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Erfolgreiche Mahnwache : Ein Weihnachten für die Tiere

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Olaf Zeuch ist zufrieden mit seiner 55-stündigen Protestaktion vor dem Husumer Schlachthof. Viele Menschen haben ihn besucht und bei seinem Vorhaben unterstützt.

von
erstellt am 02.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Statt Weihnachten im Kreis der Familie um den Tannenbaum zu sitzen, hat Olaf Zeuch die Weihnachtsfeiertage mit einer Mahnwache vor dem Husumer Schlachthof verbracht (wir berichteten). Sehr zufrieden kam der 49-jährige jetzt in seinen Heimatort Barkelsby bei Eckernförde zurück – und zeigte sich begeistert von den Erlebnissen.

Erhofft hatte er sich schon eine Wirkung von seiner Aktion. Dass es am Ende aber so gut lief und die 55 Stunden quasi getragen vom Interesse und dem Zuspruch der Besucher wie im Flug vergingen, das hatte er nicht erwartet. Mit seiner Aktion wollte der sich vegetarisch und überwiegend auch vegan ernährende Zeuch an die vielen tausend Tiere erinnern, die zu den Festtagen mit ihrer Friedensbotschaft getötet wurden, um verspeist zu werden. Er werbe dafür, Tiere als hochentwickelte Lebewesen anzusehen, so Zeuch. Dass er als Mensch und nicht als Massenzuchttier auf die Welt kam, habe keinen sinnigen Grund, sondern sei Zufall. Daher sollten Menschen Tieren denselben Respekt erweisen, den sich selbst wünschten.

Gut vorbereitet hatte er sich auf den Weg in die Storm-Stadt gemacht, wo er seine Mahnwache auf öffentlichem Grund und mit einer Genehmigung der Stadt in der Tasche abhielt. Als er am Heiligen Abend um 15 Uhr anreiste, wurde er schon von zwei Unterstützern empfangen. Im Nu hatten sie einen Sonnenschirm samt Fuß organisiert. So schufen sie einige wenige trockene Quadratmeter, denn es regnete anhaltend und war sehr windig, berichtete Zeuch. Für die nötige Wärme sorgte sein Feuerkorb. Immer mehr Menschen kamen vorbei, blieben eine Zeit lang und diskutierten mit ihm. Gegen Mitternacht kehrte Ruhe ein, und Zeuch sichtete im Auto seine SMS. Vielen antwortete er. Schätzungsweise 50 bekam er die Tage über, dazu unzählige Anrufe und über Facebook hunderte von Nachrichten. „Alle waren begeistert und glücklich“, sagte Zeuch. Zwei kritische Stimmen erreichten ihn zwar auch, doch reden konnte er mit den Leuten nicht.

Die Hilfsbereitschaft der Husumer vor dem Schlachthof sei riesig gewesen, erzählt er erfreut. Er habe immer etwas Warmes zu Essen bekommen und viele Besucher hätten heiße Getränke mitgebracht. Seine eigenen Vorräte im Auto brauchte er so nicht anzugreifen. Und hatte immer jemanden zum Sprechen.

Nachts schlief er im Auto, zwischendurch fuhr er ein paar Runden, damit die Heizung den Innenraum aufwärmte. Verglichen mit den Qualen und Leiden, die Rinder, Kälber, Schweine oder Hühner täglich erlebten, sei das aber „ein Klacks“, den er gerne ertrage, so Zeuch. Schätzungsweise 30 Menschen – sehr viele kamen ganz unabhängig voneinander aus dem Stadtgebiet, andere aus ganz Schleswig-Holstein – besuchten ihn und lobten ihn für sein Engagement. So auch Bernd Mallon, der Bundesgeneralsekretär der Partei Mensch, Umwelt und Tierschutz. „Ich finde die Aktion ganz großartig, die 55 Stunden hätte ich nicht ausgehalten“, sagte Mallon. Er habe das Gefühl, dass viele Menschen im Innern schon den Tierschutz und das Tierwohl beherzigten, aber es zu viele Gewohnheiten gebe, die die Umsetzung noch erschwerten.

Zeuchs Frau und seine beiden Töchter unterstützten sein Vorhaben und feierten in Flensburg Weihnachten. „Über Telefon standen wir in Kontakt“, sagt Zeuch. Seine Familie kenne seine Ansichten und so sei es gut gewesen. Mit seiner Aktion wolle er die Menschen anstoßen, über ihr Handeln nachzudenken. Und es sei sogar ad hoc möglich, Massentierhaltung und Massenschlachtungen zu beenden, wenn ganz viele Menschen in Ruhe über ihren Umgang mit den Tieren nachdächten.

Als Fazit steht für Zeuch fest, dass er weitere Aktionen starten werde – auch im Verbund mit anderen Menschen. Diese Mahnwache sei der Auftakt gewesen, zu Ostern wolle er wieder aktiv werden. „Ich hätte mir kein heiligeres Weihnachten vorstellen können und würde es sofort wieder machen.“

 

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