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Neue Bäume für Schobüll : Ein Wald für die nächsten 150 Jahre

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bericht im Husumer Rathaus über die Wiederaufforstung: Es werden mehr Laubbäume eingesetzt und so ein Mischbestand aufgezogen. Auf die Erhaltung alter Bäume wird aber ebenfalls großer Wert gelegt. Bis das Naherholungsgebiet in Schobüll wie früher aussieht, wird es aber noch lange dauern.

So richtig fassen kann sie es immer noch nicht. Wenn Anke Blümling aus Hattstedt mit ihrem Hund durch den Schobüller Wald geht, dann ist sie immer noch betroffen von der unvorstellbaren Zerstörung. Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, dass die beiden Orkane „Christian“ und „Xaver“ den Erholungswald zum größten Teil dem Erdboden gleich gemacht haben. Inzwischen ist die Aufforstung aber in vollem Gange. Und darüber, wie das Wiederbewaldungskonzept aussieht, was bereits unternommen wurde und was noch folgen wird, berichtete Bernd Friedrichsdorf vom schleswig-holsteinischen Landesforst bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus.

„Den Orkanen sind landesweit 450.000 Festmeter Holz zum Opfer gefallen“, so der Leiter der Abteilung für biologische Produktion, Naturschutz und Jagd bei den Landesforsten. Insgesamt müssten etwa 1,5 Millionen Setzlinge neu gepflanzt werden. Acht Landesforste seien betroffen gewesen, am schlimmsten sei der Bereich um Drelsdorf heimgesucht worden.

In seinem Vortrag ging er hauptsächlich auf den Schobüller Wald ein. Dort sei der Verlust von gut 4000 Festmeter Holz zu beklagen. Mit der Entfernung des Bruchholzes sei man inzwischen fast fertig, und die Wiederherstellung der Infrastruktur wie zum Beispiel der Reit- und Wanderwege sei auch so gut wie abgeschlossen. Doch bis die am Wegesrand gelagerten Baumstämme zum Abtransport bereit seien, dürften nach seiner Einschätzung noch einige Monate vergehen.

Bei der Aufforstung würden keine Fremdstoffe eingesetzt. „Wir sind verpflichtet, weder Dünger noch Pestizide zu verwenden, auch eine Mineralbodenbearbeitung wird es nicht geben.“ Damit sei eine Kalkung ebenfalls ausgeschlossen. Die Walderneuerung werde mindestes zwei Jahre in Anspruch nehmen, so Friedrichsdorf. Bis Ende des Jahres sollen gut 50.000 junge Pflanzen gesetzt werden. „Unser Ziel ist es, den Schobüller Wald als Naherholungswald der Stadt Husum wieder aufzubauen.“ Eine zusätzliche natürliche Verjüngung würde dem neuen Wald nur gut tun, so der Fachmann. Die Freiflächen, in denen beispielsweise Eichen gesetzt würden, müssten eingezäunt werden, um sie vor Wildfraß zu schützen. Er gehe aber davon aus, dass nach etwa sieben Jahren die Umzäunung wieder abgebaut werden könne. Überhaupt würden mehr Laubbäume eingesetzt werden und so ein Mischbestand aufgezogen. Auf die Erhaltung alter Bäume werde jedoch ebenfalls großer Wert gelegt. „Bis aber das frühere Erscheinungsbild wieder vorhanden ist, wird es noch lange dauern.“ Immerhin soll der „neue“ Wald 150 Jahre halten.

Der Referent verwies weiterhin darauf, dass man auch auf die Schädlinge ein Auge haben müsse. Daher werde der Waldbestand jedes Jahr durchgemustert. Am Ende entstand noch eine Diskussion über die Wiederherstellung des Erlebnispfades. „Aus touristischen und heilpädagogischen Gründen muss der unbedingt wieder aufgebaut werden“, war zu hören.

Die restlichen Heideflächen sollen ebenfalls gepflegt und erhalten werden. Darauf verwies Franz Brambrink vom Kreis Nordfriesland. Vom ursprünglichen Heideberg seien noch Spuren erhalten. Einige Flächen seien bereits vergrast und müssten nun entsprechend behandelt werden. Bereits vor zehn Jahren seien derartige Maßnahmen durchgeführt worden – jedoch mit mäßigem Erfolg. „Unser Ziel ist es weiterhin, diese Stellen wieder in blühende Heideflächen zu verwandeln.“

Anke Blümling freut sich über die Wiederaufforstung. „Sponsoren sollten sich daran beteiligen“, schlug sie vor. Sie selbst werde es wohl nicht mehr erleben, dass der Erholungswald wieder in seiner ganzen Pracht steht. „Aber die Generation nach mir – die wird hoffentlich davon profitieren.“

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