Zehn Jahre LKN : Ein Vorbild für Konfliktlösungen

Die Gratulanten am Rednerpult – hier Oberdeichgraf Jan Rabeler (rechts) – waren allesamt voll des Lobes für den LKN.
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Die Gratulanten am Rednerpult – hier Oberdeichgraf Jan Rabeler (rechts) – waren allesamt voll des Lobes für den LKN.

Seit 2008 dem Slogan „Wir schützen Schleswig-Holsteins Küsten“ verpflichtet: Der Landesbetrieb feiert Geburtstag mit 200 Gästen.

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19. Januar 2018, 10:00 Uhr

Vor einer Dekade das sogenannte Licht der Welt zu erblicken – normalerweise Anlass für einen zünftigen Kindergeburtstag. Mit Torte und zehn Kerzen zum Ausblasen drauf. Vielleicht auch mit Blinde-Kuh-Spielchen und Topfschlagen oder so . . . Auf jeden Fall aber mit einem überschaubaren Kreis von Gratulanten.

Alles nicht Sache des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Schleswig-Holstein mit Sitz in Husum. Der hatte knapp 350 Einladungen an Geschäftspartner, Verbände, Kollegialbehörden und wissenschaftliche Einrichtungen verschickt, um sein erstes rundes Jubiläum im ganz großen Rahmen zu begehen. Ins Nordsee-Congress-Centrum gekommen waren gestern schließlich rund 200 Gäste. Und statt Kerzen-Torte und Sackhüpfen gab es Cremesuppe von Nordstrander Kartoffeln mit gebratenen Rauchwurstscheiben – aufgetischt von Messe-Koch Erik Brack – und viele schöne Worte. Und zwischendurch so gute Unterhaltung der Big-Band der Husumer Theodor-Storm-Schule, dass nicht nur Ministerpräsident Daniel Günther von einem „besonderen Musikerlebnis“ sprach, sondern die Festgesellschaft auch nach dem letzten von fünf Stücken lang anhaltenden Beifall spendete.

Apropos: Schleswig-Holsteins Landesvater war zwischen Zahnarzt- und Polit-Termin, der ihn zeitig nach Kiel zurückrief, nach Husum gekommen, um seinen Vize zu vertreten: Umweltminister Robert Habeck ist momentan bei der Sonder-Agrarministerkonferenz zur Schweinepest in Berlin unabkömmlich, ließ sich aber nach der Anmoderation von LKN-Leiter Johannes Oelerich und einem vierminütigen Imagefilm für eine Videobotschaft zuschalten. Das Geburtstagskind sei immer ein Vorbild für Konfliktlösungen an der Schnittstelle zwischen Zivilisation und unberührter Natur, sagte Habeck. „Der Arbeit des LKN ist es zu verdanken, dass die Menschen in Schleswig-Holstein gut schlafen können.“

Auch Günther nannte den Betrieb einen zuverlässigen und unverzichtbaren Partner, um Gefahren für Bewohner und Umwelt an den Küsten des Landes abzuwehren und die Natur zu schützen. „Hier wird angepackt, damit wir keine Angst vor dem nächsten Sturm haben müssen.“

Ob Husums Bürgermeister Uwe Schmitz („Unsere Stadt ist stolz darauf, diesen Laden in ihren Mauern beherbergen zu dürfen“), dessen Amtskollege Volker Owerien aus dem Ostseebad Scharbeutz, Jonny Waller als Vorsitzender der Schutzstation Wattenmeer, Dithmarschens Landrat Jörn Klimant oder Oberdeichgraf Jan Rabeler vom Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt – alle nachfolgenden Redner waren voll des Lobes über die produktive und zielorientierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Der LKN habe zehn Jahre lang einen „tollen Job“ gemacht. Als letzter Gratulant am Pult zog der gebürtige Föhrer Klimaforscher und Meteorologe Hans von Storch seinen Hut. Der ehemalige Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht dankte dem LKN für „die kluge Zusammenführung der vielfältigen Aspekte unseres Lebensraums Küste“.

Der Direktor des Jubilars denkt rückblickend vor allem an seine 750 Mitarbeiter: „Die haben in zehn Jahren richtig was geschafft: Unsere Küsten sind sicherer als je zuvor, für grundlegende Untersuchungen setzen wir modernste Methoden ein – und wir entwickeln Strategien, die bis zum Ende des Jahrhunderts reichen.“ Dabei, so Oelerich, beteilige man Kommunen und Interessenverbände, hole wissenschaftliche Expertisen ein und suche nach gemeinsamen Lösungen, „die naturverträglich wie effizient, dauerhaft und kostengünstig sind“.

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