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Bürgerbeschwerde in Husum : Ein Verbot, das nicht beachtet wird

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Viele Laster fahren unerlaubt viel zu früh zum Schlachthof an der Maas – die Verwaltung ist den Lärmbeschwerden nachgegangen. Viel Hoffnung kann sie den Anliegern aber nicht machen: Es sind einfach zu viele verschiedene Speditionen beteiligt.

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erstellt am 11.Apr.2014 | 09:30 Uhr

„Wir wissen jetzt nicht wirklich, was wir da noch machen können“, gab Ordnungsamtsleiter Günter Zumach in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses unumwunden zu und schloss damit seinen Sachstandsbericht zur Verkehrssituation in der Straße Maas ab. Anlass des Berichtes waren die Klagen eines Anwohners über Ruhestörung, die seit mehreren Monaten bei Ordnungsamt und Bürgermeister eingegangen seien. „Und jetzt wendet er sich auch an andere Stellen und an die Politik.“

Anlass seien die Lastwagen, die morgens zum Schlachthof fahren – und sich nicht an die erlaubten Zeiten halten. „Nach der seit Jahrzehnten überwiegend gewerblichen Nutzung in der Maas hat es dort durch die Lückenbebauung für Wohnzwecke sowie ganz besonders mit der Einfamilienhaus-Bebauung im Neubaugebiet Niegras eine wesentliche Nutzungsveränderung gegeben“, erläuterte Zumach. Nachdem die ersten Häuser bezugsfertig waren, wurde 2008 der Betrieb des Schlachthofes erweitert, was den Erlass einer neuen Betriebsgenehmigung erforderlich machte. „Und die ist viel restriktiver als die alte.“ So habe das Staatliche Umweltamt in Schleswig als zuständige Behörde verfügt, dass Lkw-Verkehr und Ladearbeiten nur von 6 bis 22 Uhr stattfinden dürfen, sagte der Ordnungsamtschef. „Innerhalb der morgendlichen Ruhezeit von 6 bis 7 Uhr dürfen maximal fünf Laster das Firmengelände anfahren und beladen werden. Und nur drei dürfen das Gelände nach der Beladung innerhalb dieses Zeitraumes verlassen.“ Entsprechende Verkehrsschilder mit den Zeiten des Einfahrverbots seien an der Einmündung von der Schobüller Straße zur Maas aufgestellt worden.

So weit, so gut. Nur werde diese Regelung leider oftmals einfach ignoriert. „Der Anwohner klagte, dass schon ab 5.30 Uhr Lkw bis vor das Tor fahren und dann dort warten, bis dieses um 6 Uhr geöffnet wird.“ Das Ordnungsamt habe die Beschwerden geprüft und den Sachverhalt bestätigt gesehen. „Wir haben also die Namen der Speditionen notiert und diese schriftlich aufgefordert, das Einfahrverbot zu beachten und die Fahrzeuge bei zu früher Ankunft auf der Neuen Freiheit zwischenzuparken.“

Allerdings hätte man wegen der Vielzahl der Spediteure nur einen Bruchteil der Firmen zu fassen bekommen. Und dasselbe Problem habe auch die Polizei gehabt: „Die ist ja für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständig. Die Beamten haben sich da auch aufgestellt und fleißig verwarnt – aber am nächsten Tag kamen wieder ganz andere an.“ Und die Polizei könne schließlich nicht jeden Morgen dort kontrollieren. „Wir haben natürlich auch den Schlachthof nach den Adressen der Spediteure gefragt, aber die gab es dort gar nicht: Denn nicht der Schlachthof bestellt die Spedition, sondern die Lieferanten.“

Der Beschwerdeführer sei mehrfach umfassend über alle Maßnahmen informiert worden. „Aber der kann das – zugegebenermaßen unbefriedigende – Ergebnis auch nicht akzeptieren“, so Zumach resigniert. Viel Hilfe konnte da auch der Ausschuss nicht bieten – außer der Idee eines Schneeballsystems: „Der Schlachthof kennt doch seine Lieferanten, und die sollen dann entsprechend alle von ihnen beauftragten Speditionen informieren“, schlug Alfred Mordhorst (CDU) vor. Man darf gespannt sein, ob das die Probleme lösen kann.

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