777 Jahre Leck : Ein Zentrum für Sport und Bildung

Sportanlagen, Schulen und andere Bildungseinrichtungen entstanden entlang der Flensburger Straße. Foto: Ulrich Jeß
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Sportanlagen, Schulen und andere Bildungseinrichtungen entstanden entlang der Flensburger Straße. Foto: Ulrich Jeß

In unserer Serie zum 777-jährigen Bestehen der Gemeinde Leck stellen wir heute den Bereich beiderseits der Flensburger Straße vor. Dort, wo einst Feuchtgebiete und Heide das Landschaftsbild prägten, finden sich heute Wohngebiete und eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen.

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15. August 2008, 07:28 Uhr

Leck | Feuchtgebiete und Heidelandschaften prägten in der Vergangenheit den Süden von Leck. Von Herbst bis Frühjahr stand das Gebiet von der Lecker Au (Flensburger Straße) bis hin zum Kokkedahler Weg unter Wasser und bot den Kindern im Winter eine ideale Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen. Die Auregulierung durch das "Programm Nord" Mitte der 50er-Jahre legte das Gebiet trocken und schuf Platz für Wohngebiete und Tennisanlage. Nicht weit entfernt entstand in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein vorbildliches Schul- und Sportzentrum.

Ein Erlenhain erinnert heute an die früher überflutete Auniederung, die Straße "An der Heide" zollt dem ehemaligen Heidebereich Tribut. Es gab nur wenige Häuser. Am Ortsausgang lag rechter Hand die Wirtschaft Karlsburg, links ging es zum Hof Schmörholm, der als einziger landwirtschaftlicher Betrieb in Lecks Süden geblieben ist. Der Blick in den Ort richtet sich auf die Süderbrücke, die bis 1904 Lecks einzige Brücke über die Au war. Damals war es noch eine Holzkonstruktion, die ordentlich dröhnte, wenn die Wagen darüber rollten.
"Hexenherdchen"
Die Bebauung ging langsam voran. 1923, zwei Jahre nach der Grenzziehung zum Königreich Dänemark, wurde die Grenzvolkshochschule eingeweiht. Geländesportschule hieß sie während des Dritten Reiches, Nordmarkschule im Weltkrieg. Nach dem Krieg fanden in der dann benannten Grenzlandschule viele Flüchtlinge ihre erste Unterkunft. Im großen Saal kochten sie ihre Speisen auf "Hexenherdchen", wie es im Volksmund hieß. Bestens bekannt ist sie immer noch unter der Bezeichnung Heimvolkshochschule. Die Bildungseinrichtung für Erwachsene passte sich stets den Erfordernissen der Zeit an und heißt heute Nordsee-Akademie.
Borussia Dortmund gegen Westerland
In den 60er-Jahren entstand der Bereich um die Straße "An der Freiheit", über Jahre hinweg wuchs das Wohngebiet Schmörholm. Hier wie auch im Kaiserhain waren nach dem Krieg Barackenlager zu finden. Im Westen grenzte ein Jahrzehnt später, in den 70er-Jahren, das Kokkedahler Wohngebiet an. Die Entwicklung des Ortes überschlug sich fast: Ein Freibad entstand 1959. 40 Jahre später wurde es wegen des zu hohen Sanierungsaufwandes zugeschüttet. 1961 gelang es, auf dem "Sturzacker" genannten Sportplatz an der damaligen Heimvolkshochschule ein noch heute in seiner Größe respektables Stadion zu bauen. Es bestand seine Bewährungsprobe mit einem Fußball-Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Westerland, wie Heimatforscher Horst Muesfeldt noch genau weiß. Nicht nur mit dem Stadion, sondern auch mit der Reitanlage, die 1972 eingeweiht wurde, ist der Name des Ehrenbürgers Lecks, Jakob Johannsen, eng verknüpft, denn er setzte sich vehement für deren Realisierung ein. Große Reit- und Fahr turniere machten den Ort weit über die Landesgrenzen bekannt.
Neubauten
Schlag auf Schlag ging es weiter: 1965 konnte der Unterricht in der neu gebauten Realschule im Süderholz beginnen, die Minigolf-Anlage entstand, 1967 wurde das Soldatenheim in der Flensburger Straße eingeweiht, schloss allerdings schon wieder 1983. Heute ist dort unter anderem die Familienbildungsstätte beheimatet. 1972 folgte der Neubau der Frieda-Erichson-Schule südlich der Realschule und im gleichen Atemzug die Nordfrieslandhalle sowie die Schwimmhalle. Letztere öffnete im Oktober 1974 ihre Türen, wurde nach Umbauarbeiten als Erlebnisbad 1998 wieder eingeweiht und zählt heute im Jahr rund 130 000 Besucher.

28 Jahre sind es her, als sich 575 Kinder und 26 Lehrer auf den Weg von der Eesacker Straße in das neue Hauptschul-Gebäude im Schulzentrum machten. Sie gingen zu Fuß und schleppten jeder einen Stuhl mit. In den Schulgebäuden fand ab 1981 ebenfalls die Abendvolkshochschule Unterschlupf: Im vergangenen Jahr wies die Statistik knapp 7 000 Kursteilnehmer, 4 440 Unterrichtsstunden und 228 Kurse und Fahrten auf.
Bauland statt Heide
Und dort, wo früher die Heide blühte, hat die Gemeinde das Areal hinter dem heutigen Wohngebiet Mitte der 70er-Jahre erworben. Damals schien sich abzuzeichnen, dass der Platz auf dem vorhandenen Friedhof nicht mehr ausreichen würde. Heute ist der Bedarf nicht mehr da und es wird darüber nachgedacht, den Bereich als Bauland auszuweisen.

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