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Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 03:45 Uhr

Eine abenteuerliche Idee

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Grüne möchten neues Kinder- und Jugendbüro an die Gemeinschaftsschulen angliedern

von
erstellt am 10.Sep.2013 | 21:00 Uhr

Während das Team des Hauses der Jugend von seinem jetzigen Domizil in der Hermann-Tast-Straße in die Innenstadt umziehen möchte (wir berichteten), verfolgt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine andere Strategie. Unmittelbar vor der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Jugend, die heute um 17 Uhr im Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk beginnt, haben die Grünen einen Änderungsantrag formuliert. Danach sähen sie den geplanten „Kinder- und Jugend-Treff“ lieber an den beiden Gemeinschaftsschulen angesiedelt. Der Vorschlag, das neue Haus der Jugend im jetzigen Quartier der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH unterzubringen, nachdem diese ins alte Rathaus zurückgezogen ist, wollen sie zu den Akten legen.

Die betreffenden Schulleiter, Peter Empen (Ferdinand-Tönnies-Schule) und Dieter Boe (Gemeinschaftsschule Nord), waren über den Antrag genauso überrascht wie der Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses, Konrad Görsch. „Das ist abenteuerlich und weltfremd“, kommentierte Boe ihn gestern auf Anfrage. Die räumlichen Gegebenheiten in beiden Schulen gäben das gar nicht her, ist er sich mit seinem Kollegen Empen einig. „Wir können keinen einzigen Raum abgeben“, sagt der Schulleiter und hat überdies Schwierigkeiten, sich zeitgemäße Jugendarbeit im Klassenzimmer vorzustellen. Ungehalten ist Boe aber vor allem darüber, „dass hier über unsere Köpfe hinweg gehandelt wird, und niemand im Vorfeld auch nur ein Wort mit uns gesprochen hat“. Das sieht Empen genauso, ist über den Vorstoß der Grünen aber auch „ein bisschen traurig“. Denn die Idee sei im Grundsatz gar nicht so schlecht, werde aber durch Vorgehensweise leider diskreditiert.

„Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass das Konzept für ein Kinder- und Jugendbüro zeitlich begrenzt und im Wege eines Berichtswesens auf Herz und Nieren geprüft wird“, sagt Empen. Auch eine langfristige Anbindung an die Gemeinschaftsschulen will er zumindest nicht ausschließen. Aber so etwas müsse von langer Hand geplant werden. „Und nichts verändert sich schneller als das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen. Derzeit könnten wir hier nicht mal eine Maus unterbringen“, sagt er.

Selbst den Vorschlag der Grünen, für die gesamte Kinder- und Jugendarbeit in eine gemeinsame Trägerschaft zu legen, findet Empen, der ja nicht nur Schulleiter, sondern auch Politiker ist, nicht generell falsch. Aber genau an diesem Punkt schließt sich der Kreis: So etwas will gut vorbereitet und noch besser durchdacht sein. Für Diskussionsstoff dürfte in der heutigen Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses also gesorgt sein.

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