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Friedrichstadts teure Brücken : Ein Wahrzeichen wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Instandsetzung der Blauen Brücke in Friedrichstadt verschlingt gut 150.000 Euro. 18 Brücken in der Stadt müssen regelmäßig kontrolliert und gewartet werden. Die neue Middelbrüch muss bis zum 6. Dezember gebaut sein.

Das Klein-Amsterdam des Nordens, wie Friedrichstadt auch genannt wird, lockt nicht nur Touristen mit seinen Grachten und dem historischen Stadtkern an. Die typische holländische Bauweise mit den Wasserläufen mitten in der Stadt bedeutet auch, 18 Brücken zu unterhalten. Und für eine Stadt mit knapp 2.600 Einwohner ist dies eine große Aufgabe. Schließlich muss für jedes dieser Bauwerke, auch wenn es nur von Fußgängern genutzt werden kann, ein so genanntes Brückenbuch geführt werden. Alle sechs Jahre gibt es eine Hauptuntersuchung, ähnlich der eines Autos beim TÜV. Hinzu kommt alle drei Jahre eine Nebenprüfung und jedes Jahr eine Begehung. Alle gesammelten Ergebnisse werden protokolliert und sind in dem Brückenbuch nachlesbar. Die Prüfungen selbst dürfen nur von Spezialisten, extra ausgebildeten Ingenieuren, vorgenommen werden.

Bereits seit Wochen verbirgt sich eines der bekanntesten Brückenbauwerke der Stadt, die Blaue Brücke, unter Gerüsten und Schutzfolien. Zuletzt waren Korrosionsschutzarbeiten 2005 und 2006 vorgenommen worden, jetzt waren sie wieder fällig. Der Stahlbau wird überholt und mit einer neuen Schutzfarbe versehen, die zwischen zehn und 15 Jahre halten soll. Bei der Untersuchung entdeckten die Techniker aber auch stark korrodierte Teile, die ersetzt beziehungsweise wieder in Stand gesetzt wurden. Die Kosten für die Sanierung des Bauwerks über den Westersielzug in Höhe des Naturerlebnisraums und des Clubhauses der Friedrichstädter Rudergesellschaft belaufen sich mittlerweile auf rund 150.000 Euro. „Wir hatten eigentlich mit weniger gerechnet“, sagt dazu Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt.

Nach Auskunft von Anja Schott aus dem Amtsteam-Technik dürfte die Blaue Brücke über den Westersielzug noch knapp zwei Wochen unter den Planen verborgen bleiben. „Wir haben gleich alle Arbeiten ausführen lassen, denn das kostenintensive ist das Auf- und Abbauen der verschiedenen Gerüste auf und über der Brücke über dem Wasserlauf.“

Die eigentlichen Malerarbeiten werden wohl, wenn das Wetter mitspielt, in der kommenden Woche beendet sein. Dabei ist nach Auskunft von Anja Schott das eigentliche Aufbringen der Farbe der geringste Arbeitsanteil. Die Vorbereitungen, nämlich das Sandstrahlen der Stahlbauteile, um den Rost restlos zu entfernen, sind sehr zeitaufwendig. Hinzu kommt, dass das Strahlmaterial nicht in den Wasserlauf fallen darf, es muss aufgefangen und abgefahren werden. Daher, so erläutert die Amtsvertreterin, sei das Einrüsten und so genannte Einhausen so arbeitsintensiv.

Teuer ist es für die Stadt, denn der Unterhalt der Brücken ist ihre Aufgabe,einen besonderen Posten „Brückensanierung“ gibt es nicht in der Landeskasse, so dass tatsächlich der ohnehin klamme Stadthaushalt dran glauben muss. „Das belastet schon“, sagt das Stadt-Oberhaupt und merkt an, dass bei der Blauen Brücke aber auch umfangreiche Arbeiten ausgeführt worden seien.

In einigen Fällen fließen allerdings doch Zuschüsse in das Holländerstädtchen, wie etwas bei der Middelbrüch, der Querung des Mittelburggrabens, direkt neben dem historischen Marktplatz. Die Fußgängerbrücke wurde von einer mächtigen Weide zerstört, die der Orkan „Christian“ Ende Oktober des vergangenen Jahres umwarf. Die Reparatur hätte nach einem ersten Gutachten 40.000 Euro gekostet, ein Neubau hingegen nur 80.000 Euro. Die Stadt entschied sich für einen Neubau, da nicht bekannt war, wie es um die Stützpfeiler der alten Brücke steht. Schließlich kam ein weiteres Gutachten auf den Tisch. Die Reparatur sollte nun 60.000 und ein Neubau 120.000 Euro kosten. Doch damit war das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. In der September-Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege wurden neue Zahlen vorgelegt, die das Gremium erschütterten. Nun sollte der Neubau komplett 156.000 Euro kosten. Trotz Bedenken, stimmte schließlich der Stadtrat dafür. Mittlerweile hatte sich auch ein Unternehmer bereit erklärt, die Brücke über den Mittelburggraben wieder aus Holz zu errichten, lediglich für die Materialkosten muss die Stadt aufkommen,.

Jetzt wird es allerdings langsam eng. Das Land gewährte der Stadt außer der Reihe Fördermittel in Höhe von 130.000 Euro. Allerdings muss das Bauwerk bis Sonnabend, 6. Dezember, fertig sein, weil dann die Förderfristen auslaufen.

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erstellt am 05.Nov.2014 | 18:30 Uhr

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