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Wahl zum „Menschen des Jahres 2015“ : Ein Visionär mit vielen Baustellen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Mildstedter Hans-Peter Henkens fühlt sich dem Gemeinwohl verpflichtet. Dabei widmet der 61-Jährige einen Großteil seiner Freizeit dem Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt.

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erstellt am 07.Nov.2015 | 16:30 Uhr

„Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.“ Diese bewusstseinserweiternde Selbsterkenntnis stammt aus der Feder des englischen Sozialphilosophen John Ruskin (1819 bis 1900). Für Hans-Peter Henkens so etwas wie ein Lebensmotto. Dass dieser Leitgedanke dem Mildstedter geradezu auf den Leib geschrieben ist, dürfte jedem klar werden, der einen Blick auf all seine Baustellen wirft. Die To-do-Liste des 61-Jährigen ist lang, seine ehrenamtlichen Interessen sind vielseitig. Und sämtlich dazu angetan, zu einem in dieser Ausprägung immer seltener werdenden Vorbild eines sozial fortschrittlichen Menschen beizutragen, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt und daraus Honig für die Seele saugt.

Henkens Umtriebigkeit umfassend gerecht zu werden, hieße Rahmen zu sprengen. Daher kann diese Annäherung an einen Mann, dem es fast unangenehm erscheint, von den Husumer Nachrichten überhaupt als „Mensch des Jahres“ vorgeschlagen zu werden, auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Apropos: Seine Nominierung sieht er denn auch nicht als persönliche Auszeichnung, sondern in aller Bescheidenheit „als Bestätigung für die Arbeit des ganzen Teams“. Und meint dabei in erster Linie seine Mitstreiter im Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo), an dessen Spitze er seit acht Jahren als erster Vorsitzender steht.

Der Mildstedter Ableger des Spitzenverbandes der Freien Wohlfahrtspflege hat im wahrsten Wortsinn Gewicht: Gemessen an der Zahl der Einwohner – zurzeit knapp 4000 – ist er der größte in Deutschland. Absolut liegt er mit 868 Mitgliedern bundesweit an vierter Stelle. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Stärke leistet die Awo-Ferienwoche, die seit 30 Jahren beim Mildstedter Nachwuchs für Begeisterung sorgt. Einst gedacht als Angebot an Sechs- bis Zwölfjährige aus Familien, die in den Sommerferien nicht vereisen können, steht die sechstägige Freizeit längst auch allen anderen Kindern offen – vorausgesetzt, die Eltern sind Awo-Mitglied.

Mittlerweile nehmen in der vierten Ferienwoche rund 20 ehrenamtliche Betreuer alljährlich bis zu 120 junge Teilnehmer unter ihre Fittiche. Förderung der sozialen Bildung, Erholung und gemeinschaftliche Erlebnisse werden dabei großgeschrieben. Ob in der Talentgruppe, auf dem Fußballfeld, beim Gesellschaftsspiel oder Basteln – immer gilt, dass die mitmachenden Kinder im ungezwungenen Wettbewerb und kreativen Miteinander an Selbstvertrauen gewinnen. „Viele Leute planen sogar schon ihren Urlaub um unsere Ferienwoche herum“, freut sich Henkens über den Erfolg der Veranstaltung, zu dem auch großzügige Sponsoren beitragen.

Die Freizeit ist nicht das einzige Eisen, das die Awo im Feuer hat: Der 1919 unter anderem von Urgroßvater Peter Henkens sen. und Opa Peter Henkens jun. – zunächst als Arbeitskreis innerhalb der Mildstedter SPD – ins Leben gerufene Ortsverein unterhält auch Kleinkindergruppen, einen Kinder- und Jugend- sowie einen Mädchentreff. Dazu steuert man eigene Projekte zum Angebot der Offenen Ganztagsschule im Ort bei und betreibt einen Kinderkleiderladen. Nicht zu vergessen die über 17 Betten verfügende Sozialstation für Haus- und Familienpflege am alten Bahnhof.

Daneben treibt Henkens, dessen Vater Johannes ihm 2007 das Awo-Ruder mit den Worten „De nächsten 28 Johr sünd dien“ übergab, zurzeit das Projekt „Wir im Quartier – wir in Mildstedt“ voran. Im Zentrum steht der Aufbau eines Nachbarschafts-Netzwerks, das zur gegenseitigen Unterstützung führen, bürgerschaftliches Engagement fördern und das Gemeinschaftsgefühl – auch über Generationen und Kulturen hinweg – stärken soll. Am Ende sieht der Sonderpädagoge an der Niebüller Carl-Ludwig-Jessen-Schule (ein Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung) ein konzeptionell strukturiertes Wohnumfeld, das allen Menschen ein gutes Leben in Mildstedt ermöglicht – auch jenen mit Pflegebedarf. „Ein bisschen Visionär darf man schon sein, ohne gleich als Spinner abgestempelt zu werden“, findet Henkens, der mit Kirstin verheiratet und Vater von vier Kindern im Alter zwischen 17 und 29 Jahren ist.

Ja, doch. Auch der Familie versucht er noch gerecht zu werden, schließlich hält sie ihm den Rücken frei. Und das längst nicht nur für seine Arbeit im Dienste des Awo-Ortsvereins. Henkens ist nämlich unter anderem auch noch Chef der SPD in Mildstedt, Sozialausschuss-Vorsitzender, Mitglied im Kreisvorstand der Awo und Stiftungsrats-Vorsitzender. „Ich möchte die Gemeinde voranbringen, das macht mir Spaß“, sagt er. John Ruskin hätte gewiss seine Freude dran.

Zur Absicherung seiner Sozialstation hat der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt Mildstedt vor 15 Jahren eine Stiftung gegründet. Die finanzielle Ausstattung der Einrichtung – inzwischen eine der wenigen Sozialstationen im Land, die auf allen Gebieten der ambulanten und stationären Pflege tätig ist – liegt zurzeit bei 268.900 Euro. Der Zinserlös aus dieser Summe beträgt 11.852 Euro. Davon erhält die Sozialstation jährlich 10.000 Euro. Um aber den Zuschussbedarf von 20.000 Euro abdecken zu können, ist die Mithilfe der Allgemeinheit vonnöten. Unterstützt werden kann die Stiftung durch die Überweisung einer Spende auf das Konto mit der Nummer 24001646 bei der Nord-Ostsee Sparkasse (Bankleitzahl: 21750000) beziehungsweise IBAN: DE95217500000024001646 (BIC: NOLADE 21NOS).

Abstimmen: Menschen des Jahres 2015

Leser können sich auf vielfältige Weise an der Aktion „Menschen des Jahres 2015“ beteiligen: www.shz.de/nachrichten/aktionen/mensch-des-jahres. Sie können für ihren „Menschen des Jahres“ auch anrufen (für 14 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk deutlich teurer). Die Stimmen werden bis zum 22. November, 24 Uhr, gesammelt.

 

Die Rufnummer für Hans-Peter Henkens lautet: 01375-80400489-01

Oder schicken Sie eine SMS mit dem Inhalt „shz hn“ und der Kandidatennummer 01 für Hans-Peter Henkens an die Nummer 42020 (Kosten tarifabhängig, wie normale SMS).

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