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Kinder im Schlammloch : Ein Zaun hätte das Unglück verhindert

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwei Kinder versackten in Friedrichstadt in einem Schlammloch auf dem Abrissgelände des Großen Gartens. Auch die Retter hatten mit dem Morast zu kämpfen. Eine Baufirma hatte es versäumt, einen Zaun aufzustellen.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Friedrichstadt | Glück im Unglück hatten zwei Jungen im Alter von zehn und zwölf Jahren am späten Dienstagnachmittag, als sie auf dem Gelände des ehemals weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Ausflugslokals Großer Garten spielten. Denn mittlerweile ist das Gebäude abgerissen, nur noch eine matschige Fläche am Stapelholmer Platz erinnert an das große Lokal. Kein Zaun hinderte die Kinder am Toben. Doch plötzlich sackten sie in einem Matschloch ein. Bis zur Brust versanken sie im Schlamm, konnten sich nicht mehr befreien. Durch ihre Hilferufe aufmerksam gewordene Passanten verständigten die Polizei und die Feuerwehr. Ein Beamter, der die beiden Jungen aus dem Schlamm ziehen wollte, sackte bis zum Hosenbund ein, konnte sich aber noch selbst befreien. Schließlich gelang es den Aktiven der Stadtfeuerwehr und der Wehr aus Koldenbüttel, die Kinder zu retten. „Dabei stand auch einer meiner Männer plötzlich bis über die Gummistiefel im Modder“, sagte Wehrführer Birger Thomsen. Er macht kein Hehl daraus, dass ihm ganz anders geworden sei, als ihn die Meldung von zwei verschütteten Kindern erreicht hatte. Glück hatten sie, denn bis auf eine leichte Unterkühlung überstanden sie das Abenteuer, das auch ganz anders hätte ausgehen können, unbeschadet.

Nun allerdings stellt sich die Frage, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Diana Meyer, Leiterin des Ordnungsamtes des Amtes Nordsee-Treene in Mildstedt, betonte gegenüber unserer Zeitung, dass eigentlich der Abbruch für beendet angesehen worden war und daher auch kein Bauzaun mehr erforderlich erschien. Niemand habe wissen können, dass die verfüllte Fläche, besonders der Bereich der früheren Kellerräume, nicht verdichtet worden war. So sickerte immer mehr Regenwasser in den Boden und verwandelte ihn in eine regelrechte Morastblase.

Die Verantwortung sieht Diana Meyer in erster Linie bei der Bau- beziehungsweise der Abbruchfirma. Die hätte ihrer Ansicht nach den Auftrag ordentlich ausführen müssen, also auch den Boden verdichten. Ihren eigenen Mitarbeitern hätte sich nach Ende der Bauarbeiten ein ordentlicher Eindruck geboten, so dass ein Zaun um das Gelände nicht mehr angebracht erschien.

Nun allerdings sieht die Lage anders aus. Gestern nahm Diana Meyer unverzüglich Kontakt zur Baufirma auf, die spätestens Donnerstag einen Bauzaun um das Gelände aufstellen will, so lange bis der Boden verdichtet ist. Zur Gefahrenabwehr bis Donnerstag wurde der Bauhof der Stadt beauftragt, das gesamte Gelände mit so genanntem Flatterband abzusperren. Allerdings wurden dabei sehr sparsam Stützstangen eingesetzt, denn bereits mittags war das rot-weiße Absperrband teilweise zerrissen oder stand kurz davor.

Die Kosten für den Rettungseinsatz, es waren die Feuerwehren Friedrichstadt und Koldenbüttel, ein Rettungsteam aus Norderstapel und der Notarzt aus Tönning im Einsatz, müsse wohl die Baufirma begleichen, da sie den Schaden verursacht habe, sagt Diana Meyer. Das Unternehmen sei auch Ansprechpartner für die Eltern der Kinder bei möglichen Forderungen.

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