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Willkommensfest : Eine Aktion von Bürgern für Bürger

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die private Initiative eines Husumers, auf dem Gelände der Iven-Agßen-Schule und der angrenzenden Skateboard-Bahn zu einem Willkommensfest für Flüchtlinge einzuladen, findet breite Zustimmung.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 15:30 Uhr

„Ich war selbst lange krank. Ich weiß, was es heißt, keine Arbeit und kein Geld zu haben“, sagt Hendrik D. (Name von der Redaktion geändert). Und als er auf Facebook den Aufruf zu einem Willkommensfest für Flüchtlinge auf dem Gelände des BMX- und Skateparks „Schlachthof“ in Flensburg sah, sagte er sich: „Das will ich auch in Husum machen.“ Verbündete brauchte Hendrik nicht lange zu suchen. „Wo immer ich hinging, stieß die Idee auf offene Ohren.“

Ein Ort war ebenfalls schnell gefunden: die Skateboard-Anlage und der Bike-Park hinter der neuen Iven-Agßen-Schule (IAS). Skaten und Bike-Fahren macht Hendrik viel Freude. Außerdem weiß er: „Sport verbindet – über alle Sprachbarrieren hinweg.“ Was lag also näher, als bei der Schule nachzufragen, ob sie mitmachen würde. Und das wird sie. Wie das Ordnungsamt, die Feuerwehr Mildstedt und der Husumer Mineralbrunnen unterstützt auch die IAS das Vorhaben, von der traditionell weltoffenen Speicher-Crew gar nicht zu reden.

Und so steht es also fest: Am Sonntag, 4. Oktober, von 15 bis etwa gegen 18.30 Uhr, werden sich die Außenanlagen der Schule, die Skateboard-Bahn, der Bike-Park und ein Sportplatz in eine offene Willkommens-Bühne verwandeln: mit langer Tafel, zahlreichen – auch sportlichen – Aktivitäten für Jung und Alt und reichlich Unterhaltung.

Seitens der Flüchtlinge hat Hendrik bislang ebenfalls nur durchweg positive Signale vernommen. Wie sehr er für sein Vorhaben brennt, lässt sich auch daran ermessen, dass er dafür täglich Kontakte knüpft und Gespräche führt. „Es sollen ja möglichst viele Leute mitmachen.“ Sich selbst übt Hendrik dagegen in Bescheidenheit: „Es geht nicht um mich“, erklärt er, „sondern um Husumer, die etwas für Flüchtlinge tun wollen, um Bürger, die sich für Bürger einsetzen – gerade, weil die von weither kommen und Schutz bei uns suchen. Wir sind so verdammt reich. Wir schaffen das. Und die Erde geht uns alle an“, sagt er entschlossen und fügt noch einen kleinen, aber wichtigen Satz hinzu: „Das ist doch alles nur eine Kopfsache.“

Was in manchen Kopf indes partout nicht hinein will, möchten er und seine Mitstreiter auf emotionaler Ebene angehen und am 4. Oktober gemeinsam mit Flüchtlingen aus aller Welt sprechen, essen oder Sport treiben, kurzum ein paar schöne Stunden verleben. Auf dass dies der erste Schritt zu einem friedlichen Miteinander sein möge, wünscht sich Hendrik. Dass er seinen wirklichen Namen lieber für sich behält, verweist allerdings auf die Kehrseite der Medaille. „Ich weiß, dass es Rechtsradikale gibt, die das ganz anders sehen. Und mit denen will ich nichts zu tun haben – schon gar nicht unfreiwillig. Dann schon lieber, mit all jenen, die das Willkommensfest mit eigenen Beiträgen unterstützen möchten – insbesondere mit Gaumenfreuden aller Art. „Jeder soll mitbringen, was er mag“, sagt Hendrik. „Nur auf Schweinefleisch sollten wir aus nachvollziehbaren Gründen besser verzichten“, fügt er lächelnd hinzu.

Es sieht also gut aus mit dem Willkommensfest – vorausgesetzt das Wetter spielt mit, denn wenn es regnen sollte, wird der bunte Reigen auf einen anderen Tag verschoben.

>Wer sich am Willkommensfest beteiligen möchte, kann unter der E-Mail refugeeswelcomehusum@web.de Kontakt zu den Organisatoren aufnehmen.

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