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Husumer Nachrichten

24. Oktober 2017 | 11:44 Uhr

Einblicke ins Künstlerleben

vom

Zahlreiche Kunstinteressierte nutzten den Tag des offenen Ateliers auf Eiderstedt zu einem Besuch

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Eiderstedt | Sehr beliebt sind die Tage des offenen Ateliers, die vom Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt regelmäßig zweimal im Jahr veranstaltet werden. Diesmal konnten Besucher zu 14 Adressen auf der Halbinsel fahren, um sich bei den Künstlern einen Eindruck über deren Arbeit zu verschaffen. Die Spannbreite war wieder recht groß: Skulpturen, Fotografien, Malerei verschiedener Stile und Techniken sowie Buchkunst und Puppenspiel wurden angeboten. In St. Peter-Ording etwa hatte Sibille Rehder ihre Deichgalerie geöffnet, in der sie mit ihren außergewöhn lichen Fotografien des Wattenmeers überraschte. Und gleich nebenan auf der Wiese hinter ihrem Haus konnten Skulpturen bewundert werden, die drei befreundete Künstler aufgestellt hatten. Das gute Wetter und die Lage der Galerie am Ordinger Deich lockten denn auch sehr viele Besucher an.

Etwas ruhiger dagegen ging es bei Gisela Schmidt in St. Peter-Böhl zu. Auch diese Künstlerin beschäftigt sich mit der Nordsee, ist fasziniert von den Wellen, die sie in zumeist großformatigen Bildern festhält - die immerwährende Bewegung des Meeres verlangt dann auch schon mal ein ungewöhn liches Format, so dass Gisela Schmidt kein übliches Rechteck verwendet, sondern ihre Gemälde rund anlegt.

Ganz gemütlich ging es bei Marianne Vocke in Garding zu, der einzigen Künstlerin, die auf Eiderstedt die uralte Tradition des Puppenspiels pflegt. Ihre Stabpuppen, die für jedes Theaterstück extra von ihr angefertigt werden (ebenso wie die passenden Bühnenbilder), zeugen von verblüffender Kunstfertigkeit und einem immensen Einfühlungsvermögen, denn die Puppen werden sofort als Individuen erkannt. Marianne Vockes Repertoire ist ebenso vielfältig - Märchen für Kinder, adaptierte Theaterstücke und sogar Opern, die mit liebevollster Ausstattung bedacht werden. Ihre eineinhalbstündige Fassung von Mozarts "Zauberflöte" ist nicht nur auf der Halbinsel schon fast legendär. Neben zwei fest installierten "großen" Bühnen in ihrem Haus verfügt Marianne Vocke auch über mehrere transportable Schaubühnen, mit denen sie ihre Stücke an unterschiedlichsten Orten aufführen kann. So gastiert sie zum Beispiel jedes Jahr im schweizerischen Lausanne. Sehr außergewöhnlich ist auch die Technik von Urte Westphal-Kolb, die ihre Bilder in ihrer Tönninger Galerie "Auf Norwegen" zeigte. Sie verwendet selbst gesammeltes Treibholz, das dann - entsprechend arrangiert - als Druckstock für ihre Holzschnitte dient, die sie in kleiner Auflage herstellt. Urte Westphal-Kolb hatte guten Zulauf in ihrer Galerie, da der Tag des offenen Ateliers einigen Besuchern die Schwellenangst nahm: "An so einem Tag trauen sich selbst die Leute in eine Galerie hinein, die das sonst nie tun würden", wie die Künstlerin anhand der Einträge in ihrem Gästebuch beweist. Der nächste Tag des offen Ateliers findet am 31. August statt.

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