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St.Peter-Ording: Einst und Heute : Ein Vormittag für Leib, Seele und Geist

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein gemeinsames Frühstück der Kirchengemeinden St. Peter-Ording und Tating mit bis zu 40 Gästen bietet zusätzlich einen Vortrag. Die Runde trifft sich donnerstags einmal pro Monat.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 10:15 Uhr

Kirchenfrühstück heißt das neue und ganz besondere Angebot der Kirchengemeinden St. Peter-Ording und Tating seit März des Jahres. Es richtet sich vorwiegend an Einheimische und findet einmal im Monat donnerstags von 9 bis 11 Uhr im Gemeindehaus am Marktplatz statt. Es gibt außer Kulinarischem zur Stärkung für den Tag Gemeinschaft sowie Information von gestern und heute aus dem Orts- und Tagesgeschehen und das Gespräch miteinander darüber.

Den Anstoß dazu erhielt Diakonin Andrea Streubier von ihren Eltern Christa und Kurt Streubier, die seit zwei Jahren in St. Peter-Ording wohnen. Für das Vorbereitungsteam konnte sie außer ihnen Anke Willecke gewinnen, die in Ording aufgewachsen ist. Die Frühstücksrunde ist inzwischen von zuerst 26 auf bis zu 40 Teilnehmern angewachsen und hat sich etabliert. In vier Tischgruppen wird gemeinsam gefrühstückt. Es gibt Gewohntes, aber auch manches, was man selber besonders als Alleinstehender so nicht auf dem Tisch hat. Gertrud Jöns aus St. Peter Ording erläuterte, warum sie und ihre Tischnachbarn dieses Angebot im Gemeindehaus einfach gut finden: „Es macht uns Freude, gemeinsam zu frühstücken. Es gibt immer etwas zu erzählen.“

Tische und Stühle mussten dieses Mal noch dazu gestellt werden, damit die Gäste alle Platz finden konnten. Zurzeit ist der Ort Gesprächsthema. Im September ging es um das alte St. Peter. In diesem Monat war Claus Heitmann geladener Gast. Als Ortskenner informierte er unter der Überschrift „Vom Armenhaus zur Tourismushochburg“. Er spannte dazu einen Bogen von mehr als 500 Jahren.

Erst nach der Reformation war die Gemeinde zuständig für die Armen. Vorher waren diese auf Almosen angewiesen. St. Peter war in Eiderstedt das Armenhaus. Der reichste war der Lehnsmann. Dieser musste für die Armen zahlen, die dadurch aber von ihm abhängig waren. Seitens der dänischen Herrschaft wurden seit 1721 sehr viele Verordnungen gegen Armut erlassen wie Verbot des Bettelns, Armensteuer der Besitzenden, Heimatrecht, Gesindeordnung und Armenverordnung. Armenhäuser wurden gebaut. Man nannte sie auch Werkhäuser. In ihnen sollten die Kinder zu handwerklichen Fähigkeiten herangeführt werden. Erst als Schleswig-Holstein 1867 preußische Provinz geworden war, führten staatliche Regelungen zu einem Ende dieser Abhängigkeit.

Als das Badewesen entstand, verbesserte sich die Situation besonders für Ording. Die Cholera in Hamburg 1892 führte zur Unterbringung von Kindern. Dadurch entstanden Kinderheime, Naturheilkunde und Klimatherapie wurden ab 1913 in der Kuranstalt „Goldene Schlüssel“ praktiziert. Heute ist St. Peter-Ording ein bedeutender Tourismusstandort. Das bringt neue Herausforderungen. Das moderne St. Peter wird aber erst im Mai 2015 Gesprächsthema sein.

Andrea Streubier dankte Claus Heitmann für seinen lebendigen Vortrag und ihrem Team für die Unterstützung. Das nächste Kirchenfrühstück ist am Donnerstag, 20. November, wieder von 9 bis 11 Uhr. Dann geht es mit den Augen ins portugiesische Blumenparadies auf Madeira. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
 

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