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Unfrieden in Simonsberg : Ein tiefer Riss geht durch den Ort

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die geplante Erweiterung des Schweinemastbetriebes sorgte für Zwist auf der Gemeinderats-Sitzung. Anwohner fürchten den Wertverlust ihrer Immobilen.

Der tiefe Riss in der Gemeinde Simonsberg ist wohl nicht mehr zu kitten. Zu groß ist die Kluft zwischen Befürwortern und Gegnern der Erweiterung eines Schweinemastbetriebes im Ortsteil Finkhaus von etwa 1000 auf dann ungefähr 3000 Tiere. Der Unfrieden in der Gemeinde wurde in der jüngsten Ratssitzung in Simonsberg deutlich.

Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Gute Luft für Finkhaus sowie weiteren Zuhörern wurde ein trauriges Schauspiel geboten. „Wir wollen diese unsäglichen Beschimpfungen und Vorwürfe nicht“, stellte ein Mitglied des Koordinationsteams der BI in der Einwohnerfragestunde klar. „Wir berufen uns nur auf das demokratische Recht, unsere Meinung und Befürchtungen kundzutun.“

Dazu gehörte die Nachfrage, welche Änderungen in einer zweiten, von der Gemeinde eingereichten Stellungnahme gegenüber der ersten vorgenommen worden sind. „In der zweiten Stellungnahme sind wir auf den möglichen Wertverlust der Immobilien durch eine Vergrößerung des Schweinemastbetriebes eingegangen und haben diesen mit gut vier Millionen Euro beziffert“, antwortete Bürgermeisterin Angela Feddersen. Dies seien nur Schätzungen, die sich auf den Bereich Rieke Reech beziehen würden. Zudem sei auf mögliche Verluste bei Mieteinnahmen und auf die negativen Auswirkungen auf den Tourismus hingewiesen worden. „Wir sind in unserer weiteren Stellungnahme auch auf die Mehrbelastung der Straßen eingegangen“, so die Bürgermeisterin.

„Wo sind die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen verankert, innerhalb derer die Gemeinde die Bürger über die Absicht des Landwirtes hätte informieren müssen“, lautete eine Frage, die Angela Feddersen der Bürgerinitiative schriftlich beantworten musste, da sie die Daten nicht parat hatte. Sie schrieb der BI, dass nach Paragraph 16 a der Gemeindeordnung möglichst frühzeitig hätte informiert werden müssen. Jedoch lägen seit 25. November vergangenen Jahres die Antragsunterlagen aus. Zudem habe sie eine Bürgerinformationsveranstaltung einberufen, um sich in die Unterlagen einzulesen, entsprechende Stellungnahmen zu verfassen und einzureichen. „Unter Beachtung der Fristen hätte nicht schneller reagiert werden können“, so die Bürgermeisterin.

Auf der Tagesordnung sorgte eine weiterer Punkt für Irritationen, als über die Anzahl der in Simonsberg unterzubringenden Asylbewerber debattiert wurde. Die Gemeinde habe darauf keinen Einfluss, erklärte Feddersen und verwies auf einen Ortstermin, bei der Kreis und Amt die Weichen gestellt hätten. Es stehe ein Wohnhaus zur Verfügung, das der Eigentümer dem Kreis angeboten habe, erklärte sie.

Mehr Licht ins Dunkle kam bei einer Wegeschau auf den Gemeindestraßen unter die Lupe genommen und die reparaturbedürftigen Stellen aufgenommen wurden. Die Kosten für die Instandsetzung würden laut Gemeinderat auf fast 8000 Euro geschätzt.

Gute Nachrichten kamen abschließend vom Kindergartenausschuss. Mit 18 Kindern sei die Einrichtung gut belegt. Vier Kinder würden auf der Warteliste stehen. In diesem Zusammenhang wurde auf den schadhaften Zaun zum Parkplatz hingewiesen, der umgehend erneuert werden sollte.

 


Protest mit rosa Kreuzen


Mehr als 20 rosafarbene Andreaskreuze aus Holz haben Simonsberger Bürger, vor allem im Ortsteil Finkhaushallig, in ihren Gärten aufgestellt. Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative (BI) „Gute Luft für Finkhaus“ wollen so ihren Widerstand gegen Massentierhaltung deutlich sichtbar machen.

Sie haben diese Idee von Mitstreitern aus dem Osten Deutschlands aufgegriffen, die mit solchen Protestkreuzen auf ihren Kampf für eine artgerechte und umweltschonende Tierhaltung in der Landwirtschaft aufmerksam machen.

Doch die Idee scheint nicht überall gut angekommen zu sein. Während der Ostertage sind vermutlich nachts einige Kreuze abgerissen und einige vermutlich sogar gestohlen worden.

Auch ein selbst gemaltes, großes Protestschild ist verschwunden. Von Seiten der Finkhaus-Initiative ist gestern Anzeige erstattet worden. Die Bürgerinnen und Bürger wehren sich seit 2013 gegen das Projekt eines Landwirts in ihrer direkten Nachbarschaft, der seinen Schweinemastbetrieb von etwa 1000 auf rund 3000 Tiere aufstocken will.



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