Aus den Gemeinden : Ein Unikat verlässt die politische Bühne

Seether Urgestein: Gemeindeoberhaupt Peter Dirks.
Seether Urgestein: Gemeindeoberhaupt Peter Dirks.

Seeths Bürgermeister Peter Dirks tritt nicht mehr zur Wahl an.

shz.de von
06. März 2018, 10:00 Uhr

Seit fast 18 Jahren lenkt Peter Dirks die Geschicke des 600-Einwohner-Dorfes Seeth. Doch für den 67-Jährigen war die jüngste Gemeindevertreter-Sitzung nicht nur die letzte dieser Legislaturperiode, sondern auch seine letzte als Bürgermeister. Denn zur Kommunalwahl am 6. Mai tritt er nicht wieder an. Mit ihm verlässt ein echtes Unikat die kommunalpolitische Bühne. Dirks möchte nun mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, wie er auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. „Man hört auf, wenn man sich danach fühlt und alles vernünftig und aufgeräumt hinterlässt. Und das ist bei mir der Fall“, so Dirks.

Mit seiner unnachahmlichen Art – geprägt durch den allseits bekannten trockenen Humor – führte Dirks souverän durch die Sitzung. Protokollführerin und Ordnungsamt-Mitarbeiterin Femke Postel, die ihn auf vielen Gemeindevertreter-Sitzungen begleitet hat, hatte an diesem Abend eine Art Erinnerungsalbum mit zahlreichen Zeitungsberichten im Gepäck. „Wir haben mal im Archiv nachgeforscht. Du warst ja ziemlich oft in den Husumer Nachrichten zu finden – und all das haben wir dir als Abschiedsgeschenk in diesem Album zusammengetragen“, erklärte Postel. Dafür gab es jede Mange Beifall.

„Inwohnerfrogen hebbt wi nich – dat lässt op Tofreedenheit schluuten“, sagte Dirks dann, als er zur Tagesordnung zurückkehrte. In seinem Bericht wies er darauf hin, dass es in punkto Neubaugebiet gut vorangehe. Es sei schon wieder ein Grundstück verkauft worden. Beim Anliefern der Sandmengen, die das Neubaugebiet von der Straße abschotten sollen, habe es allerdings Pannen gegeben – wie neben dem Gemeinde-Chef auch Bauausschuss-Vorsitzender Holger Pramschüfer bestätigte: Mehrfach haben sich die Sandliefer-Fahrzeuge festgefahren. Im Neubaugebiet werden fünf Straßenlaternen aufgestellt, gab das Gremium bekannt.

Ein großes Ärgernis stellt der Schrottcontainer dar, der im Verbindungsweg zwischen Norder- und Hauptstraße aufgestellt ist. „Da wird alles Mögliche abgeladen wie Autositze, Elektrogeräte, Mobiliar – und jetzt sitzen wir auch noch mit etlichen Türen und Kunststoff-Fenstern zu. Und – man höre und staune: Sie haben uns Badewannen und Duschbecken und als Frechheit drei Ladungen Badefliesen in die Gräben gekippt“, monierte Dirks.

Einstimmig beschlossen wurde an diesem Abend außerdem, dass das Kasernen-Gelände überplant wird, um es als Gewerbefläche nutzen zu können.

Weitere Themen:

>Zum Frühjahrsputz lädt die Gemeinde für den 17. März, 10 Uhr, ab Dorfgemeinschaftshaus ein. Nach der Aktion gibt es für die Helfer etwas zu essen.

>Erweitert werden soll die Oberflächenentwässerung. Der Auftrag geht an den günstigsten Anbieter, eine Firma aus Lunden. Kosten: rund 11.400 Euro.

>Starker Zuwachs in der Jugendfeuerwehr. Zur Zeit gibt es 22 Mitglieder. Die 1800 Euro, die für die Einkleidung des Nachwuchses aufgebracht werden müssen, teilen sich die Gemeinden Seeth und Drage.

>Eingestellt wird ein neuer Gemeindearbeiter in Vollzeit mit 38,5 Stunden.

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