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Lebenshilfe Husum : Ein Zentrum mit großen Perspektiven

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der neue „Treffpunkt Mensch“ der Lebenshilfe Husum soll Menschen mit und ohne Behinderung in vielen Bereichen zusammenführen. Von der „Aktion Mensch“ gibt es dafür eine Finanzspritze von einer Viertelmillion Euro.

Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen: Das ist nur eines von vielen Zielen, die sich die Lebenshilfe Husum auf die Fahne geschrieben hat. Aber ein sehr wichtiges. Und deswegen soll angrenzend an die Hauptgeschäftsstelle in der Schobüller Straße 42 auf dem extra für diesen Zweck erworbenen Grundstück Soltbargen 5 ein neues Zentrum für inklusive Projekte gebaut werden. Was der „Aktion Mensch“ einen Zuschuss von einer stolzen Viertelmillion Euro wert ist (wir berichteten). „Treffpunkt Mensch“ soll das neue Zentrum heißen.

„Wir unterstützen den Neubau mit 250.000 Euro, weil das Projekt auf beispielhafte Weise zeigt, wie Inklusion mitten in der Gemeinde gelingen kann“, so Sascha Decker, Pressesprecher der Bonner Soziallotterie. „Der Aktion Mensch ist es wichtig, dass Menschen mit und ohne Behinderung in allen Bereichen des Lebens zusammenkommen.“ Deshalb würden besonders Projekte gefördert, die den „Inklusionsgedanken mit Leben“ füllen.

Mit dem umfangreichen Angebot würden die von der UN-Konvention verankerten Rechte von Menschen mit Behinderung umgesetzt. Darin ist die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Handicap an allen gesellschaftlichen Lebensbereichen festgeschrieben. „Unser Ziel ist es, mit neuen inklusiven Angeboten Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzuführen“, erläutert Lebenshilfe-Geschäftsführer Jürgen Swazinna. Für den Aufbau, die Koordination und kontinuierliche Weiterentwicklung des „Treffpunkts Mensch“ sucht die Lebenshilfe nun einen Pädagogischen Koordinator. „Hier sollen für Kinder, Jugendliche sowie Familien und Senioren beratende, familienentlastende und gesellschaftliche Angebote geschaffen werden“, so die stellvertretende Geschäftsführerin und zweite Vereinsvorsitzende Susanne Hermerding. Die Bauanträge seien bereits genehmigt, und die Fundamente würden schon in den nächsten Tagen geschüttet.

Auf dem Architektenplan ist die Nutzung des zweistöckigen Gebäudes klar zu erkennen. So ist zum Beispiel im Erdgeschoss ein fast 40 Quadratmeter großes Werkatelier geplant. Unter anderem soll hier die Möglichkeit zu Holz- und Töpferarbeiten sowie anderen Kunstarbeiten angeboten werden. Doch noch fehlt die Inneneinrichtung für diesen Raum. „Wir hoffen, dass wir weitere Sponsoren finden, die uns die Anschaffung der notwendigen Ausstattung im Wert von 30.000 Euro ermöglichen“, sagt Swazinna. Natürlich sind im Erdgeschoss auch großzügig angelegte, behindertengerechte Toilettenanlagen vorgesehen. In einem modernen Veranstaltungsraum soll es Angebote für Jedermann geben, und ein Stockwerk höher steht den Gästen des Hauses ein fast 60 Quadratmeter großer Mehrzweckraum zur Verfügung. Zu den neuen Projekten, die sich am Bedarf orientieren, kann es dort unter anderem Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit Behinderung geben.

„Wir wollen die Eltern stärken und Unterstützung in Übergangssituationen leisten“, sagt der Geschäftsführer. Selbsthilfegruppen oder Hilfen über Tag für junge Mütter und geistig behinderte Eltern werden ebenso zu den neu geschaffenen Möglichkeiten gehören wie Einzel- und Gruppenangebote für Menschen mit autistischen Störungen. Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe sowie präventive Angebote sollen ebenfalls dazu kommen. Die Palette werde von Erlebnispädagogik über Theater- und Musicalgruppen bis hin zu Mädchen- und Jugendtreffs sowie Ausflügen und Freizeiten reichen.

„Dafür suchen wir noch ehrenamtliche Helfer, die uns bei der Durchführung der Kurse und Seminare unterstützen“, so Susanne Hermerding. „Die Angebote sollen auf eine sehr breite Basis gestellt werden“, betont sie bei der Vorstellung des ambitionierten Projekts. Wesentliches Ziel sei es, bereits bestehende Kooperationen auszubauen – und so werde auch die Zusammenarbeit mit dem Käte-Reiners-Kindergarten und dem Städtischen Alten- und Pflegeheim profitieren. „Zudem wollen wir die Vernetzung mit anderen sozialen Einrichtungen und insbesondere mit Trägern der Jugendhilfe forcieren“, kündigt Hermerding weiter an. Wie etwa mit dem Diakonischen Werk Husum, mit dem es bereits seit vielen Jahren Kooperationen auf verschiedenen Feldern gibt. „Mit dem Treffpunkt Mensch entstehen hier völlig neue Perspektiven.“

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