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Ausstellungen in Husum : Ein Versuch, Erinnerung zu bewahren

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwei Ausstellungen werden am Mittwoch, 27. Januar, in Husum eröffnet: „Generationen – KZ-Überlebende“ sowie „Gedenkstätten und Fotografie“. Letztere wurde von Schülern konzipiert.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 13:00 Uhr

Anlässlich des Tages zum nationalen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus lädt der Kreis Nordfriesland für Mittwoch, 27. Januar, zur Eröffnung der Ausstellungen „Generationen. KZ-Überlebende und die, die nach ihnen kommen“ und „Gedenkstätten und Fotografie“ ein – letztere wurde von Schülern konzipiert. Dazu hält Pastor Friedrich Mörs von der Husumer Kirchengemeinde St. Marien zunächst ab 17 Uhr in der Aula der Beruflichen Schule Husum, Herzog-Adolf-Straße 3, eine Andacht. Die einführenden Begrüßungsworte eine halbe Stunde später spricht Siegfried Puschmann, der stellvertretende Kreispräsident. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Posaunenchor Husum und Klarinettistin Bente Stenger.

Die Ausstellung „Generationen. KZ-Überlebende und die, die nach ihnen kommen“ beinhaltet eindrucksvolle Aufnahmen des Fotografen Mark Mühlhaus, die im Rahmen von Gedenkveranstaltungen, Gesprächen mit Zeitzeugen und Jugendworkcamps in Gedenkstätten in Deutschland, Österreich und Polen entstanden sind. Sie zeigen auf künstlerische Weise, woran sich verschiedene Generationen erinnern: KZ-Überlebende besuchen die alten Orte ihres Leidens und treten mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und aller Altersstufen in Dialog.

„Dieses Projekt ist unser Versuch, Erinnerung zu bewahren, beziehungsweise die Weitergabe von Erinnerung zu dokumentieren – wohl wissend, dies nur aus zweiter Hand tun zu können“, erklären die Initiatoren Ulrike Jensen und Mark Mühlhaus. Jensen wurde 1961 in Hamburg geboren. Sie studierte Geschichte, deutsche und englische Literaturwissenschaften und arbeitet seit 25 Jahren in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme als Historikerin und Gedenkstättenpädagogin.

Mühlhaus erblickte 1974 in Magdeburg das Licht der Welt, absolvierte eine Ausbildung als Fotograf und konzentrierte sich auf den Bildjournalismus und Autorenfotografie. Seine Schwerpunkte sind Gedenken, Flucht und Rassismus wie auch soziale Fragen. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Fotografen-Kollektivs attenzione photographers (2002) und arbeitet seit jener Zeit zum Thema „Überlebende“. Nähere Informationen dazu in Internet unter www.attenzione-photo.com und www.projekt-generationen.org.

Die zweite Ausstellung zeigt Schüler-Bilder aus einem Foto-Workshop zum Thema „Gedenkstätten und Fotografie“. Vom 26. bis 28. September 2014 haben sich Jugendliche aus Nordfriesland im Alter von 16 bis 20 Jahren in einem thematischen Workshop mit den Gedenkstätten Ladelund und Husum-Schwesing auseinandergesetzt. Bei dem Workshop mit Mark Mühlhaus entstanden Fotos, die ihren persönlichen Blickwinkel auf die nordfriesischen KZ-Gedenkstätten wiedergeben. Eine Auswahl dieser Fotografien wird nun zusammen mit der Ausstellung „Generationen“ in der Aula der Beruflichen Schule Husum präsentiert – und zwar von Donnerstag, 28. Januar, bis Freitag, 26. Februar, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Für Schulklassen ist eine Terminabsprache und Anmeldung (Personenzahl) erforderlich. Kontakt: Fachdienst Kultur, Steffi Friedrichsen, Telefon 04841/8973103 oder per E-Mail an steffi.friedrichsen@ nordfriesland.de. Die Präsentation der Ausstellung wird durch die Nord-Ostsee-Sparkasse gefördert. Weitere Infos unter www.nordfriesland.de/holocaust-gedenktag.

Weitere Veranstaltungen anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus im Kreisgebiet:

> Ladelund, 27. Januar, Gedenkstätte: ab 18 Uhr Begrüßung und Gedenken, ab 18.30 Uhr Vortragsveranstaltung: „Kein Gesetz, aber Recht: Schutzraum Kirchenasyl“, Dietlind Jochims, Pastorin und Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche.

> Friedrichstadt, 27. Januar: ab 15 Uhr Kranzniederlegung am Gedenkstein am jüdischen Friedhof Treenefeld, ab 19 Uhr wird an der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge der Dokumetarfilm „Die Frauen von Ravensbrück“ gezeigt.

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