Ein Stück zurück zu den Wurzeln

Feilt zurzeit noch am Konzept der Rosentage im Haus Peters: Dr. Karin Schäfer.  Foto: beetz
Feilt zurzeit noch am Konzept der Rosentage im Haus Peters: Dr. Karin Schäfer. Foto: beetz

Geschäftsführerin der Kulturstätte Haus Peters feilt an neuen Werbestrategien / Funktion des ehemaligen Kaufmannsladens wieder aktivieren

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03. Juli 2013, 03:59 Uhr

Tetenbüll | Eine 100-Tage-Bilanz hat Dr. Karin Schäfer verpasst. Die Husumerin trat im März die Nachfolge von Brigitta Seidel an und hat seitdem gar nicht die Zeit gehabt, sich darüber Gedanken zu machen. Seit Monaten sorgt sie für jungen Schwung in dem ehemaligen Kolonialwarenladen im Herzen der Gemeinde Tetenbüll. Neue Ideen, aber auch altbewährte Programmpunkte werden sie, ihre Mitarbeiter und auch der Förderverein des Hauses in den nächsten Wochen präsentieren - vom 6. bis 14. Juli beispielsweise die Rosentage, die in diesem Jahr erstmals mit einer Versteigerung einhergehen.

Die jetzt beendete Ulf-Petermann-Ausstellung hatte Katrin Schäfer noch von ihrer Vorgängerin übernommen. Mit dem Künstler Jens Rusch präsentiert die 43-Jährige aber ab 20. Juli erstmals einen eigenen Vorschlag. Die neue Geschäftsführerin studierte und promovierte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg in den Fächern Literaturwissenschaft, Journalistik, Kunstgeschichte und ist auf der Halbinsel schon lange keine Unbekannte mehr. Sie war als Journalistin tätig, macht Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen an der Westküste und ist auch im Bereich der Kulturarbeit auf Eiderstedt im Einsatz. So kam es nicht von ungefähr, dass sich ein Vorstandsmitglied des Haus-Peters-Fördervereins bei ihr erkundigte, ob denn nicht der Posten der Geschäftsführerin etwas für sie sei. Katrin Schäfer musste nicht lange überlegen: "Warum auch? Das ist ein gut eingeführtes Haus mit gutem Ruf."

Dass das so bleibt, daran feilt sie bereits seit Monaten. Schon kurz vor der Übernahme ihrer Amtsgeschäfte gestaltete die Husumerin für das Haus Peters eine eigene Homepage und mischt in sozialen Netzwerken mit dem kleinen Museumsladen mit. Auch einen eigenen Geocaching-Punkt hat die Einrichtung und lockt so "Schatzsucher" aus aller Welt nach Tetenbüll. "Ohne neue Medien geht es nicht", weiß Katrin Schäfer. "Es reicht heutzutage einfach nicht mehr, nur Flyer zu drucken und Werbung zu verschicken." Und deshalb lautet ihr oberstes Gebot: Wie bekomme ich mehr Besucher ins Haus?

Neue Werbestrategien auf der einen, Feinjustierungen am Konzept auf der anderen Seite. So übernimmt Katrin Schäfer zwar grob das Konzept der Rosentage, die in diesem Jahr zum achten Mal stattfinden werden, feilt aber deren Ausführung. Ein umfangreiches Angebot der Königinnen der Blumen, rosigen Accessoires sowie Aktionen und interessante Aussteller und Kunsthandwerker stehen zwar weiterhin im Mittelpunkt, doch mit einer Auktion setzt die Geschäftsführerin neue Akzente. So werden an den Sonnabenden 6. und 13. Juli Schätze aus dem Haus Peters unter den Hammer kommen. Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Jansen gibt den Auktionator und versucht nostalgische, historische und edle Dinge aus dem Fundus der Einrichtung meistbietend unters Volk zu bringen. Zudem haben die Künstler Ulf Petermann, Jens Rusch, Lothar Frieling, Günter Nommsen, Karina Reck und Wolfgang Diederich sowie die Quetsche-Druckerei zahlreiche Kunstwerke gestiftet, die ebenfalls versteigert werden. Der Erlös kommt der Kulturarbeit des Hauses zugute. "Ob wir die Rosentage weiterhin machen werden, müssen wir sehen", sagt die neue Chefin. Ihrer Ansicht nach würde die Zahl ähnlicher Veranstaltungen inflationäre Züge annehmen. "Mittlerweile gibt es überall Rosentage. Da stellt sich die Frage, ob das Haus Peters nicht etwas anderes anbieten sollte." Etwas Besonderes. Etwas, was der ehemalige Kaufmannsladen ohnehin ist.

Und da schließt sich der Kreis: Da sich die Tetenbüller Kulturstätte selbst finanzieren muss, besinnt sich Katrin Schäfer auf die ursprüngliche Funktion des Hauses - als Kaufmannsladen. So gibt es jetzt eine Kolonialwarenecke mit ausgesuchten Artikeln: Essig, Gewürze, Kaffee, Senf, Marmelade und Süßigkeiten. Neben Schokolade aus einer kleinen Manufaktur gehen auch Himbeerbonbons und Pfefferminzkissen über den Ladentisch. "Das kommt sehr gut an", sagt Katrin Schäfer. Und nicht nur das neue Angebot, sondern auch die modifizierte Spendenbox am Tresen. Dorthinein wandert nämlich mittlerweile der eine oder andere Euro mehr - seitdem die Box mit einem kleinen Sichtfenster versehen wurde - einer weiteren findigen Idee Katrin Schäfers.

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