelical Lutheran Church und die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche pflegen eine Partnerschaft – auf diesem Wege kam sie nach Nordfriesland. Das Christian-Jensen-Kolleg zeigt zurzeit eine Klima-Ausstellung unter dem Namen „Der 8. Tag“, und die Inderin führt fast täglich Interessierte durch die Räume in der Kirchenstraße.

Pranita Biswasi hat Umweltwissenschaften studiert und ihren Master gemacht. 2014 nahm sie als Jugenddelegierte an der Weltklimakonferenz in Lima (Peru) teil. Umwelt- und Klimaschutz sind eine Herzensangelegenheit für sie. Auch während der Eröffnungsfeier der Breklumer Ausstellung erzählte sie in englischer Sprache über die Klimakonferenz. „Die Meeresspiegel steigen und gefährden tiefer liegende Landstriche und Inseln. Die Gletscher schmelzen, die lokalen Wetterverhältnisse verändern sich, Dürren und Stürme werden häufiger. Das sind Auswirkungen des Klimawandels, ein globales Problem.“

Mit Blick auf den Welthandel macht sie deutlich, dass reiche Länder zunehmend CO2-Emissionen in ärmeren Ländern verursachen. Beispiel Kleidung: Die Fertigung verbraucht Energie und zwar im Herstellungsland. „Das Thema in Lima war nicht, was einzelne Länder Willens sind zu tun, sondern wie man Fairness und Gerechtigkeit in einem globalen Vertrag sicherstellen kann.“ Regierungsvertreter hätten während der Konferenz gerade genug getan, um den internationalen Prozess am Leben zu erhalten, aber nicht genug, um der Welt Vertrauen für einen verbindlichen Klimavertrag zu geben. „Ein Land alleine kann seine Bürger nicht vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen. Deshalb müssen alle Länder und deren Bürger sofort mit maximalen Möglichkeiten handeln, motiviert von Fairness, Großzügigkeit, Solidarität inspiriert für eine bessere Zukunft eintreten. Wir haben das Wissen und die Mittel, um zu handeln. Die Generationen vor uns wussten nicht, dass ihre Handlungen den Klimawechsel verursachen und die Generationen nach uns riskieren, ein unlösbares Problem zu erben.“

Pranita Biswasi ruft denn auch dazu auf, sich für Klima-Gerechtigkeit einzusetzen und die globale Aktion „Fast for the climate“ zu unterstützen. „Lasst uns alle als eine Einheit zusammenkommen, um die Welt für alle Menschen besser zu machen“, so ihre Botschaft, für die sie in Breklum viel Zuspruch findet.

Auch die Ausstellung „Der 8. Tag“, die bis Juni 2016 im Jensen-Kolleg gezeigt wird erfährt große Resonanz. Sobald die 24-jährige Pranita Biswasi in ihr Heimatland zurückkehrt, wird Ester Nabaasa aus Uganda ihre Stelle einnehmen. Sie ist durch den Bundesfreiwilligendienst nach Breklum gekommen und begleitet ihre indische Kollegin schon jetzt durch die Ausstellung. An ihrer Seite ist Hans Baron, Theologischer Referent und Verantwortlicher für die Klima-Ausstellung.

Pranita Biswasi freut sich schon auf Jeypore, sie vermisst ihre Familie und auch ein bisschen die Wärme. Mit ihrem Vater, einem Anwalt für Menschenrechte, ihrer Mutter und ihrem Bruder hält sie per Skype und Handy Kontakt. Auf dem Gelände des CJK hat sie einen Permagarten angelegt. In der Mitte steht ein Fruchtbaum, darunter sind Pflanzen, die sich gegenseitig schützen und immer mehr ausbreiten. Der Garten ist etwas, was bleiben wird, während sie sich in Indien wieder der Jugendarbeit im Bereich Soziales, Kirche und Umwelt widmet. Im Dezember 2015 findet die Weltklimakonferenz in Paris statt, und auch dort wird Biswasi vertreten sein. Was sie mit nach Hause nimmt, sind viele bereichernde Erfahrungen Freundschaften und eine neue Sprache: Deutsch hat sie in kürzester Zeit gelernt, und zwar sehr gut.

Die Klima-Ausstellung kostet keinen Eintritt und hat keine festen Öffnungszeiten, aber täglich um 13 Uhr gibt es eine halbstündige Kurzführung. Treffpunkt ist die Rezeption im Martineum, wo Pranita Biswasi Besucher empfängt. Interessierte Personen und Gruppen können aber auch einen Termin vereinbaren unter Telefon 04671/91120. Weitere Informationen im Internet unter www.christianjensenkolleg.de.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen